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Fussball

237. Merseyside-Derby: Jürgen Klopp schwärmt - allerdings vom Gegner

SID
Jürgen Klopp trifft mit dem FC Liverpool auf den Stadtrivalen FC Everton.

Der Nachbar wird frech: Nach dem peinlichen 2:7 gegen Aston Villa geht Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool als Herausforderer ins Stadtderby bei Tabellenführer FC Everton.

Jürgen Klopp schwärmt. Vom "perfekten" Transfersommer. Von einem Mittelstürmer, der "alles" habe. Von einem "Top-Team" mit einem "Top-Trainer". Das Problem ist nur: Er spricht nicht über sich und seinen FC Liverpool, sondern von Stadtrivale FC Everton. Und, noch schlimmer: Der Spitzenreiter der Premier League um Coach Carlo Ancelotti ist am Samstag (13.30 Uhr) Klopps Gegner.

Blau gegen Rot - das Merseyside-Derby elektrisiert auch vor seiner 237. Ausgabe die Stadt. Und Klopp. "Wir alle wissen um die Bedeutung für unsere Leute - und das ist doch der Hauptgrund, warum wir überhaupt Fußball spielen", sagt er. Doch genau genommen kommt das Spiel für seine Roten zur Unzeit.

Der Meister trägt noch immer schwer an der peinlichen 2:7-Klatsche bei Aston Villa, Klopps höchster Niederlage in 854 Profispielen. Der Erfolgscoach berichtete jetzt, wie er sich am Morgen danach in einer "langen, langen Textnachricht" an seine Stars den Frust von der Seele schrieb: "Danach ging es mir besser, weil es raus war." Ob es auch auf dem Platz hilft?

Everton ist das Überraschungsteam der Saison, gewann alle sieben Pflichtspiele - nur 1894/95 gab es eine bessere Serie (acht Siege). Klopp verweist zurecht auf die Top-Verpflichtungen mit dem Ex-Münchner James, Allan und Abdoulaye Doucoure. Am "Deadline Day" kam für schlanke 27,5 Millionen Euro noch U21-Nationalspieler Ben Godfrey aus Norwich dazu. "Sie haben genau die Spieler gefunden, die sie brauchten, um ein gutes Team noch zu verbessern", meint Klopp.

Neben James sticht der englische Neu-Nationalspieler Dominic Calvert-Lewin (23) heraus, der bereits neun Tore erzielt und auch bei seinem Debüt für England getroffen hat. Sein Klubkollege Richarlison vergleicht ihn angesichts seiner Sprungkraft und Kopfballstärke mit Cristiano Ronaldo, Ancelotti fühlt sich an den früheren italienischen Stürmer-Schlawiner Filippo Inzaghi erinnert.

"Er hat alles, was ein Top-Angreifer braucht", schwärmt auch Klopp: "Größe, Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Hingabe, starke Technik, stark in der Luft, Beidfüßigkeit." Überhaupt sieht er in Everton, in der vergangenen Saison noch 50 (!) Punkte hinter dem Meister zurück, den "nächsten ernstzunehmenden Herausforderer".

Dabei trennen Rot und Blau seit Jahren Welten, obwohl die Stadien Anfield Road und Goodison Park nur 1,4 Kilometer voneinander entfernt liegen. Mehr als Platz fünf war für die Toffees in den vergangenen 15 Jahren nicht drin, ihr bislang letzter Derby-Sieg liegt genau zehn Jahre zurück (2:0 am 17. Oktober 2010).

Und so günstig, wie die Gelegenheit scheint, ist sie wohl nicht: Klopp kann anders als in Birmingham wieder auf Kapitän Jordan Henderson, seinen neuen Mittelfeld-Maestro Thiago und Top-Stürmer Sadio Mane zurückgreifen. "Es wird ein sehr interessantes Spiel", sagt er.

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