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Fussball

Kommentar zum Europa-League-Finale: Gut, dass RB Leipzig an Glasgow scheiterte

Von Johannes Ohr
Kevin Kampl vergräbt nach dem Halbfinal-Aus gegen die Glasgow Rangers sein Gesicht

Eintracht Frankfurt und die Glasgow Rangers stehen im Endspiel der Europa League. Ist es nicht schade, dass RB Leipzig das deutsche Finale verpasst hat? Mitnichten! Dass sich die Schotten gegen Leipzig durchgesetzt haben, beschert allen Zuschauern ein würdiges Finale. Ein Kommentar.

Domenico Tedesco zeigte sich tief beeindruckt. "Herzlichen Glückwunsch zu diesem Stadion und zu dieser Kulisse. Das war elektrisierend und das Beste, was ich bislang in einem Stadion erleben durfte", sagte Leipzigs Trainer nach der 1:3-Niederlage seiner Mannschaft in den Katakomben des Ibrox Stadiums.

Und in der Tat: Was die Fans der Glasgow Rangers (Betonung auf: Fans der Glasgow Rangers) an diesem Abend abrissen, wurde in der aktuellen Europa League-Saison nur noch von einem Verein getoppt: Eintracht Frankfurt.

Dass beide Vereine und damit beide Fanlager am 18. Mai zum Finale nach Sevilla reisen, treibt jedem Fußballfan jetzt schon ein Grinsen ins Gesicht. Eintracht Frankfurt gegen Glasgow Rangers, das klingt nicht nur den Klubnamen nach einem absolut würdigem Europa-League-Finale. Beide Klubs haben sich während der gesamten Kampagne die Finalteilnahme verdient, sie werden dem Endspiel in Sevilla einen würdigen Charakter verleihen. Beide Fanlager sowieso.

Glasgow Rangers: Jeder Zweikampf wie ein Tor des Monats

Beispiel Glasgow: Im Ibrox Stadium herrschte am Donnerstag schon vor Spielbeginn eine so ohrenbetäubender Lautstärke, dass man sein eigenes Wort kaum verstand. Jeder Zweikampf, jeder Ball, der ins Aus geschossen wurde, wurde von den Fans bejubelt wie ein Tor des Monats.

Das Stadion vibrierte und die Gier nach dem ersten und bislang einzigen europäischen Titel seit 1972 war bei Fans, Spielern und Trainer Giovanni van Bronckhorst deutlich spürbar. Im Rückspiel gegen RB erinnerten die Fans mit einer Choreo an den Erfolg - Aufschrift: "Die Taten derer, die vor uns waren, sind unsere Inspiration".

Auch im Hinspiel war die Unterstützung riesig: Rund 8.000 Schotten pilgern in der Vorwoche nach Leipzig, nahmen die Stadt für sich ein und produzierten tolle Bilder.

Eintracht Frankfurt: Beim Platzsturm brechen alle Dämme

Beispiel Frankfurt: Die Eintracht ist seit Jahren das deutsche Aushängeschild in der Europa League. In diesem Jahr setzten die Fans der Adlerträger aber nochmal einen drauf. Mit der Invasion des Camp Nou stürzten die Hessen Barca fast schon in eine Sinnkrise. Wie konnte es sein, dass so viele (rund 30.000) weiß gekleidete Frankfurt-Fans ins Stadion gelangen konnten?

Beim Finaleinzug gegen West Ham brachen mit dem Platzsturm dann wieder einmal alle Dämme.

RB Leipzig gibt Karten zurück - "gibt bessere Stimmungen"

Die Rangers haben Bock auf die Europa League, die Frankfurter sowieso. Und die Fans von RB? Eher nicht so. Von den 2.500 Karten im Ibrox, die Leipzig an die eigenen Anhänger hätte verkaufen können, gingen nach Vereinsangaben nur rund 1.000 weg. Unter den wenigen mitgereisten Fans sollte es dann vor dem Spiel zu einem Fanmarsch zum Stadion kommen. Doch der fand dann gar nicht erst statt.

Und selbst wenn wie im Hinspiel die RB-Fans zahlenmäßig in der Überzahl sind, will trotzdem nicht so richtig Partylaune aufkommen. "Es gibt bessere Stimmungen", musste selbst Tedesco nach der Partie eingestehen.

Beim Endspiel in Sevilla muss man sich darüber nun sicherlich keine Gedanken machen. "Wir haben sehr loyale Fans. Ich glaube es spielt keine Rolle, wie lange sie fliegen, laufen, mit dem Fahrrad fahren oder schwimmen müssen. Sie werden uns im Stadion und auch in der Stadt gut präsentieren", sagte van Bronckhorst nach dem Spiel: "Es wird ein Finale werden, das man genießen kann."

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