Fussball

Ex-Funktionär vom AC Milan erhebt Vorwürfe gegen Franz Beckenbauer

Von SPOX
Ein Ex-Milan-Funktionär erhebt schwere Vorwürfe gegen Franz Beckenbauer.

Knapp 30 Jahre nach dem Aufeinandertreffen zwischen Olympique Marseille und der AC Milan im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister 1991 erhebt ein Ex-Funktionär der Italiener Vorwürfe gegen Franz Beckenbauer. Der war damals Technischer Direktor bei Olympique.

"Niemand hatte je den Mut zu enthüllen, was damals wirklich passiert ist", erinnert sich Paolo Taveggia, von 1986 bis 1993 Generaldirektor der Rossoneri, in einem Interview mit dem Portal MilanNews an das Skandalspiel in Frankreich zurück. Im Hinspiel hatten sich beide Teams noch 1:1-Unentschieden getrennt.

"Ein paar Tage vor dem [Rückspiel] hat mich Uli Hoeneß angerufen, wir haben uns gut verstanden. Er sagte mir, dass Beckenbauer für Milan in Frankreich etwas Fieses plante, womöglich gar etwas mit dem Essen, das für die Spieler im Hotel ausgegeben wurde."

Taveggia hätte deswegen kurzfristig umgebucht. Auch beim Abschlusstraining hätte es verdächtige Vorkommnisse gegeben, die Tore im Stade Vélodrome seien verschlossen gewesen, Bälle kaum auffindbar. Zudem sei das Flutlicht, welches kurz vor dem Abpfiff der Partie ausfiel, "absichtlich abgeschaltet" worden.

Taveggia über Rückspiel in Marseille: Team wollte Spiel fortsetzen

Beim Stand von 1:0 für Marseille kam es im Rückspiel schließlich zum Eklat: Zweimal stürmten Fotografen und Balljungen vor Abpfiff aufs Feld, woraufhin die Milan-Spieler geschlossen das Feld verließen. Da diese auch nach Aufforderung von Schiedsrichter Bo Karlsson nicht wieder auf den Platz zurückkehrten, wurde das Spiel abgebrochen und am grünen Tisch mit 3:0 für Marseille gewertet.

Laut Taveggia spielten sich Ereignisse jedoch anders ab. Sein Team hätte das Spiel eigentlich fortsetzen hätte wollen, sei aber zum Zeitpunkt der möglichen Wiederaufnhame aber schon "in der Umkleide" gewesen. Danach "war es zu spät zurückzukehren."

Der später gesperrte, damalige Geschäftsführer der Mailänder, Adriano Galliani hatte die Geschichte bei der Pressekonferenz unmittelbar nach der Partie auch anders geschildert: "Ich fand, dass nicht genug Licht war und die Spieler hatten mir gesagt, dass sie nicht mehr in der richtigen Stimmung wären um weiterzumachen", wurde er damals zitiert.

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