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Fussball

Dahlin: Schweden kann einen Punkt holen

Von Tim Röhn
Martin Dahlin spielte in den 90er Jahren für Borussia Mönchengladbach
© Getty

133 Mal spielte Martin Dahlin in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach (125) und den Hamburger SV (8). An der Elbe beendete der Stürmer im Jahr 1999 auch seine aktive Karriere. Nach einer zweijährigen Auszeit vom Fußball gründete er eine Spielerberatungsfirma - und ist heute der mächtigste Spieleragent seines Landes. Im Interview mit goal.com sprach er über das WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Schweden.

Frage: Herr Dahlin, in dieser Woche trifft Deutschland in der WM-Qualifikation auf Schweden. Ein besonderes Spiel für Sie?

Martin Dahlin: Ja, auf jeden Fall. Ich habe sieben Jahre in Deutschland gespielt und mich immer sehr wohl gefühlt. Vielleicht werde ich mir das Spiel auch im Stadion anschauen.

Frage: Hat Schweden eine Chance?

Dahlin: Ja, aber sie müssen einen sehr guten Tag erwischen. Wenn Deutschland dann an diesem Tag nicht hundertprozentig als Mannschaft auftritt, kann Schweden mindestens einen Punkt holen. Dennoch: Deutschland ist mit seiner Weltklasse-Mannschaft natürlich Favorit.

Frage: Nach dem Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien ist die Euphorie um die deutsche Elf abgeebbt, es gibt viele Diskussionen. Ist das ein Vorteil für Schweden?

Dahlin: Ich denke, dass in der deutschen Nationalmannschaft gerade ein Generationswechsel abläuft. Das ist in diesen Phasen nicht immer einfach, aber normal. Aber sie haben auch so die Qualität, um Weltklasse-Leistungen abzurufen, und gehören zu den besten Teams der Welt.

Frage: Welche Verbindungen haben Sie noch nach Deutschland?

Dahlin: Ich bin nur selten dort, weil ich mich um meine Geschäfte kümmern muss. Aber ich habe noch ein paar Freunde, mit denen ich regelmäßig telefoniere. Ansonsten spreche ich eher mit den Verantwortlichen der Bundesliga-Vereine, um mit ihnen über mögliche Transfers meiner Spieler zu sprechen.

Frage: Bei Ihrem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach läuft es nach der sensationell guten Vorsaison nicht rund. Haben Sie eine Erklärung?

Dahlin: In der vergangenen Bundesliga-Saison hat es viele Überraschungen gegeben, das ist in diesem Jahr anders. Viele Gegner wissen nun, was sie von Gladbach erwarten können und müssen. Es ist auch nicht einfach, Marco Reus zu ersetzen. Aber ich bin mir sicher, dass sich die Mannschaft mit der Zeit immer besser finden und in der Tabelle nach oben klettern wird.

Frage: Reicht es wieder für einen Platz im internationalen Geschäft?

Dahlin: Das wird schwer. Aber unter die ersten Zehn kommt Gladbach auf jeden Fall.

Frage: Bislang tut sich Neuzugang Luuk de Jong schwer. Wie bewerten Sie als Ex-Stürmer seine Situation?

Dahlin: Bei seinem ehemaligen Verein Twente Enschede war es viel einfacher für ihn, weil er von den Außenspielern oft mit Flanken gefüttert wurde. Das ist in Gladbach nun anders. Er hat zwar zuletzt getroffen, aber ich bin der Meinung, dass er mehr hohe Bälle bekommen muss, um konstant Tore zu erzielen.

Frage: Einer ihrer Klienten ist Denni Avdic, der Anfang 2011 von Elfsborg IF zu Werder Bremen wechselte und nun zum holländischen Klub PEC Zwolle ausgeliehen wurde. Bei seinem Wechsel nach Deutschland waren Sie noch nicht sein Berater. Kam dieser Schritt zu früh?

Dahlin: Diese Frage ist schwer zu beantworten. Manchmal wäre für junge Spieler ein Wechsel zu einem kleineren Verein besser, bei dem man sicher sein kann, dass man spielt. Aber erstens können diese Vereine oft nicht die geförderte Ablösesumme aufbringen und zweitens ist das natürlich für einen Spieler verlockend, wenn so ein großer Verein wie Werder Bremen interessiert ist.

Frage: Warum hat es Avdic in der Bundesliga noch nicht geschafft?

Dahlin: Er war oft verletzt und hatte viel Pech, vor allem daran hat es gelegen. Aber wir reden nicht über die Vergangenheit. Jetzt ist er in Holland und darf spielen. Ich hoffe, dass er auf 25 Einsätze kommt, dann nach Bremen zurückkehrt und sich dort im zweiten Anlauf durchsetzt.

Frage: Sie haben nach Ihrer aktiven Karriere den Berater-Weg eingeschlagen. Reizt es Sie nicht, als Trainer oder Vereinsmanager zu arbeiten?

Dahlin: Doch, das reizt mich, und ich überlege immer wieder, den Trainerschein zu machen und als Coach zu arbeiten. Aber im Moment ist es nun mal so, dass ich mich um meine Spieler kümmern muss. Ich berate neun A-Nationalspieler und sieben U21-Nationalspieler, damit habe ich genug zu tun.

Martin Dahlin im Steckbrief

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