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Fussball

Der Kür so nah

Mario Mandzukic (u.) erzielte per Flugkopfball das zwischenzeitliche 2:0 für die Bayern
© getty

Der FC Bayern ist nur noch ein Sieg vom fünften Titel in diesem Jahr entfernt. Wer die Münchener beim 3:0 (2:0) gegen Guangzhou Evergrande gesehen hat, darf kaum daran zweifeln, dass ihnen auch der krönende Abschluss noch gelingt.

Am Ende waren sie froh, dass der Schiedsrichter abpfiff. Die Spieler des FC Bayern München, weil es auf Dauer dann auch irgendwann eintönig wurde, ständig gegen eine chinesische Mauer zu spielen.

Die Spieler von Guangzhou Evergrande, weil es dann auch irgendwann eintönig wurde, gegen ständig anrennende Münchener zu verteidigen. Nur der Schiedsrichter selbst war wohl etwas traurig, dass er mit seiner Spraydose den Rasen nicht mehr unsicher machen durfte.

Die FIFA hat bei der Klub-WM den Feldversuch der neuartigen Freistoß-Spraydosen gestartet: Pfeift der Unparteiische einen Freistoß, packt er seine Dose aus und sprüht in 9,15 Meter-Entfernung die Linie für die Mauer. Dass dabei der Spielfluss unterbrochen wird, war zumindest Bakary Gassama aus Gambia ziemlich egal. Er sprühte munter drauf los.

Genauso munter spielten die Bayern ihren Fußball. "Der Ballbesitz war heute viel besser", lobte Trainer Pep Guardiola seine Truppe. "Wir haben seriös gespielt", hob Ribery hervor, der die Führung nach 40 Minuten erzielte.

"Haben uns mit dem Gegner auseinandergesetzt"

In der Tat: Waren die meisten Spieler vor der Anreise nach Marokko noch gänzlich ahnungslos, mit wem man es in Agadir zu tun haben wird, war ihr Kenntnisstand vor Ort schon deutlich besser: "Wir haben uns mit dem Gegner auseinandergesetzt", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Die Bayern wussten, wo die Stärken Evergrandes liegen, aber auch wie man ihnen wehtun konnte - diese Schwächen nutzen sie aus. Auch die sichere 3:0-Führung direkt nach der Pause ließ die Bayern nicht müde werden, um hilflosen, aber tapfere Chinesen zu attackieren.

Pep: "Es ist nicht einfach"

Guangzhou Evergrande, immerhin dekoriert mit Asiens Champions-League-Titel, mit Welt-Trainer Marcello Lippi, mit guten Spielern wie Concha, Muriqui und 13 chinesischen Nationalspielern, wollte - so schien es - den Ball in der zweiten Hälfte gar nicht mehr haben.

Wer den Ball nicht hat, kann ihn nicht verlieren, hieß die Devise. Den Ball hatten die Bayern - bis zu 75 Prozent, gefühlt waren es 90. "Es wirkt einfach, es ist aber nicht einfach", sagt Guardiola.

Im Finale, ob es nun gegen Raja Casablanca oder Atletico Mineiro geht, werden die Bayern wohl deutlich mehr gefordert werden.

Unabhängig vom Gegner sind die Münchener Favorit auf den Turniersieg. "Wir werden auch im Finale auf den Gegner vorbereitet sein", sagt Lahm. Es klingt wie eine Drohung.

Die logische Folge

Die Klub-WM wird auch nach Samstag nicht den Stellenwert der Champions League haben und dennoch wäre der Turniersieg die Kür einer tollen Saison.

Der FC Bayern hätte 2013 fünf Titel geholt - und die Klub-WM wäre die logische Folge aus dem Ganzen: "Um dieses Turnier zu spielen muss man viele Spiele gewinnen, man muss vor allem die Champions League gewinnen. Hier reichen zwei Siege", sagt Guardiola.

"Dieses Turnier ist etwas Besonderes, wir wollten unbedingt ins Finale. Jetzt wollen wir den Titel einfahren. Das ist unsere Aufgabe. Dann können wir beruhigt in die Winterpause gehen", sagt Lahm. Nur Gassama wird traurig sein: Für ihn ist das Turnier beendet. Keine Spraydose mehr.

Ghangzhou - FC Bayern: Die Statistik zum Spiel

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