Fussball

Auf den Kater soll der nächste Rausch folgen

SID
Dem 96-Sieg gegen den SC Sevilla soll am Donnerstag ein erneuter Erfolg in der Europa League folgen
© Getty

Auf Hannover 96 wartet in den nächsten Wochen ein Mammutprogramm: Fünf Spiele in 18 Tagen. Der Ärger über die erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison ist verraucht, die Profis brennen auf den nächsten Festtag.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Spieler noch an Stuttgart denken. Wir müssen dafür sorgen, dass es am Donnerstag ein besonderer Abend wird", sagt Trainer Mirko Slomka von Hannover 96 vor dem Start der Gruppenphase in der Europa League.

Gegen den belgischen Vizemeister Standard Lüttich (18.50 Uhr im LIVE-TICKER) will man das deutliche 0:3 am vergangenen Wochenende beim VfB Stuttgart vergessen machen. Auf den Kater soll der nächste Rausch folgen.

"Denkzettel zur richtigen Zeit"

"Die Niederlage beim VfB war ein Denkzettel zur richtigen Zeit", sagt Mittelfeldspieler Sergio Pinto: "Wir werden eine Reaktion zeigen - sonst haben wir auch gegen Lüttich keine Chance."

In den vergangenen Monaten waren die Niedersachsen von großer Euphorie von Höhepunkt zu Höhepunkt getragen worden. Mit erfrischender Spielweise schaffte man den vierten Platz in der abgelaufenen Bundesligasaison, setzte anschließend erste europäische Glanzlichter gegen den spanischen Spitzenklub FC Sevilla.

Spiel gegen Lüttich erster Scheidepunkt

Das Spiel gegen Standard wird für Hannover nun zu einem ersten Scheidepunkt der Saison. Ein Sieg würde weitere Kräfte für die kommenden Aufgaben freisetzen, bei einer Niederlage droht die Gegenwart in Grautönen zu versinken.

Zumal Slomkas Mannschaft bereits jetzt seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg wartet, und am kommenden Sonntag mit der Partie gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund die nächste schwierige Aufgabe ansteht.

Die derzeitigen Personalprobleme machen die Situation nicht einfacher. In Mohammed Abdellaoue (Adduktorenprobleme) und Christian Schulz (Rückenschmerzen) sind zwei Leistungsträger vor der Partie gegen Lüttich angeschlagen. Christian Pander, potenzieller Schulz-Vertreter auf der linken Abwehrseite, muss aufgrund einer Grippe definitiv passen.

Slomka, der sich vor der Saison bewusst für einen kleinen Kader entschied, bleibt trotz der Sorgen und eines bevorstehenden Mammutprogramms mit fünf Spielen in 18 Tagen gelassen.

"Doppelbelastung ist schöner Stress"

"Die Doppelbelastung macht einen Riesenspaß und ist viel spannender als der Bundesliga-Alltag. Das ist schöner Stress", sagt der Coach und hofft trotzdem, dass ihm seine Spieler am Donnerstag einen entspannten Abend bereiten.

Dabei muss gegen Standard, das in der Champions-League-Qualifikation am FC Zürich scheiterte, aber wieder mehr zusammenpassen als zuletzt. "Lüttich ist ein starker Gegner mit internationaler Erfahrung", warnt Slomka.

Allerdings musste der zehnmalige belgische Meister nach der vergangenen Saison hochkarätige Abgänge verkraften. In Axel Witsel (Benfica Lissabon) und Steven Defour (FC Porto) wanderten die beiden Taktgeber in Mittelfeld in Richtung Portugal ab.

In der heimischen Liga belegt die Mannschaft um den ehemaligen Bremer Bundesligaprofi Jelle van Damme derzeit nur Platz fünf.

"Werden mit jedem Spiel wachsen"

Nach der Auftaktpartie gegen die Belgier geht es für Hannover am zweiten Spieltag zum ukrainischen Vertreter Worskla Poltawa (29. September).

Zum Abschluss der Hinrunde empfangen die Niedersachsen am 20. Oktober den dänischen Meister FC Kopenhagen. "Wir werden alles tun, um die Gruppenphase zu überstehen. Ich denke, wir werden mit jedem Spiel weiter wachsen", sagt Slomka.

Hannover 96 im Steckbrief

 

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