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Fussball

Frankreich braucht einen Neuanfang - jetzt!

SID
Quo vadis, Equipe Tricolore? Frankreichs Nationalmannschaft blamiert sich in Südafrika
© Getty

La France blamiert sich in Südafrika bis auf die Knochen. CNN-Korrespondent Pedro Pinto hat das Desaster kommen sehen. Im dritten Teil seiner WM-Kolumne fordert der Star-Reporter jede Menge rollender Köpfe.

Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die Lage in der französischen Nationalmannschaft eskalieren würde.

Zum Leidwesen ihrer Fans kam es ausgerechnet bei der wichtigsten Veranstaltung im Fußball überhaupt dazu. So konnte die Weltöffentlichkeit am Sonntag über die Medien zusehen, wie alle Akteure bei der WM das Training verweigerten, laut offizieller Begründung aus Protest gegenüber der Entscheidung des Verbands, Nicolas Anelka ohne Rücksprache mit ihnen aus dem Lager zu verbannen.

Die Art und Weise dieser Rebellion mag intensiv gewesen sein, abgezeichnet hat sie sich allerdings schon seit geraumer Zeit.

Bereits seit dem schwachen Abschneiden bei der Euro 2008 und den Ereignissen unmittelbar danach konnte man munter darüber spekulieren, in was für einem Fiasko die Ära Domenech enden würde.

Nach einem torlosen Unentschieden gegen Rumänien, einer ordentlichen Klatsche durch die Niederlande (1:4) und einer weiteren Niederlage gegen Italien (0:2) war mit nur einem Pünktchen schon nach der Vorrunde Schluss für Les Bleus.

Domenech hätte früher gehen müssen

Zu diesem Zeitpunkt rechnete jeder mit dem Rücktritt des Trainers. Doch dieser zeigte sich unbeeindruckt. Anstatt hinzuschmeißen, verkündete Domenech bei der Pressekonferenz nach dem letzten Spiel die Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin und philosophierte, die schlechte Leistung relativierend, über den Sinn des Lebens.

Eine etwas andere Reaktion auf einen derart enttäuschenden Turnierverlauf, dem er mit diesem Verhalten noch die Krone aufsetzte.

Schon damals verloren die meisten seiner Spieler den Respekt vor ihm, eine Entlassung durch den französischen Fußballverband FFF schien kurz bevor zu stehen. Es sollte jedoch anders kommen. Leider. Der Verband entschied sich für einen Verbleib des Trainers und verscherzte es sich damit nun selbst mit den Spielern.

Kein Mexes, kein Nasri, kein Benzema

Zurück zur aktuellen Situation. Die insgesamt wenig überzeugenden Vorstellungen in der WM-Qualifikation gipfelten in einem höchst kontroversen Playoff-Rückspiel gegen die Iren, und Domenech verzichtete auf Spieler wie Samir Nasri, Philippe Mexes und Karim Benzema.

Zu allem Überfluss verbannte er dann Kapitän Thierry Henry schon kurz nach der Ankunft in Südafrika auf die Bank und sprang mit Anelka um wie mit einem blutigen Anfänger. All dies konnte einfach nicht gut enden.

Die Verbandsspitze muss zurücktreten

Wie geht es nun weiter mit Frankreich, wie kann die Lage beruhigt werden? Die Antwort - durch nichts anderes als einen Neuanfang auf Führungsebene. Ein Rücktritt Domenechs noch vor dem abschließenden Gruppenspiel hätte ich begrüßt. Gleiches gilt für die Verbandsspitze. Dass man es dort überhaupt so weit hat kommen lassen, ist unverständlich und völlig inakzeptabel.

Auch die Spieler der Nationalmannschaft sollten sich entschuldigen, denn obgleich sie wohl meinten, das Richtige zu tun, haben sie mit ihrem Verhalten nicht nur die Fans, sondern das gesamte Land beleidigt.

Wer wird Weltmeister? Jetzt die WM durchtippen!

Pedro Pinto ist Sports-Anchor bei CNN International in London. Gemeinsam mit dem CNN World Sport-Team berichtet der gebürtige Portugiese von Sportereignissen auf der ganzen Welt. Vor seiner Tätigkeit bei CNN in London arbeitete er im Hauptquartier des Senders in Atlanta und moderierte in seiner Heimat Portugal mehrere Sportsendungen. Im Laufe seiner Karriere hat Pinto zahlreiche Sport-Stars wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Roger Federer, Gianluigi "Gigi" Buffon oder die Fußballlegende Pele interviewt.  Für CNN International übernimmt Pinto die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika (www.cnn.com/worldcup).

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