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Fussball

Alte Werder-Probleme im neuen Wettbewerb

SID
Per Mertesacker und Co. wollen gegen Ronaldinho und den AC Mailand überraschen
© Getty

Mönchengladbach oder Mailand - die treffsicheren grün-weißen Scharfschützen von einst sind auch auch im neuen Wettbewerb namens UEFA-Cup von ihren alten Bundesliga-Problemen eingeholt worden.

Und genau deshalb war Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs auch nicht gewillt, mit dem auf den ersten Blick akzeptablen 1:1 (0:1) gegen das Starensemble des AC Mailand seinen Frieden zu machen.

"Es muss einfach mal gelingen, aus weniger Torchancen mehr Tore zu machen. Ein nur ganz gutes Spiel wird uns in Mailand für das Achtelfinale nicht reichen", sagte der Bremer Geschäftsführer zornig.

Noch ärgerlicher aus Sicht der Hanseaten, dass man wie in jeder Partie der vergangenen Wochen dem Gegner praktisch einen Treffer schenkte.

Diesmal war es Nationalspieler Clemens Fritz, der mit einem katastrophalen Fehlpass die Gäste-Führung durch Filippo Inzaghi (36.) einleitete.

Schaaf: Fritz' Fehlpass "eine Todsünde"

"Eine Todsünde", echauffierte sich Allofs und selbst Trainer Thomas Schaaf, der eigentlich nichts von Einzelkritik in der Öffentlichkeit hält, fand deutliche Worte: "Es war eine Einladung für den Gegner, in Führung zu gehen."

Die sogar beinahe zum Sieg gereicht hätte, wenn nicht Rückkehrer Diego vier Minuten vor dem Abpfiff den Norddeutschen zumindest ein Remis gerettet hätte.

Es war das ganz persönliche i-Tüpfelchen auf einer Vorstellung, die den Beweis erbrachte, dass man an der Weser nur sehr schwer auf den quirligen Brasilianer verzichten kann.

Diego: "Es war für mich ein besonderer Treffer, aber wir können nicht zufrieden sein. Aber wir sind auch noch nicht ausgeschieden. Vorher waren unsere Chancen 50:50, jetzt stehen sie bei 40:60."

Milan in die Jahre gekommen

Nicht nur purer Zweckoptimismus, denn den 36.151 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion war nicht entgangen, dass Milan überaltert und in die Jahre gekommen ist.

Mehr routiniert als inspiriert spulten die alten Haudegen aus der Lombardei ihr Pensum ab. Ohne ihren verletzten Mittelfeldregisseur Kaka konnten selbst Superstars wie Ronaldinho oder Andrea Pirlo kaum glänzen.

Gerade mal zu einem vierminütigen Kurzauftritt reichte es für Leihgabe David Beckham, "Becks light" in Bremen sozusagen.

Nach offizieller Lesart drückte der Kult-Fußballer wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel bis in die Schlussphase hinein die Reservebank, doch für Coach Carlo Ancelotti war der Engländer gegen den Bundesliga-Zehnten schlichtweg entbehrlich: "Davids Anwesenheit auf dem Spielfeld war einfach nicht notwendig."

Werder hofft auf ein 2:2

Das Interesse des 17-maligen italienischen Meisters, Beckham von seinem Arbeitgeber Los Angeles Galaxy loszueisen, ist aber ungebrochen.

Beim Rückspiel am Donnerstag nächster Woche wird der blonde Liebling des Boulevards aber auf jeden Fall dem AC Mailand noch zur Verfügung stehen. Bis dahin wird wahrscheinlich auch geklärt sein, ob der Mittelfeldspieler nach Kalifornien zurückkehren muss oder nicht.

Mut machen sollte den Bremern, dass Mailand in der Gruppenphase des UEFA-Pokals vor eigenem Publikum kaum überzeugen konnte.

Gegen den SC Braga siegte man erst in der Nachspielzeit mit 1:0 und der VfL Wolfsburg ertrotzte in San Siro ein 2:2 - genau Werders Wunschergebnis. Beckham allerdings kickte da noch in der US-Operettenliga.

Bremen - Mailand: Daten und Fakten

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