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Fussball

Einwurf-Monster sorgt für Panik

SID
Rory Delap verbreitet mit seinen Einwürfen in der Premier League Angst und Schrecken
© Getty

Sinisa Mihajlovic erklärt, dass arbeitslose Trainer nur Scheiß zu tun haben, in England sorgt Rory Delap weiterhin für Angst und Schrecken, Samuel Eto'o trägt sich in Barcas Geschichtsbücher ein und Lilian Thurams Cousin bringt Auxerre zur Verzweiflung. Das und noch viel mehr in den Blitzlichtern aus Europa - die topaktuellsten Geheimnisse des Wochenendes, zusammengetragen von unseren Korrespondenten vor Ort.

Serie A

von Oliver Birkner

Roma heißt noch immer Totti: Sechs Spiele in Serie ohne Niederlage, der AS Rom darf seinem Kapitän wirklich die Hände schütteln. Francesco Totti brachte die Roma zu einem 1:0-Erfolg gegen Florenz, sein vierter Treffer in den letzten fünf Partien. Selbst der Gegner zog eine positive Bilanz aus dem Duell. "Wenn wir so weiter spielen, gewinnen wir bald auch auswärts", sagte Fiorentina-Coach Cesare Prandelli. Darauf warten seineTifosi seit Wochen.

Was machen arbeitslose Trainer?: Sinisa Mihajlovic galt als einer der fiesesten Verteidiger Europas. Danach machte er sich einen Namen als Co-Trainer von Inters Meistermannschaft unter Roberto Mancini. Als der entlassen wurde, gab sich auch Mihajlovic der Dolce Vita hin. Seit einigen Wochen ist er nun wieder im Geschäft und trainiert Aufsteiger Bologna. Im ersten Trainer-Profi-Job gelangt er zu Resultaten, die ihm zu Spielerzeiten nicht unbedingt gefielen - Bologna erreichte unter ihm zum vierten Mal in Folge nur ein 1:1. "So kann es nicht weitergehen", sagte Mihajlovic. "Das Team hat mich bislang wohl noch nicht kennengelernt. Ich will Männer, der Rest kann zu Hause bleiben." Ob sein Mentor Mancini weiterhelfen könnte?  In der Kabine sicher nicht. Auf die Frage, was der ehemalige erste Trainer derzeit mache, sagte Mihajlovic: "Er sitzt auf der Tribüne und schaut Bologna zu, weil er ja sonst nur Scheiß zu tun hat."

Der ewige Alex: Er vibriert wie eine Duracell - Alessandro Del Piero erzielte am Samstag beim 4:0 gegen Reggina sein 250. Karriere-Tor für Juventus Turin, und das ist wieder einmal Rekord beim Rekordmeister der Serie A. Viele Kritiker erklärten den 34-Jährigen vor der Saison zum Recycle-Schrott der Serie A. Dankeschön, auf Wiedersehen. Man mag ihn oder nicht, selbst Santa Claus kommt in diesem Jahr an Del Piero nicht vorbei.

Der 13. Spieltag der Serie A im Überblick


Premier League

von Raphael Honigstein

Why oh why?: Cristiano Ronaldos Handspiel im Derby gegen City gab am Sonntag große Rätsel auf. Der nach eigener Aussage gerade völlig verdient zu Europas Fußballer des Jahres gekürte Portugiese wollte im City of Manchester Stadium einen Pfiff gehört haben; sein Trainer Alex Ferguson sprach von einem Schubser gegen ihn und Ronaldos Bestreben, sein Gesicht vor dem Ball zu schützen. Naja. Da der bescheidenste Fußballer der Welt andererseits ja nicht versucht hatte, den Ball a la Maradona in Richtung Tor zu befördern, lag wohl ein regeltechnischer Sonderfall vor: absichtliches Handspiel ohne Absicht. Howard Webb hätte ein Auge zudrücken können.

Alles, nur kein Delap-Einwurf: Unsere Freunde von Hull CIty lassen sich jede Woche etwas Neues einfallen. Gegen Stoke City und Rory Delap, das menschliche Katapult an der Seitenlinie, schickte Hull-Trainer Phil Brown Ersatzspieler Dean Windass als Störer zum Aufwärmen in unmittelbare Nähe des einwerfenden Delap. Der Schiedsrichter zeigte Windass dafür Gelb. Schon zuvor hatte Tigers-Torwart Boaz Myhill nach einem Rückpass den Ball nicht ins Seitenaus, sondern freiwillig hinter die Torauslinie (!) geschlagen - eine Ecke sah er als das kleinere Übel. Delaps Hammer-Einwürfe im Video

Credit Crunch Chelsea: Die Meldung, Roman Abramowitsch wäre bereit, den Klub für einen Pfund zu verkaufen, gab es in ähnlicher Form schon vor zwei Jahren; lange bevor irgendjemand etwas mit dem Wort Kreditkrise anfangen konnte. Man kann das getrost als vorweihnachtliche Ente abhaken. Noch hat der Russe die eine oder andere Milliarde übrig. Gespart werden soll aber an der Stamford Bridge trotzdem. Das Scouting-System wurde bereits general-überholt, es wird noch mehr Entlassungen geben. Wie der "Observer" berichte, denkt Chelsea sogar nach, die Spieler zukünftig für das Mittagessen auf dem Trainingsgelände zahlen zu lassen. Ob fünf Pfund für Hühnerbrust mit Pasta wirklich den Unterschied machen?

Tabellenrechner zur Premier League: Jetzt die Saison durchtippen!

 

Primera Division

von Paula Villamarin Temperan

Adios dinero: Es hätte schön werden können: 150. Spiel für Sergio Ramos, 500. Spiel für Guti und nur noch zwei Siege, um die von Präsident Ramon Calderon versprochene Prämie (120.000 Euro) abzukassieren. Aber Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich. Das dachten wohl auch die Spieler von Real Madrid als sie bei Getafe nach einer katastrophalen Leistung mit 1:3 untergingen. Und als ob das Ergebnis allein nicht schon schlimm genug wäre, haben sich drei Spieler am Samstag verletzt: mit Sneijder, Torres und Pepe hat sich das königliche Lazarett auf zehn Spieler erweitert. Doch Bernd Schuster sieht's wie immer gelassen. Der Deutsche verkündete, dass ihn die Niederlage nicht überraschte. "Ich habe sie kommen sehen und sie hätte noch viel höher ausfallen müssen."

Fiesta catalan: Feiertag für den FC Barcelona: Die Katalanen feierten am Samstag ihren 109. Geburtstag und schenkten sich dabei einen klaren 3:0-Erfolg beim FC Sevilla. Und wieder trafen Samuel Eto'o und Lionel Messi (2). Der Kameruner hat sich damit in die Top Ten der ewigen Barca-Torschützenliste geballert. 111 Mal hat es der Kameruner schon klingeln lassen - allein 14 Mal in dieser Saison. Basora (112) und Stoitschkow (117) wird er bald überholen. Allerdings nicht nächste Woche, da fehlt er Gelb-gesperrt. Aber auch daran konnte sich Eto'o erfreuen, denn lieber gegen Valencia pausieren, als eine Woche später im clasico gegen Real.

Tintin muss gehen: Espanyol ist nicht nur auf Tabellenplatz 17 abgerutscht, sondern auch gleich seinen Trainer los. Und Schuld sind unsere Freunde aus Gijon. Wobei sie eigentlich nicht wirklich viel tun mussten, um das Spiel auf dem Montjuic zu gewinnen. Sporting beherrschte sicher die erste Halbzeit und Carmelo schoss bereits in der 29. Minute das einzige Tor des Spiels. Es reichte jedoch, um die Katalanen zu verwirren und sie in ängstlicher Zurückhaltung erstarren zu lassen. Noch steht Espanyol zwar über dem Strich, aber eine Krisensitzung direkt im Anschluss des Spiels gab's trotzdem. Und der Beschluss kam noch in der selben Nacht: Bartolomé ''Tintín'' Márquez musste gehen. Er hatte Espanyol in der Saison 2005/06 betreut, wurde dann unter Ernesto Valverde Co, nach dessen Abgang wieder zum Chef und jetzt entlassen..

Der 13. Spieltag der Primera Division im Überblick

 

Ligue 1

von Alexis Menuge

Arme Ligue 1: Nur mickrige elf Tore wurden in neun Partien (das 10. Spiel Nizza-Grenoble wurde aufgrund der schlechter Witterung verschoben) des 16. Spieltags erzielt, das macht im Schnitt 1,2 Tore pro Spiel. Der Saison-Durchschnitt liegt nun bei 2,1 Tore pro Partie, weit entfernt von der Bundesliga: 3,08 Tore pro Spiel! Kein Wunder, dass immer weniger Zuschauer in die Stadien kommen (Schnitt: 22.000, die Hälfte vom Bundesliga-Schnitt). Ein Armutszeugnis für den französischen Fußball.

Thuram steht für Qualität: Punkt eins führt direkt zu Punkt zwei. Dadurch, dass so wenig Tore fielen, ist der Mann des Wochenendes ein Torwart: Yoann Thuram, Keeper Nummer drei beim AS Monaco. Thuram? Ja, schon richtig! Yoann ist der Cousin von Frankreichs Rekordnationalspieler Lilian Thuram. Und für sein allererstes Liga-Spiel hielt er richtig gut und hatte großen Anteil am 1:0-Sieg in Auxerre. Dank seiner starken Leistung ist Monaco auf dem Weg zu alten Stärken: Mit vier Siegen in den letzten sechs Partien und sein zweiter Dreier in Folge auf fremden Boden sind die Monegassen sicherlich auf einem guten Weg.

Höhenflug von Rennes: Die Mannschaft der Stunde heißt Stade Rennes: Das Team aus der Bretagne ist nach seinem 1:0-Heimsieg gegen Paris-Saint-Germain völlig überraschend auf Platz zwei gelandet, fünf Zähler hinter Spitzenreiter Olympique Lyon. Und das zum ersten Mal seit 37 Jahren!  Die Mannschaft von Trainer Guy Lacombe ist seit dem 2. Spieltag ungeschlagen und die einzige in der Ligue 1 mit nur einer einzigen Niederlage. Gegen PSG war es auch für Lacombe eine schöne Revanche, knapp zwei Jahre nach seiner Entlassung in der Hautstadt.

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