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Fussball

FC Barcelona: "Wiederauferstehung" dank "Espai Barca" - Präsident Joan Laporta will 1,5 Milliarden Euro investieren

Von Stefan Petri

Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona, will eine "Auferstehung" seines Klubs herbeiführen. Dafür möchte er im Zuge des Projekts "Espai Barca" insgesamt 1,5 Milliarden Euro investieren - trotz der horrenden Schulden. Zunächst einmal braucht er jedoch die Zustimmung der Vereinsmitglieder. Was die Zukunft der Super League angeht, ist er trotz aller Rückschläge mehr als optimistisch.

1,35 Milliarden Euro soll der Schuldenberg des FC Barcelona betragen, es läuft weder sportlich noch wirtschaftlich bei den Blaugrana - immerhin mit ein paar Ausnahmen.

Präsident Laporta hat dennoch große Pläne, die angesichts der derzeitigen Lage durchaus ambitioniert wirken: 1,5 Milliarden Euro will er in den Klub investieren. So will er Barca zurück zu alter Stärke führen. "Wir werden schon bald die Auferstehung Barcas erleben. Wir werden wieder der beste Verein der Welt werden und die beste Mannschaft der Welt habe", sagte er gegenüber Sport.

"Espai Barca" heißt das Projekt und es ist nicht neu, allerdings wurde es 2017 noch mit einem Volumen von 600 Millionen gerechnet. Damit sollten alle vereinseigenen Stadien und Arenen und ihre Umgebung - das Camp Nou, der Palau Blaugrana für Handball und Basketball sowie das Estadi Johan Cruyff für die Jugend- und Frauenmannschaften - modernisiert werden. Fertiggestellt wurde bisher nur das Estadi Johan Cruyff.

Barcas Camp Nou: Ein baufälliges Sicherheitsrisiko

Mittlerweile soll allein das Camp Nou, Baujahr 1957, 600 Millionen Euro kosten. Der Betonkasten ist nicht nur in puncto VIP-Einnahmen und sonstigen Annehmlichkeiten nicht mehr zeitgemäß, sondern an vielen Stellen baufällig und sogar gefährlich für die Zuschauer.

Zuletzt wurde vermeldet, dass eine Untersuchung schon vor Jahren gravierende Sicherheits- und Hygienemängel festgestellt hatte, darunter zahlreiche Taubennester voller Exkremente, die zu Fliegen und Milben geführt hatten. "Das war einfach nur fahrlässig", erklärte der zuständige Inspektor Toni Mora gegenüber RAC1 am Freitag. "Die Nester waren wahrscheinlich schon einige Jahre dort, so viele und so groß waren sie." Nun soll das Camp Nou saniert und auf 110.000 Zuschauer erweitert werden.

FC Barcelona: Joan Laporta strebt bei Mitgliederversammlung nach mehr Macht

2014 hatten die Mitglieder des Klubs dem Projekt "Espai Barca" in einem Referendum zugestimmt, angesichts der explodierenden Kosten braucht Laporta nun aber erneut grünes Licht. Dann steht die "Asemblea de Socios Compromisarios" an, eine Art Vollversammlung der Mitglieder: Im Palau Blaugrana sind 4.452 "Socios" geladen, darunter langjährige Klubmitglieder, ehemalige Klub-Präsidenten, Komitee-Mitglieder und Vorsitzende der Fanklubs. Die große Mehrheit der Beteiligten wurde aus Klubmitgliedern ausgelost.

Ihnen wird Laporta seine Pläne vorstellen, eine einfache Mehrheit reicht, um "Espai Barca" erneut anzuschieben. Allerdings strebt er auch Änderungen der Klub-Statuten an, die etwa sein Amt sichern, sollte er ebenfalls tiefrote Zahlen schreiben. Dafür braucht es allerdings eine Zweidrittelmehrheit.

"Wir werden desaströse Zahlen bekanntgeben, aufgrund des Missmanagements der früheren Präsidentschaft", warnte Laporta vorsorglich bei Sport. Aber es soll eben auch die "Auferstehung" folgen: "Möge Barca wieder lebendig und ein weltweiter Maßstab melden."

Laporta über Super League: Projekt ist "lebendig"

Laporta bestätigte zudem Medienberichte, wonach die Super League umgebaut werden soll, in einen offenen Wettbewerb ohne feste Mitglieder. "Sie liegt nicht auf Eis, ganz im Gegenteil, sie ist quicklebendig und es finden Gespräche statt." Barca, Real Madrid und Juventus Turin seien weiterhin an Bord "und wir gewinnen weiterhin vor den Gerichten." Er stellte der UEFA Gespräche in Aussicht, "obwohl sie von Beginn an sehr aggressiv agiert haben."

Auch der Deal mit der Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners, dem sich Barca, Real und Atletico verweigert hatten, sei noch möglich: "Wenn sie das Projekt neu aufsetzen, schauen wir es uns noch einmal an." Die spanische Liga hatte zehn Prozent der eigenen Anteile für eine Finanzspritze abgegeben. "Barca kann dazu nicht ja sagen, ohne die Dokumente genau zu studieren", betonte Laporta. "So wie sie es uns erklärt haben, gefällt es uns nicht. Ja, wir hätten 270 Millionen Euro bekommen, aber das wären dann unsere Schulden."

Barca könne keinen Vertrag mit geschlossenen Augen unterschreiben, "auch wenn die Karotte, die vor unserer Nase hängt, 270 Millionen Euro wert ist", bekräftigte er. "Zehn Prozent unserer Fernsehrechte für die nächsten 50 Jahre als Garantie abzutreten, das geht nicht."

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