Fussball

Ex-UEFA-Präsident Platini: "Videobeweis garantiert keinerlei Gerechtigkeit"

SID
Michel Platini ist ein Gegner des Videobeweises.

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini sieht den Videobeweis als Gefahr für den Fußball. "Ein Match kann nicht vom Videoassistenten entschieden werden", sagte der Franzose im Interview mit der italienischen Sporttageszeitung Corriere dello Sport.

"Fußball ist ein Sport, in dem Kontakt wichtig ist. Es gibt Situationen, die normal sind, wenn sie jedoch durch die Technologie betrachtet werden, können sie falsch interpretiert werden. Die Schiedsrichter-Chirurgie, der Fußball der Zentimeter sind unannehmbar."

Platini über VAR: "Tötet die Freude über ein Tor"

Als Präsident der UEFA hatte sich der frühere Weltklassespieler stets gegen technische Hilfsmittel ausgesprochen und stattdessen im Europapokal und bei EM-Turnieren Torrichter eingeführt. "Der Videobeweis tötet auch die Freude über ein Tor, er zwingt die Fußballer, einen Treffer nach fünf Monaten zu feiern. Für fairen Fußball braucht man nicht den Videobeweis, sondern einen guten Schiedsrichter", meinte der 64-Jährige.

Nicht nur in der Bundesliga, auch in Italien oder England gibt es heftige Diskussionen um den VAR. "Auch in Spanien und in Deutschland ist es zu Chaos gekommen, vor allem im ersten Jahr, in dem der Videobeweis eingesetzt wurde", sagte Platini: "Dieser löst nicht die Probleme, er verschiebt sie und garantiert keinerlei Gerechtigkeit."

Platini war von 2007 bis 2015 UEFA-Boss und sollte beim Weltverband FIFA auf den Ex-Präsidenten Joseph S. Blatter folgen. Eine dubiose Zahlung in Höhe von umgerechnet 1,8 Millionen Euro von Blatter an Platini brachte ihm eine Sperre von vier Jahren durch die FIFA-Ethikkommission ein.

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