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Fussball

Heute ist er Bodybuilder! Goran Slavkovski - der vergessene Ibrahimovic-Erbe von Inter Mailand

Von Markus Bosch
Goran Slavkovski (r.) sollte bei Inter Mailand eigentlich Zlatan Ibrahimovic beerben.

Goran Slavkovski zählte einst zu den größten Talenten und wurde mit Zlatan verglichen. Sein Idol aber blieb fußballerisch unerreichbar.

Hat sich ein Superstar seinen Status erarbeitet, werden die nachfolgenden Top-Talente direkt mit den Ausnahmekönnern verglichen. Doch meistens können die Nachwuchshoffnungen den hohen Erwartungen, die mit den Vergleichen verbunden sind, nicht standhalten.

Sonst hätten wir schon hunderte Messis, Ronaldos oder Ibrahimovics gesehen. Jener Zlatan Ibrahimovic war mit gerade einmal 24 Jahren, im Mai 2006, unter anderem bereits die Referenz für ein Nachwuchstalent von Inter Mailand.

Der Name des Teenager-Juwels: Goran Slavkovski (17). Die Vergleiche mit Ibra lagen wahrlich auf der Hand, schließlich war auch Slavkovski ein Schwede mit Balkan-Wurzeln, der einst ebenfalls in Malmö spielte.

Die Vergleiche verselbständigten sich endgültig, als 2005 Inter Mailand das Rennen um den jungen Schweden machte. Zuvor hatte der physisch beeindruckende Slavkovski im Alter von 15 Jahren in Malmö mit seiner eiskalten Abschlussqualität und seiner Technik im Nachwuchsbereich so ziemlich alles kurz und klein geschossen.

Slavkovski erfüllt die hohen Erwartungen bei Inter nicht

Nach seinem Wechsel wurde Slavkovski zunächst in den Jugendteams und in der Reserve an das Niveau der Profimannschaft beim Serie-A-Topklub herangeführt, bevor es am 7. Mai 2006 soweit war. Der damalige Inter-Coach Roberto Mancini wechselte Slavkovski in der 84. Minute der Partie gegen Siena ein. Es war das Debüt des Schweden für die erste Mannschaft der Nerazzurri. Obwohl er während seines Kurzeinsatzes keine großen Momente auf dem Rasen lieferte, beherrschte Slavkovski im Nachgang die Schlagzeilen.

Der Grund: Mit gerade einmal 17 Jahren und 29 Tagen war er damals der jüngste Spieler, der je für Inters Profis aufgelaufen war. "Ich bin sehr glücklich und ich danke Mancini, dass er mich hat spielen lassen. Meine Eltern sind auch sehr glücklich", gab Slavkovski nach seinem historischen Debüt bescheiden zu Protokoll.

Alles schien bereitet für den Start in eine verheißungsvolle Karriere. Als im Sommer 2006 dann auch noch sein Idol Zlatan Ibrahimovic von Juve zu Inter wechselte, schien das Drehbuch perfekt zu sein. Doch es kam anders: Slavkovskis Entwicklung stagnierte und einzig im Pokal gegen Messina kam er im Starensemble der Nerazzurri noch zum Einsatz. Sein Berater und Inter beschlossen, ihn im Januar 2008 zu verleihen, um dem Angreifer die dringend benötigte Spielpraxis zu verschaffen.

Das Rennen machte Middlesbrough, wo Slavkovski aber durch den Medizincheck rasselte. Stattdessen landete er bei Sheffield United, wo Trainer Kevin Blackwell ihn aber für nicht tauglich befand. So kam der Schwede auf gerade einmal zwei Tore in sechs Einsätzen für Sheffields Reserve. Vom "nächsten Ibrahimovic" ist da schon keine Rede mehr.

Goran Slavkovski: Bodybuilding statt Fußball

Es folgen einige weitere Stationen, 2010 steht Slavkovski mal für ein halbes Jahr beim VfL Bochum unter Vertrag und gehört dort zum Kader der zweiten Mannschaft. "Goran verfügt über viel Potenzial, hat jedoch seit fast zwei Jahren nicht mehr leistungsmäßig Fußball gespielt", sagt der damalige VfL-Vorstand Thomas Ernst. "Bei uns hat er jetzt die Möglichkeit, an sein altes Leistungsniveau heranzukommen. Wenn ihm das gelingt, könnte er auch eine Option für die Bundesliga-Mannschaft sein." Für Slavkovski war der "VfL eine große Chance, die ich unbedingt nutzen will". Daraus wurde bekanntermaßen nichts.

Auch nicht die Rückkehr in die schwedische Heimat, zum Drittligisten Bunkeflo, brachte Slavkovskis Karriere noch einmal in Schwung. So beendet er 2013 seine Laufbahn.

Erst der Wechsel zu einem Amateurklub in der 6. Liga Schwedens macht Slavkovksi dauerhaft glücklich und ermöglichte es dem 1,92-Meter-Hünen sein neues Hobby entdecken - das Bodybuilding.

Dort steckt er die Disziplin und Leidenschaft hinein, die ihm im Fußball möglicherweise fehlte, um wirklich der "nächste Ibrahimovic" zu werden.

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