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Fussball

Italiens Ex-Nationaltrainer Arrigo Sacchi fällt vernichtendes Urteil nach WM-Aus: "Auf dem Stand von vor 60 Jahren"

Von Christian Guinin
Arrigo Sacchi

Nach dem blamablen Ausscheiden Italiens in der Qualifikation zur WM-Endrunde in Katar hat sich der ehemalige Trainer der Squadra Azzurra, Arrigo Sacchi, zu Wort gemeldet. Der 75-Jährige ging dabei hart mit dem italienischen Fußball ins Gericht.

Dieser sei "kulturell rückständig, es gibt keine neuen Ideen. Die anderen Nationen entwickeln sich, wir sind auf dem Stand von vor 60 Jahren geblieben", sagte Sacchi in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport.

"Die wenigste Schuld an dieser Situation trifft die Spieler und den Trainer. Das Problem liegt im System", so die Trainer-Legende weiter. Die "Jugendabteilungen sind voll mit Spielern aus dem Ausland, die gekauft werden wie Obst und Gemüse." Viele Serie-A-Klubs wären "höchstverschuldet, die Teams gewinnen außerhalb Italiens nichts mehr und niemand sagt es etwas? Wir sind rückständig, und das nicht nur im Fußball", polterte Sacchi.

Squadra-Azzurra-Coach Roberto Mancini stärkte er trotz des Scheiterns jedoch den Rücken. "Wir dürfen uns nicht auf die alten Muster versteifen, wir dürfen nicht denken, die Probleme lösen wir, indem wir Personen austauschen. Der Ansatz, die Idee muss verändert werden", forderte Sacchi.

Er hatte die italienische Nationalmannschaft zwischen 1991 und 1996 betreut. Sein größter Erfolg war der Einzug ins WM-Endspiel 1994, dieses ging jedoch knapp mit 2:3 im Elfmeterschießen gegen Brasilien verloren.

Italien war nach einer 0:1-Niederlage gegen den Außenseiter aus Nordmazedonien in der Qualifikation zur WM 2022 gescheitert. Es ist bereits das zweite Mal in Folge, dass die Südeuropäer eine Weltmeisterschafts-Endrunde verpassen.

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