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Fussball

Schweinsteiger schießt Bayern ins Achtelfinale

SID
Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (l.) war der spielentscheidende Mann bei Bayern München
© Getty

Der FC Bayern München hat durch einen 2:1 (1:1)-Sieg gegen Werder Bremen das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht und den Bremern nach dem 4:0 im letzten Finale die nächste Niederlage in diesem Wettbewerb beigebracht.

Vor 64.000 Zuschauern in der Münchner Arena erzielte Bastian Schweinsteiger (27./74.) beide Tore für die Mannschaft von Louis van Gaal. Claudio Pizarro hatte Bremen bereits nach 100 Sekunden in Führung geschossen.

Reaktionen:

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Die Niederlage war vollkommen unnnötig. Wir sind hierher gereist, um weiterzukommen und haben uns heute selber geschlagen. Wir hatten fünf Hunderprozentige nach der Pause, und wenn man die nicht macht, wird es natürlich schwer. Wie wir die Chancen vergeben haben, ist im Nachhinein egal, aber es ist ärgerlich."

Sebastian Prödl (Werder Bremen): "Die Foulentscheidung gegen mich war eine klare Fehlentscheidung. Das war ein ganz korrektes Tor."

Thomas Müller (Bayern München): "Dafür, dass wir so schnell in Rückstand geraten sind, haben wir eine super erste Hälfte gespielt und uns nicht aus dem Tritt bringen lassen. Nach der Pause haben wir 20 Minuten lang die Ordnung verloren und die Bremer kamen gefährlich vors Tor. Da hätten wir uns über ein Gegentor nicht beschweren dürfen. Schweini hat dann mit diesem kleinen Dienstagsschuss die Entscheidung gebracht. Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen."

Bastian Schweinsteiger (Bayern München): "Sollen wir jetzt jedes Mal, wenn wir gewinnen, erleichtert sein? Wir freuen uns, dass wir gegen eine starke Mannschaft eine Runde weitergekommen sind. Das ist die Hauptsache im Pokal. Vor der Pause waren wir klar die bessere Mannschaft, allerdings müssen wir uns die schwachen 20 Minuten nach der Pause vorwerfen. Am Freitag müssen wir schauen, dass wir wieder drei Punkte holen, um eventuell den Abstand nach oben zu verkürzen. Das ist unser Hauptaugenmerk."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Bayern beginnen mit der Elf, die in Hamburg ein 0:0 holte. Van Buyten und Klose sind zurück im Kader und zunächst auf der Bank.

Werder-Coach Schaaf entscheidet sich für die defensivere Variante und bringt Bargfrede anstelle von Hunt in der Startelf. Bremen mit einer Spitze (Pizarro) und dem kreativen Dreiermittelfeld aus Wesley, Marin und Arnautovic dahinter.

2., 0:1, Pizarro: Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld wird Arnautovic von Lahm viel zu zaghaft attackiert. Die maßgenaue Flanke von der linken Eckfahne erwischt Pizarro mit dem Knie. Während Tymoschtschuk und Butt nur zuschauen, schlägt es links neben dem Pfosten ein.

25.: Das muss das 0:2 sein! Nach einer Marin-Ecke von links rennen sich Müller und Tymoschtschuk vor dem eigenen Tor gegenseitig über den Haufen. Prödl kommt mutterseelenallein am Fünfer zum Kopfball und zielt Zentimeter rechts daneben.

27., 1:1, Schweinsteiger: Altintop mit einem engagierten Flankenlauf über rechts. Kroos rutscht am Elfmeterpunkt rein und legt eher unfreiwillig für Schweinsteiger auf, der aus kurzer Distanz einschiebt. Wesley pennt währenddessen komplett und hebt das Abseits auf.

53.: Silvestre ist mit Altintop hoffnungslos überfordert. Wieder geht der Türke spielend am Bremer vorbei und lädt aus 18 Metern wuchtig ab. Mielitz ist blitzschnell unten und dreht das Leder mit den Fingerspitzen um den rechten Pfosten.

60.: Ganz enge Kiste. Butt fliegt an einer Marin-Ecke von links vorbei. Mertesacker bedient Prödl, der sich im Luftkampf gegen Badstuber durchsetzt und ins leere Gehäuse einnickt. Weiner entscheidet aber auf Foul des Bremers. Umstrittene Entscheidung.

64.: Die Gastgeber schwimmen auf einmal hinten gewaltig. Nach langem Ball von Prödl läuft Arnautovic Lahm und Tymoschtschuk davon. Der Werder-Stürmer alleine vor Butt. Der bleibt lange stehen und pariert mit einem klasse Reflex.

66.: Da wackelt das Gebälk! Arnautovic mit einem irren Freistoß aus 25 Metern halbrechts. Das Geschoss senkt sich im letzten Moment und kracht gegen die Latte. Butt wäre machtlos gewesen.

74., 2:1, Schweinsteiger: Wohin mit dem Ball? Ins Tor! Schweinsteiger legt sich knapp 30 Meter vor dem Werder-Kasten den Ball zurecht und zimmert das Ding unhaltbar für Mielitz mit rechts ins linke Kreuzeck. Was für eine Fackel!

Fazit: Nicht unverdienter, aber etwas glücklicher Sieg des FC Bayern. Werder vergab Mitte der zweiten Halbzeit durch viele vergebene Großchancen einen möglichen Sieg.

Der Star des Spiels: Bastian Schweinsteiger. Sein Auftritt in Hamburg war ein einmaliger Ausrutscher. Gegen Bremen war Schweinsteiger wieder omnipräsent als Ballverteiler, scheute keinen Zweikampf und erzielte beide Münchner Tor. Das zweite hat gute Karten bei der Wahl zum Tor des Monats.

Die Gurke des Spiels: Anatolij Tymoschtschuk. Bayerns Notnagel in der Innenverteidigung erlebte nach zwei, drei guten Spielen gegen Werder sein Waterloo. Der Ukrainer ließ Pizarro ungehindert zum 0:1 einschießen und leistete sich weitere haarsträubende Stellungsfehler. Im Laufduell mit den schnellen Aranutovic und Marin war Tymoschtschuk zudem hoffnungslos unterlegen. Dass fast alle Bremer Großchancen durch die Mitte vorbereitet wurden, spricht auch nicht für ihn. In den letzten zehn Minuten half Tymoschtschuk im defensiven Mittelfeld mit, den Sieg über die Zeit zu retten.

Die Pfeife des Spiels: Eigentlich ein faires Spiel, Michael Weiner bewerte einige Zweikämpfe aber falsch. Während seiner kleinen Privatfehde mit Müller Ende der ersten Halbzeit entschied er einmal zu Unrecht gegen den Bayernspieler. Prödls vermeintliches Kopfballtor abzupfeifen, war extrem heikel. Weiners bekannte, etwas arrogante Art kam auch diesmal bei den Spielern nicht gut an.

Analyse: Nach 100 Sekunden nutzte Pizarro den kollektiven Tiefschlaf der Bayern-Abwehr zur frühen Bremer Führung. Die Bayern erholten sich jedoch schnell von dem Schock und gingen ihrerseits deutlich mehr Risiko als in den letzten Spielen. Statt endlosem Quergeschiebe wurde der schnelle Pass in die Spitze gesucht. Kroos ging immer wieder den kurzen Weg Richtung Bremer Tor und ließ die von Müller, Altintop oder Schweinsteiger gespielten Bälle prallen.

Werder verstand es aber zunächst gut, die Wege zum Tor so eng wie möglich zu machen. Aus dem 4-2-3-1 wurde bei Ballbesitz Bayern ein 4-3-3. Pizarro und Wesley rückten jeweils eine Linie nach hinten.

Eine Stunde lang überließen die Gäste den Bayern die Initiative, ehe sie urplötzlich zwei Gänge hochschalteten und im Minutentakt exzellente Torchancen bekamen. Arnautovic hätte für eine Vorentscheidung sorgen können, traf aber einmal nur die Latte und versagte zwei Mal freistehend vor Butt.

Bayerns Defensive war immens anfällig. Der zentrale Raum zwischen Viererkette und Doppelsechs glich einem Vakuum und die Abstände zwischen den einzelnen Gliedern der Viererkette waren viel zu groß, sodass die Werder-Spieler mit schnellen Pässen immer wieder durchkamen. Schweinsteigers Traumtor stellte den Spielverlauf nicht auf den Kopf, kam aber völlig unerwartet.

Beide Mannschaften steigerten sich im Vergleich zu den letzten Spielen vor allem spielerisch. Letztendlich waren die Bayern in einem sehr ansehnlichen Spiel das etwas glücklichere Team.

Bayern - Werder: Daten zum Spiel

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