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Fussball

Knast-Party und ehrbare Ganoven

Von SPOX
Napolis Tifosi sind ein Völkchen von einem ganz besonderen Schlag
© Getty

Premier League

Von Raphael Honigstein

Spiel des Spieltags: Arsenals 0:1-Pokal-Heimniederlage gegen die Blackburn Rovers war aus Sicht der Gunners eine Peinlichkeit sondergleichen. Arsene Wenger hatte noch nie zuvor zu Hause gegen einen unterklassigen Gegner verloren. Und dann wurde man ausgerechnet von den Rovers, dem Chaos-Klub der indischen Geflügelmagnaten Venky's, ausgeknockt. Volkes Seele im Emirates kochte: Schon wieder kein Pokal in diesem Jahr - außer man gewänne die Champions League.

Wenger erwartet eine "starke Reaktion" im Spiel gegen die Bayern, hat aber ein bisschen was von seinem ewigen Optimismus eingebüßt. Ob Bayern jetzt Favorit sei, wurde er gefragt. Wenger: "Das waren sie schon vorher."

Mann des Spieltags: An der Stamford Bridge herrschte ausnahmsweise mal keine Revoluzzer-Stimmung, das 4:0 gegen Drittligist Brentford, den Klub von Uwe Rösler, stimmte die Blauen versöhnlich. John Terry traf und durfte hinterher Boulevard-Geschichten über einen Streit zwischen ihm und Rafael Benitez als "faulen Journalismus" abkanzeln.

Frank Lampard machte vor den Augen von Roman Abramowitsch auch ein Tor - sein insgesamt 26. in einem FA-Pokalspiel (Vereinsrekord) und 199. für Chelsea. Damit braucht er nur noch drei Tore, um mit Legende Bobby Tambling aufzuschließen. Berichte über ein neues Vertragsangebot für Lamps sind allerdings auch fauler Journalismus. Es gab bisher keines. Abramowitsch, so heißt es, nimmt dem Mittelfeldmann übel, dass er vor einem Jahr einer der Rädelsführer im Kabinenaufstand gegen Andre Villas-Boas war.

Sonst noch?: Seit der Causa Lewandowski wissen wir: die Küchenschabe lebt in der Gerüchteküche (frei nach Karl-Heinz Rummenigge). In England wähnt Roberto Mancini sein Team dagegen in der Suppenküche. "Dieser Sieg kann unser 'brodino' für die Titeljagd sein", sagte Mancini nach dem 4:0 über Zweitligist Leeds United. Der Man-City-Trainer übersetzte "brodino" für die englischen Journalisten mit "Suppenstarter", das schöne deutsche Wort "Brühe" hätte noch besser gepasst. Bei zwölf Punkten Rückstand auf ManUtd kann man aber davon ausgehen, dass es Alex Ferguson schnurzegal ist, welches Süppchen der Italiener da bei den Hellblauen kocht.

Bei Drittligist Oldham Athletic sind die kulinarischen Möglichkeiten etwas anders. Journalisten bekamen vor dem 2:2 gegen Everton einen Gutschein für einen Kaffee und einen Schokoladenriegel, allerdings gab es keine freie Auswahl: der Bon war nur für "Double Decker" (Cadbury) gültig, nicht aber für die etwas teuerere Variante "Mars Duo". Tja, Oldham muss sparen, wo es kann. Das betrifft auch die Spieler. "Bitte keine Trikots tauschen, der Satz für die erste Mannschaft ist schon knapp", stand auf einem Plakat, das in der Kabine hing. Die "Latics"-Kicker machten es nach dem Schlusspfiff trotzdem.

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