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FC Schalke 04 - FC Bayern München 0:1: FCB müht sich ins DFB-Pokal-Halbfinale - Hopp-Schmähungen bleiben aus

Hansi Flick umarmt Siegtorschütze Kimmich.

Der FC Bayern München ist ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Im Viertelfinale setzte sich die Mannschaft von Trainer Hansi Flick mit 1:0 (1:0) beim FC Schalke 04 durch. Anders als befürchtet gab es dabei keine Schmähungen gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp. Die Schalke-Fans übten mit mehreren Bannern allerdings Kritik am DFB und der eigenen Vereinsführung.

Die Bayern haben damit zum elften Mal in Folge das Halbfinale des Pokalwettbewerbs erreicht und ihren eigenen Rekord damit ausgebaut. Der Titelverteidiger könnte im Halbfinale auf Viertligist Saarbrücken treffen, der sich sensationell im Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf durchsetzte.

FC Schalke 04 - FC Bayern München: Die Stimmen

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München) ....

... über das Spiel: "Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat sehr clever gespielt. Es war nicht einfach, weil Schalke sehr defensiv agiert und die Räume eng gemacht. Wir hatten noch die ein oder andere Chance rausgespielt, aber hundertprozentige waren nicht dabei."

... über die Schalker Taktik: "Das muss man schon verstehen, wenn man sich die vergangenen Spiele anschaut, dass man erst einmal die Defensive verstärken und sich reinbeißen möchte. Wenn sie umschalten, haben sie enorme Geschwindigkeit, aber das haben wir gut weggesteckt."

Manuel Neuer (FC Bayern München) ...

... über die Taktik der Schalker: "Stumpfer Rasen, lange Bälle, hinten reinstellen, das war ihre Taktik. Richtig Fußball zelebrieren konnte man heute auf dem Platz nicht. Wir hatten gute Chancen, über 80 Prozent Ballbesitz und die totale Spielkontrolle. Wir sind verdient eine Runde weiter gekommen."

Joshua Kimmich (FC Bayern München) ...

... über das Tor: "Mich freut es, dass ich mal ein 1:0 gemacht habe und es ein wichtiges Tor war. Letzte Woche habe ich mich beim 6:0 nur eingereiht. Aber wichtig ist, dass wir weitergekommen sind. Durch das Tor in der ersten Halbzeit konnten wir die zweite Hälfte ein bisschen ruhiger angehen."

David Wagner (Trainer FC Schalke 04) ...

... über die Partie: "Wir haben Bayern einen Fight gegeben, aufgrund des Ballbesitzes war es auch ein verdienter Sieg, aber wir haben wenige klare Chancen zugelassen. Wir hatten unsere Momente, die wir leider nicht genutzt haben. Wir haben eine andere Herangehensweise gewählt, die hat ganz gut funktioniert."

... über Markus Schubert: "Wir hatten ein paar Bedenken, weil er nur eine Woche trainiert hat. Ein bisschen Rhythmus tut jedem gut, aber er hat das super gemacht. Wir hatten einige starke individuelle Leistungen in unserer schwierigen Situation, das können wir mitnehmen."

FC Schalke 04 - FC Bayern: Die Analyse

Flick verzichtete in der Startelf überraschend auf Zirkzee, an dessen Stelle Müller als Mittelstürmer auflief. Den krankheitsbedingten Ausfall von Boateng fing er auf, indem er Kimmich ins Abwehrzentrum und Tolisso neu in die Mannschaft beorderte. Müller und Kimmich fehlten somit beide im Mittelfeld. Darunter litt zunächst das vor allem bei den deutlichen Siegen bei Chelsea und Hoffenheim so flüssige und zielstrebige Kombinationsspiel des FC Bayern.

Schalke, mit Schubert statt Nübel im Tor, verteidigte mit einer Fünferkette tief und versuchte nach Ballgewinn schnell nach vorne zu kommen. Die einzige Spitze Burgstaller scheiterte in der 12. Minute zunächst an der Latte und traf in der 20. sogar ins Tor. Der Treffer zählte wegen einer knappen Abseitsstellung jedoch zurecht nicht.

In der Folge münzte der FC Bayern sein von Beginn an bestehendes erhebliches Ballbesitzplus zunehmend in zielstrebige Kombinationen und in letzter Konsequenz auch Torabschlüsse um. Zunächst blieben diese jedoch weitestgehend ungefährlich, ehe Kimmich den Ball in der 40. in Folge einer nur unzureichend geklärten Ecke volley zum 1:0 versenkte. Schalke schaffte es mittlerweile kaum mehr, sich aus dem eigenen Strafraum zu befreien.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an diesem Spielbild nichts: Der FC Bayern drängte auf das 2:0, in der 62. scheiterte etwa Coutinho an der Latte. Ab Mitte der zweiten Halbzeit setzte Schalke zwar immerhin wieder den einen oder anderen gefährlichen Konter - spielte aber keinen davon konsequent zu Ende. Der FC Bayern war dem 2:0 bis zum Abpfiff näher als Schalke dem Ausgleich.

FC Schalke 04 - FC Bayern: Die Aufstellungen

Schalke: Schubert - Kenny, Becker (87., Gregoritsch), Todibo, Nastasic, Oczipka - Matondo (83., Kutucu), McKennie, Schöpf, Boujellab (64., Raman) - Burgstaller. - Trainer: Wagner.

FC Bayern: Neuer - Pavard, Kimmich, Alaba, Davies - Tolisso (85., Zirkzee), Thiago - Gnabry, Goretzka, Coutinho - Müller. - Trainer: Flick.

Die Daten des Spiels FC Schalke 04 - FC Bayern München

  • Tor: 0:1 Kimmich (40.)
  • Burgstaller führte Schalke erstmals in einem Pflichtspiel als Kapitän aufs Feld.
  • Der FC Bayern hat seit dem Finale 2016 gegen Dortmund (0-0 n.V., 4-3 i.E.) in jedem seiner 21 DFB-Pokalspiele getroffen.
  • Bayern hat zum elften Mal in Folge das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht und den eigenen Rekord damit ausgebaut.
  • Schalke blieb im neunten Pflichtspiel in Serie vor dem Seitenwechsel ohne Treffer.

Der Star des Spiels: Joshua Kimmich (FC Bayern)

Mit seiner starken Direktabnahme erzielte er das so wichtige 1:0 für den FC Bayern. In ungewohnter Rolle als Innenverteidiger defensiv stabil und im Aufbauspiel sehr prägend für das Spiel seiner Mannschaft. Verzeichnete überragenden 180 Ballaktionen und brachte 95 Prozent seiner Zuspiele an den Mann. Darunter waren einige sehenswerte Flugbälle in die Spitze.

Der Flop des Spiels: Nassim Boujellab (FC Schalke 04)

Boujellab bereitete in der Anfangsphase zwar eine Chance von Schöpf vor, war in der Folge aber kein Faktor mehr im Schalker Spiel und musste in der 64. als erstes runter. Er schloss kein einziges Mal ab, gewann nur etwa 38 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte nur etwa 60 Prozent seiner Pässe an den Mann.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler

Stieler hatte das Spiel gut im Griff. Burgstallers vermeintlichen Treffer in der 20. wegen einer Abseitsstellung nicht zählen zu lassen, war richtig.

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