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Fussball

WM-Playoffs gegen Portugal: Warum Nordmazedonien in sechs Jahre alten Trikots spielt

Von Celine Chorus
Nordmazedonien spielt gegen Portugal in sechs Jahre alten Trikots.

Nordmazedonien steht in der WM-Qualifikation vor seinem größten Erfolg. Helfen soll dabei ein Trikot, das die Spieler schon sechs Jahre begleitet.

Wenn die Spieler Nordmazedoniens am Dienstag den Rasen des Estadio do Dragao betreten und dort im Finale der WM-Playoffs gegen Portugal die nächste Fußball-Sternstunde ihres Landes abliefern wollen, ruhen ihre Hoffnungen auch auf einem Stück Stoff.

Die besonderen Trikots der Nordmazedonier liefern das gute Omen, das am Ende in Tickets für die Endrunde in Katar münden soll.

Es sind Trikots in jenem Design, das ihnen schon im November 2020, als man sich erstmals für eine EM-Endrunde qualifizierte, Glück brachte. Das allein hat aber nicht dafür gesorgt, dass Nordmazedonien seit sechs Jahren in dem gleichen Stück Stoff spielt. Vielmehr war es die allgemeine Entrüstung über das ursprünglich für die EM 2021 geplante Trikot.

Sogar der damalige Kapitän Goran Pandev, an den man sich in Deutschland nach dem blamablen 1:2 in der WM-Qualifikation im vergangenen März schmerzlich erinnert, beschwerte sich über das Trikot des deutschen Ausrüsters Jako. Grund für die Kritik: Der Stoff habe einen dunkleren Rotton als üblich - und entspräche dadurch eher den Nationalfarben Portugals.

Nach einer Online-Petition, die mehr als 16.000 Unterstützer gefunden hatte, entschuldigte sich Muamed Sejdini, der Präsident des nordmazedonischen Fußballverbandes, und versprach, dass sein Land bei der EM-Endrunde in den alten Trikots antreten werde.

Viel Aufregung um Nordmazedoniens Heimtrikot

Dass sich die Trikots dann vor dem ersten Spieltag der EM auch noch zu einem Politikum entwickelten, hatte diesmal jedoch nichts mit den Nationalfarben Nordmazedoniens zu tun: Stattdessen schäumten griechische Politiker wegen eines fehlenden "N" auf den Trikots vor Wut.

So stand darauf wie gewohnt die Abkürzung des nationalen Fußballverbandes "Fudbalska Federacija na Makedonija". Dieser hatte sich, anders als die Republik, nach dem jahrelangen Streit mit Griechenland nicht umbenannt.

In einem Brief bat Außenminister Nikos Dendias seinen nordmazedonischen Amtskollegen, "NM" für Nordmazedonien oder "RNM" für Republik Nordmazedonien als Akronym zu verwenden und auch den Verbandsnamen zu ändern.

Als unabhängige Organisation, die als solche kein staatliches Geld erhält, entgegnete Außenminister Bujar Osmani, würde dieser jedoch nicht der Prespa-Vereinbarung widersprechen, die 2018 den Streit beendete. So kamen die Trikots trotz des Streits mit dem Nachbarland zum Einsatz - und begleiteten Nordmazedonien bis in die laufende WM-Qualifikation.

WM-Playoffs: Nordmazedonien kegelte Italien raus

Dort warf das kleine Land mit 2,1 Millionen Einwohnern in der vergangenen Woche sensationell Europameister Italien aus den europäischen Playoffs geworfen. Das 1:0 in Palermo sei "nicht mit Worten zu beschreiben", so Nationalspieler Darko Churlinov: "Es war ein wahnsinniges Gefühl, gegen den Europameister zu gewinnen."

Nach der EM-Teilnahme könnte sich Nordmazedonien im Finale gegen Portugal somit erstmals auch für eine WM-Endrunde qualifizieren: "Hoffentlich ist es wieder so ein Tag, an dem man sagen kann, da haben wir Geschichte geschrieben", sagt Churlinov: "Das wäre ein Moment, der das ganze Leben bleibt."

Und in dem Falle dürfte wohl auch das Trikot bleiben - mindestens bis zur WM-Endrunde.

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