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Fussball

Philippe Coutinhos Situation beim FC Barcelona: Ladenhüter mit Messis Trikotnummer

Von Stanislav Schupp
Aufgrund seines hohen Gehalts ist Philippe Coutinho einer der ersten Streichkandidaten beim FC Barcelona.

Aufgrund seines hohen Gehalts ist Philippe Coutinho einer der ersten Streichkandidaten beim FC Barcelona. Genau das erschwert wiederum das Vorhaben der Katalanen.

Seit nunmehr dreieinhalb Jahren steht Philippe Coutinho (29) beim FC Barcelona unter Vertrag. Der einst 135 Millionen Euro teure Brasilianer - damit ist er bis heute der drittteuerste Spieler der Welt - steht wie kaum ein anderer Spieler für die erratische Transferpolitik der Katalanen in den vergangenen Jahren.

Coutinho soll das finanziell arg gebeutelte Barca trotz laufenden Arbeitspapieres bis 2023 schnellstmöglich verlassen.

Ein Unterfangen, das sich sowohl für den Spieler als auch für den Verein als große Hürde darstellt, denn Barca wird den Edeltechniker nicht los.

Barcas Coutinho-Problem: Mega-Salär als Hindernis

Als Barcelona Coutinho im Winter 2018 vom FC Liverpool loseiste, stattete man ihn mit einem fürstlichen Jahressalär von knapp 13 Millionen Euro aus - und die Vertragsinhalte haben ungeachtet der finanziellen Notlage Barcas weiterhin Bestand. Dies wird den Blaugrana nun zum Verhängnis.

Denn kaum ein Verein wird diesen Betrag unter aktuellen Umständen übernehmen können respektive wollen. Obwohl Barca bereit sein soll, die Hälfte von Coutinhos Bezügen weiter zu übernehmen, klappt es mit einem Verkauf oder einer Leihe nicht.

Italienischen Medienberichten zufolge boten die Katalanen Coutinho bei Lazio Rom an, Ex-Klub Inter Mailand (2010 bis 2013) soll laut der spanischen Sport ebenfalls zu den Interessenten gehört haben. Auch an mehrere Premier-League-Klubs wie beispielsweise Leicester City, wo Coutinho Cheftrainer Brendan Rodgers aus gemeinsamen Zeiten bei den Reds kennt, soll Barca herangetreten sein. An einem angeblichen Tauschgeschäft mit Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang ist nach Informationen von SPOX und Goal allerdings nichts dran.

Spanische Medien brachten im April eine mögliche Rückkehr zum FC Bayern München ins Gespräch, wo Coutinho bereits in der Saison 2019/20 auf Leihbasis spielte. Dort brachte die Verpflichtung Coutinhos durch den daraus resultierenden Bankplatz von Thomas Müller seinerzeit das interne Gefüge durcheinander. Ein dadurch zerrüttetes Verhältnis zu Niko Kovac bescherte dem damaligen Bayern-Coach reichlich Kritik. Angesichts des Personals in der Münchner Offensive und der finanziellen Sachlage ist ein Deal maximal unwahrscheinlich.

Barca bei der Lösung auch auf Coutinho angewiesen

Im Falle eines Abgangs wäre Barca auch auf ein Entgegenkommen des Spielers angewiesen. Möchte Coutinho seine sportliche Karriere nach zuletzt enttäuschenden Jahren wieder ankurbeln, wird er auf große Teile seines Gehalts verzichten müssen.

"Diese Gehälter sind auf dem heutigen Markt veraltet. Sie sind mit denen anderer Klubs nicht vergleichbar", erklärte Präsident Joan Laporta vor einigen Monaten bei La Vanguardia: "Dadurch ist es schwierig, Vereinbarungen mit anderen Vereinen zu treffen."

Die Gehaltsstrukturen des spanischen Spitzenklubs, die laut Laporta allein 103 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, mündeten nun gemeinsam mit den finanziellen Einbußen durch die Corona-Pandemie und der Misswirtschaft von Vorgänger Josep Maria Bartomeu in einem "besorgniserregenden" (Laporta) Brutto-Schuldenberg in Höhe von 1,35 Milliarden Euro.

Dies sorgte letztlich auch für den unfreiwilligen Abschied von Lionel Messi. Auch die Neuzugänge Sergio Agüero, Memphis Depay, Eric Garcia und Emerson konnten zunächst ohne die jüngsten Gehaltsverzichte von Gerard Pique, Sergi Roberto und Jordi Alba nicht registriert werden. Um den Schuldenberg drücken zu können, müssen also weitere Abgänge her.

Coutinho beim FC Barcelona: Der Worst Case droht

Laut Sport ist auch ein Verbleib Coutinhos nicht ausgeschlossen. Doch auch hierfür wäre eine signifikante Gehaltsanpassung nötig. Coutinho soll diesbezüglich zumindest gesprächsbereit sein.

Angesichts der verletzungsbedingten und zum Teil langwierigen Ausfälle von Ansu Fati, Ousmane Dembele und Agüero wäre Coutinho ob seiner fußballerischen Fähigkeiten für die Barca-Offensive nicht unbedeutend. Mit 29 Jahren befindet sich der Mittelfeldspieler zudem eigentlich im besten Fußballeralter.

Solange Coutinho noch bei Barca ist (und sollte der Klub ihn auch einsetzen wollen), darf er sogar mit der seit Lionel Messis Weggang verwaisten legendären Nummer 10 spielen. Wobei "dürfen" das falsche Wort ist. Er muss sie vielmehr wegen der Regularien der LaLiga, weil es momentan die einzige Verfügbare ist.

Im schlimmsten Fall droht Coutinho für Barca also nicht nur ein teurer Ladenhüter, sondern ein teurer Ladenhüter mit Messis Nummer zu werden.

Verletzungsanfälligkeit erschwert Coutinhos Situation

Neben der finanziellen Komponente kommt Coutinhos Verletzungshistorie erschwerend hinzu. Nach seiner Rückkehr aus München absolvierte der 63-malige brasilianische Nationalspieler in der vergangenen Spielzeit aufgrund einer Oberschenkelverletzung und eines Außenmeniskuseinrisses lediglich 14 Pflichtspiele (drei Tore, zwei Assists).

In den vergangenen drei Saisons fiel Coutinho laut transfermarkt.de insgesamt 337 Tage verletzungsbedingt aus. Das ist zuzüglich seines Gehalts nicht unbedingt ein Empfehlungsschreiben für einen interessierten Klub.

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