WM

Pirlos Rücktritt vom Rücktritt

SID
Zwei, die getrennte Wege gehen: Andrea Pirlo will weitermachen, Cesare Prandelli warf das Handtuch
© getty

Nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM ist Italiens Routinier Andrea Pirlo nach seinem ankündigten Rücktritt aus der Nationalmannschaft überraschend wieder zurückgerudert. Er sei zum Verbleib in der Squadra Azzurra bereit, erklärte er italienischen Medien.

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"Sollte der neue Trainer meinen Beitrag brauchen, würde ich gern in die Mannschaft zurückkehren", wird der Profi von Meister Juventus Turin zitiert.

Pirlo habe den Rückzieher angeblich auf Druck des stellvertretenden Verbandspräsidenten Demetrio Albertini gemacht, heißt es.

"Wir wollen Pirlo bitten, in der bevorstehenden Übergangsphase eine Rolle zu spielen. Wenn er will, kann er in der Nationalelf weiterspielen", betonte Albertini.

Beim 0:1 gegen Uruguay bestritt der 35 Jahre alte Mittelfeldstratege Pirlo sein 112. Länderspiel. Nach dem Abpfiff waren Nationaltrainer Cesare Prandelli und Verbandspräsident Giancarlo Abete zurückgetreten.

Trap: Liga ist schuld

Derweil hat Ex-Nationaltrainer Giovanni Trapattoni die langen Liga-Spielzeiten für die schlechten Leistungen der Nationalteams von Italien, Spanien und England bei der WM in Brasilien verantwortlich.

"Die italienische Nationalmannschaft ist geschwächt nach Brasilien gereist, genau wie Spanien und England, wo die Meisterschaften für die Spieler viel Stress bedeuten. Italien, Spanien und England erleben dieselben Probleme und zahlen dafür einen hohen Preis", sagte "Trap".

Der 75-Jährige verteidigte Italiens Starstürmer Mario Balotelli gegen den Vorwurf, der Hauptverantwortliche für die Pleite der Squadra Azzurra bei der WM gewesen zu sein.

"Es ist ungerecht, dass Balotelli die ganze Schuld für die Niederlage Italiens aufgehalst wird. Balotelli muss unterstützt werden. Er hat viele Qualitäten, leider ist er noch nicht reif. Schwarze Jugendliche - ich sage das, weil ich sie trainiert habe - müssen stets Vertrauen spüren", so Trapattoni im Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Messaggero".

Italiens Fußball nicht am Ende

Der italienische Fußball sei mit dem WM-Aus nicht am Ende: "Wir haben uns schon aus schwierigen Situationen gerettet, wir werden es auch diesmal tun. Eine Phase ist zu Ende, man muss nach vorne blicken", meinte der frühere Bayern-Trainer.

Trapattoni bereitet sich derweil auf einen neuen Lebensabschnitt vor. Er wird künftig die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste trainieren: "Ich stehe vor einem neuen Abenteuer."

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