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Fussball

Holland lacht über die "Trottel in Gelb"

SID
Lange Gesichter nach dem 0:10 bei FeyenoordsTrainer Mario Been
© sid

Am Tag nach der höchsten Niederlage der Vereinsgeschichte überschütteten die niederländischen Medien die Profis von Feyenoord Rotterdam mit Häme. Trotzdem bleibt Trainer Mario Been im Amt.

Ganz Holland lacht über die "Trottel in Gelb", selbst Louis van Gaal machte das Feyenoord-Debakel fassungslos. "Das ist schlecht für den holländischen Fußball, wenn einem so großen Team so etwas passiert", sagte der Trainer des FC Bayern am Tag nach der schier unglaublichen 0:10-Pleite des 14-maligen niederländischen Meisters aus Rotterdam bei Spitzenreiter PSV Eindhoven.

"Einfältig, traurig und skandalös" schrieb die niederländische Tageszeitung "de Volkskrant", und auch "AD" drückte sich am Tag nach der historischen Niederlage drastisch aus: "PSV schlachtet Feyenoord".

Reichlich Redebedarf

Es gab reichlich Redebedarf im überfüllten Pressesaal des Stadions "De Kuip", als der ehemalige niederländische Spitzenklub am Montag zu einer eilig einberufenen PK bat und die Verantwortlichen Stellung bezogen.

"Was in Eindhoven passiert ist, darf und kann eigentlich nicht passieren", sagte Sportdirektor Leo Beenhakker und nahm gleichzeitig Trainer Mario Been in Schutz: "Wir wechseln niemanden aus. Heute morgen haben wir alle bei einer gemütlichen Tasse Kaffee mit Mario Been zusammengesessen und ihm unser Vertrauen ausgesprochen."

Been selbst stellte sich den Journalisten nicht, stattdessen sprach Beenhakker Klartext: "Er muss sich auf das Heimspiel gegen Venlo konzentrieren. Das beste Heilmittel, um so eine Niederlage zurechtzurücken, ist oft das nächste Spiel", sagte der ehemalige Feyenoord-Coach, machte dabei aber deutlich, dass der Trainer "keine Schweigepflicht" habe.

"Ich schäme mich, es tut weh"

Unmittelbar nach dem Fiasko hatte Been den Reportern noch Rede und Antwort gestanden. "Es ist eine Schande, dass man mit 0:10 vom Platz geht. Ich schäme mich, es tut weh", sagte der 46-Jährige, der den Spielern noch am Sonntag die Vertrauensfragen stellte. Das Team hielt zum Coach.

Die Chance, dem Trainer den Rücken zu stärken, haben die Profis schon am Mittwoch gegen VVV Venlo. Nichts anderes als ein Abstiegsduell hat Rotterdam vor der Brust, wenn es zum Duell zwischen dem 15. und 17. der Tabelle kommt. Ganze acht Punkte bei 12:24 Toren hat der frühere Weltpokalsieger Feyenoord nach zehn Spieltagen auf dem Konto.

Auch im Haus von Louis van Gaal schlug das Desaster hohe Wellen. "Willst Du das noch sehen?", fragte der Bayern-Trainer seine mit Feyenoord fiebernde Frau Truus beim Stand von 0:6 und durfte daraufhin zum Spiel Dortmund - Hoffenheim umschalten. Die Trauer habe sich allerdings in Grenzen gehalten. "Schließlich spiele ich ja auch noch eine Rolle bei meiner Frau", so van Gaal am Montag.

Trainer Mario Been darf bleiben

Trotz der beschämenden Vorstellung in Eindhoven stehen neben der Vereinsführung auch die Fans weiter hinter dem Coach. "Es ist keine Lösung, den populären Trainer Been wegzuschicken. Wir müssen am Mittwoch Venlo besiegen", sagt Eric van Dorp, Vorsitzender des offiziellen Feyenoord-Fanklubs.

Bei aller Rückendeckung für Been stellte Beenhakker aber auch klar, dass der Klub derzeit gar keine Möglichkeit hat, personelle Konsequenzen zu ziehen. "Wir sind finanziell überhaupt nicht in der Lage, neue Spieler oder einen Trainer zu kaufen."

Feyenoord hat knapp 40 Millionen Euro Schulden und ist auf der Suche nach neuen Investoren und Spendern. Um die Kosten zu senken, wurde unter anderem bereits Denny Landzaat an Twente Enschede verkauft.

PSV Eindhoven blamiert Feyenoord

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