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Fussball

Florenz-Torjäger Dusan Vlahovic: Haaland-Vergleiche, irre Statistik und in einer Sache besser als Ronaldo

Von Stanislav Schupp

Dusan Vlahovic sorgt in Florenz das zweite Jahr in Folge für Furore, spielt mit seiner Torquote in einer Liga mit den ganz Großen. Die Top-Klubs stehen Schlange - bereits im Winter könnte Bewegung in die Personalie kommen.

Dusan Vlahovic fühlte sich einsam im knapp 400.000 Einwohner großen Florenz. Der 21-jährige Serbe war im Frühjahr vergangenen Jahres aufgrund einer Corona-Infektion zu häuslicher Isolation gezwungen. Also machte er sich per Instagram auf die Suche nach Gesellschaft, vornehmlich weiblicher. Vlahovic bat in einem Kommentar unter einem Beitrag ausdrücklich um Damenbesuch (Ausgang offen). Er war ja schließlich ganz alleine. Das brachte dem gebürtigen Belgrader jede Menge Popularität und Hype im Netz.

Heute hat er noch viel mehr davon, denn Vlahovic, hauptberuflich Angreifer der AC Florenz, sorgt seit geraumer Zeit auf seinem Arbeitsplatz für mächtig Furore.

21 Toren in 37 Ligapartien der vergangenen Saison folgten bereits deren acht in bislang zwölf Auftritten der aktuellen Spielzeit. Mit 25 Ligatreffern im Kalenderjahr 2021 ist Vlahovic der treffsicherste Stürmer Italiens. In den Top-5-Ligen Europas trafen nur Bayerns Robert Lewandowski (37) und BVB-Star Erling Haaland (26) häufiger. Kein Wunder also, dass offenbar ein Spitzenklub nach dem anderen Interesse am Shootingstar bekundet.

Da Vlahovic eine Verlängerung seines bis 2023 datierten Vertrags und die damit verbundene Möglichkeit, zum bestbezahlten Spieler der Vereinshistorie aufzusteigen, abgelehnt hatte, bleiben den Toskanern nur noch zwei Transferfenster, um eine Ablöse für ihren Torgaranten zu generieren. Bereits im Winter könnte also ordentlich Bewegung in die Personalie kommen.

Vlahovic: Der "langsamere Haaland" und das perfekte Ziel

An Abnehmern würde es Vlahovic im Vergleich zu seiner Isolations-Gesellschaft keineswegs mangeln. Borussia Dortmund, Arsenal, Tottenham Hotspur und Juventus Turin wurden zuletzt gehandelt.

"Er würde mit seiner Statur und Spielweise sehr gut zu einem Premier-League-Klub passen, besonders zum Conte-Fußball bei Tottenham. Für Dortmund ist er ein bisschen zu langsam", sagt Giorgio Dusi von GOAL Italia über den 1,90 Meter großen Vlahovic. Der Angreifer ist besonders stark im Strafraum (erzielte sieben seiner acht Saisontreffer im Sechzehner) und kann sowohl als Wandspieler fungieren als auch auf die Flügel ausweichen und das Umschaltspiel mit ankurbeln.

Eine Spielweise, die stark an Haaland erinnert. Besagte Vergleiche dementiert selbst Vlahovic nicht, wenn auch mit einer kleinen Einschränkung. "Er ist schneller als ich, aber wir sind uns in allem anderen ziemlich ähnlich", sagte er im Gespräch mit DAZN.

Juve, BVB, Tottenham - und ein fettes Preisschild

Während die Gunners aber nach Informationen von SPOX und GOAL kein Angebot für Vlahovic abgeben werden, soll es Sport1 zufolge bereits Kontakt zwischen den Dortmunder Verantwortlichen und der Vlahovic-Seite gegeben haben. Konkret würde Vlahovic wohl nur bei einem vorzeitigen Abgang von Haaland und entsprechender Einnahmen in Frage kommen. Gleiches gilt für Juventus.

Denn wer Vlahovic für sich gewinnen möchte, muss richtig tief in die Tasche greifen. Wie SPOX und GOAL erfuhren, liegt die Ablöseforderung der Viola bei satten 80 Millionen Euro. Eine Summe, die vergangenen Sommer bereits Interessenten abschreckte. So nahm nach Informationen von SPOX und GOAL Atletico Madrid deswegen Abstand von einer Verpflichtung.

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre also ein Wechsel nach England am wahrscheinlichsten. Nach Federico Chiesa erneut einen Leistungsträger zum Konkurrenten aus Turin ziehen zu lassen, ist ohnehin nicht im Interesse der Fiorentina.

Eine Spur führt somit dennoch nach London, nämlich zu den Spurs. Dort ziehen mit Cheftrainer Antonio Conte und Sportdirektor Fabio Paratici zwei ausgezeichnete Kenner des italienischen Marktes die Fäden. Tottenham soll bereits vor der laufenden Saison mit Blick auf einen möglichen Abschied von Harry Kane zu Manchester City vorgefühlt haben. Auch City wurde nach den erfolglosen Bemühungen um den englischen Nationalspieler Interesse nachgesagt. Im Winter wollen die Skyblues angeblich einen erneuten Vorstoß bei Kane wagen - dies könnte wiederum die Vlahovic-Personalie bei Tottenham ins Rollen bringen.

Florenz-Torjäger Vlahovic: Effektiver als CR7

Als Florenz Vlahovic 2018 für etwas weniger als zwei Millionen Euro und mit der Empfehlung von drei Toren in 23 Spielen für Partizan Belgrad verpflichtet hatte, deutete zunächst wenig darauf hin, dass sich der serbische Nationalspieler innerhalb kürzester Zeit zu einem der begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt entwickeln würde.

In Belgrad hatte Vlahovic zwar sämtliche Jugendabteilungen durchlaufen und zahlreiche Altersrekorde bei den Profis (jüngster Profi und jüngster Torschütze mit 16, jüngster Spieler im Derby gegen Roter Stern) aufgestellt, in Italien tat er sich zunächst jedoch schwer. In seiner ersten Spielzeit blieb er torlos (zehn Einsätze). Anschließend traf er in 30-Ligaspielen sechsmal, ehe vergangene Saison die Leistungsexplosion folgte. Vlahovic benötigte in diesem Kalenderjahr 125,92 Minuten pro Ligator - damit ist er effektiver als beispielsweise Cristiano Ronaldo (126,48).

"Der Verein befand sich in einer schwierigen Phase, hatte eine langsame Offensive und kaum Ideen", begründet Dusi die Anlaufschwierigkeiten. Vlahovic, der unter anderem Zlatan Ibrahimovic zu seinen Vorbildern zählt, habe in den Jugendteams vor allem aufgrund seiner Physis herausgeragt, "auf Profilevel musste er zunächst einige technische Defizite überwinden."

Gesagt, getan. Vor allem einer darf sich zumindest zum Teil als weiterer Urheber des Erfolgs fühlen. "Cesare Prandelli [November 2020 bis März 2021 Florenz-Trainer, Anm. d. Red.] vertraute ihm mehr als alle anderen", erklärt Dusi: "Er war sozusagen der Mann hinter seiner Leistungsexplosion."

Belohnt wurde diese auch auf Nationalmannschaftsebene. Im Oktober vergangenen Jahres feierte Vlahovic sein Länderspieldebüt. Nach 14 Spielen stehen bereits sieben Tore zu Buche. Die Krönung folgte vor wenigen Tagen, als sich Serbien dank des Last-Minute-Sieges gegen Portugal direkt für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar qualifizierte.

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