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Fussball

Blamage für müdes Uruguay

Diego Godin organisiert die Abwehr zusammen mit Diego Lugano
© getty

Ohne den weiterhin verletzten Luis Suarez lieferte Uruguay eine schwache Partie ab. Gegen Costa Rica setzte es eine 1:3 (1:0)-Niederlage, es droht das Aus in der Gruppe D hinter England und Italien.

Vor 60.348 Zuschauern im Castelao Fortaleza zeigten beide Mannschaften eine enttäuschende erste Halbzeit. Edison Cavani brachte seine Farben per Elfmeter in Führung (23.), nachdem Junior Diaz Diego Lugano gefoult hatte. Ein Doppelschlag von Joel Campbell (55.) und Oscar Duarte (57.) drehte das Spiel in der zweiten Hälfte. Marcos Urena machte den Sieg (85.) endgültig perfekt. Luis Suarez blieb über die gesamte Spielzeit auf der Bank. Maximiliano Pereira sah die Rote Karte in der Nachspielzeit.

Reaktionen:

Oscar Tabarez (Trainer Uruguay): "Ich bin nicht überrascht, weil wir auch nicht auf dem Niveau trainiert haben, um in solchen Partien zu bestehen. Luis Suarez ist nicht verletzt, sonst wäre er nicht auf der Bank gesessen."

Jorge Luis Pinto (Trainer Costa Rica): "Wir haben gegen eine große Mannschaft gewonnen, mein Team hat hervorragend gekämpft. Die Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die größte Frage ist schnell geklärt: Suarez findet sich nur auf der Bank wieder, dafür beginnen Cavani und Forlan an vorderster Front. Godin und Lugano verteidigen im Zentrum, das Mittelfeld wird von Rios und Gargano organisiert.

Bei Costa Rica steht die größte Hoffnung mit Keylor Navas zwischen den Pfosten. Junior Diaz beginnt in der 5-4-1-Formation, vorne ziehen die beiden Premier-League-Spieler Bryan Ruiz und Joel Campbell die Fäden.

15.: Cavani verlängert einen Ball mit dem Kopf Richtung Tor, wo Godin mit einer Mischung aus Grätsche und Seitfallzieher trifft. Brych zeigt jedoch zu Recht Abseits an.

22.: Wieder ein Standard. Forlan zieht den Ball aus dem linken Halbraum auf das Tor, Diaz klammert und rennt Lugano um. Richtige Entscheidung: Elfmeter.

23., 1:0, Cavani: Die Chance lässt sich Uruguay nicht entgehen. Navas hat die Ecke, aber der Ball sitzt genau unten rechts.

27.: Campbell hat nur ganz kurz Platz und knallt ein Geschoss Richtung Tor von Muslera. Der Ball geht aus guten 35 Metern ganz knapp am rechten Kreuzeck vorbei.

31.: Freistoß aus 40 Metern von Bolanos. Gonzalez bekommt den Ball für die Füße, bekommt allerdings keinen Schuss aufs Tor, sondern trifft das Außennetz.

44.: Klasse Parade von Navas! Forlan mit einem Schuss von der Strafraumlinie, der Schuss wird gefährlich abgefälscht und fällt fast unter die Latte. Der Keeper ist jedoch da.

50.: Toller Freistoß von Bolanos auf Duarte. Der steht zwei Meter vor dem Tor, scheitert erst an Muslera und dann am eigenen Abschluss. Das muss der Ausgleich sein.

55., 1:1, Campbell: Endlich mal eine Chance herausgespielt. Die Flanke kommt von rechts, Lugano springt unten durch. Campbell lässt sich nicht zweimal bitten.

57., 1:2, Duarte: Die Standards bleiben brandgefährlich. Wieder Bolanos, diesmal ist es Duarte. Der Verteidiger entläuft Stuani und köpft im Flug ein.

64.: Campbell hat wieder Platz und nimmt Tempo auf. Diesmal versucht er es mit weniger Kraft, sondern mit mehr Effet, trotzdem geht der Ball aus der Distanz vorbei.

78.: Uruguay befindet sich in einer Art Schockstarre. Nach vorne geht wenig, Suarez bleibt draußen. Hinten steht die Mannschaft ebenfalls nicht solide.

85., 1:3, Urena: Tolles Zuspiel von Campbell in den Lauf von Urena. Der legt den Ball an Muslera vorbei und entscheidet das Spiel. Das erste WM-Spiel Costa Ricas mit mehr als zwei Toren auf Seiten der Mittelamerikaner.

90.+4.: Pereira! Absolut nicht zu rechtfertigen, was der Außenverteidiger macht. Im Zweikampf mit Campbell brennen ihm die Sicherungen durch, er tritt ihm vor das Schienbein.

Fazit: Letztlich mehr als verdienter Sieg von Costa Rica. Nach einem nervösen Beginn fing sich das Team rechtzeitig und zeigte das, was Uruguay fehlte. Leidenschaft und Hingabe, sowie immer gefährliche Standards rechtfertigen den Sieg auch in der Höhe.

Der Star des Spiels: Joel Campbell. (SPOX-Note 1,5)Der Stürmer war der Aktivposten schlechthin. Kaum zu fassen, hatte er mal Tempo aufgenommen, sehr beweglich und dynamisch. Setzte aus der Distanz mehrere Ausrufezeichen, dazu mit dem Treffer zum 1:1 und der Vorlage zum 3:1. Ebenfalls sehr stark: Bolanos, der jeden Standard gefährlich machte.

Der Flop des Spiels: Christian Stuani. (SPOX-Note 5) Eigentlich ein Kreativgeist, stand der 27-Jährige völlig neben sich. Brachte keine Ideen in das Offensivspiel mit ein, wirkte müde und unkonzentriert. Warum Oscar Tabarez ihn durchspielen ließ, bleibt sein Geheimnis.

Der Schiedsrichter: Felix Brych (Deutschland). Trat mit einer sehr großzügigen Linie auf, die dem Spiel allerdings gerecht wurde. Ließ sich nicht zu Gelben Karten verleiten, sondern setzte auf Kommunikation. Die Elfmeterentscheidung war richtig, auch Godins Tor abzuerkennen war korrekt. Die Führung durch Duarte war jedoch Abseits. Behielt in der Nachspielzeit die Nerven und zeigte zu Recht Rot.

Das fiel auf:

  • Costa Rica verteidigte von Anfang an sehr alternativ. Die Fünferkette stand tief, während die Viererkette und der einzelne Stürmer auf Höhe der Mittellinie blieben. So entstand ein großes Loch zwischen Abwehr und Mittelfeld, das nur bei Zuspiel situativ geschlossen wurde.
  • Das Konzept ging jedoch auf. Uruguay fand nicht zu seinem Spiel, Forlan und Cavani verlangsamten jedoch auch immer wieder das Tempo. So konnten die Räume nicht genutzt werden, sondern der Gegner spielte frech mit.
  • Beide Mannschaften kamen kaum zu Chancen aus dem Spiel heraus. Immer wieder waren es Standards oder lange Bälle in den Strafraum, die für Gefahr sorgten. Speziell Costa Rica offenbarte große Mängel im Verteidigen von hohen Zuspielen.
  • Im Spielaufbau setzten beide Mannschaften auf eine breite Dreierkette, um im Mittelfeld für mehr Anspielstationen zu sorgen. Dennoch blieben beide ideenlos, wurde doch immer schon bei der Ballannahme gestört und notfalls das Foul gezogen.
  • Die hohen Temperaturen und die unangenehme Luftfeuchtigkeit setzten dem Spiel sichtlich zu. Das Tempo war sehr niedrig, das technische Niveau schwach.

Uruguay - Costa Rica: Die Statistik zum Spiel

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