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Fussball

DFB-Team - Flick hält Plädoyer für Werner: "Was ist denn ein klassischer Mittelstürmer?"

Von Kerry Hau
Timo Werner erwischte beim 2:1-Arbeitssieg des DFB-Teams gegen Rumänien keinen allzu glücklichen Tag. Bundestrainer Hansi Flick stellte sich anschließend trotzdem demonstrativ vor seinen Angreifer.

Timo Werner erwischte beim 2:1-Arbeitssieg des DFB-Teams gegen Rumänien keinen allzu glücklichen Tag. Bundestrainer Hansi Flick stellte sich anschließend trotzdem demonstrativ vor seinen Angreifer - und widersprach der These, Werner sei kein klassischer Mittelstürmer.

Werner (SPOX-Note 5) hatte kaum Bindung zum deutschen Spiel, selbst der weitestgehend beschäftigungslose Torhüter Marc-Andre ter Stegen kam auf mehr Ballaktionen (32) als der Profi des FC Chelsea (24). Auch in puncto Entscheidungsfindung und Torabschluss haperte es: Von den zwei Abschlüssen Werners ging keiner auf den Kasten von Rumäniens Keeper Florin Nita.

Auf die Frage, wie er die Leistung des ehemaligen Bundesliga-Profis bewerte und ob der DFB-Elf ein klassischer Mittelstürmer fehle, reagierte Flick gereizt. "Was ist denn ein klassischer Mittelstürmer?", lautete die Gegenfrage des 56-Jährigen. "Jemand, der auf Abpraller und Chancen lauert. Dessen Spiel auf diesem engen Raum nicht unbedingt auf Konter ausgelegt ist", sagte der Fragesteller.

Flick daraufhin: "Timo ist durchaus in der Lage, da wo es eng ist, immer wieder die Räume zu öffnen, und er ist einer, der Abpraller reinmachen kann. Dafür hat er ein Näschen."

Flick über Werner: "Weiß, wie das Toreschießen geht"

Allerdings habe der 25-Jährige "nicht immer genau die Positionierung gehabt, die er braucht,". Zu häufig habe Werner im Sturmzentrum auf einer Linie mit den Außen Serge Gnabry und Leroy Sane agiert und "zu nah am Tor statt reinzustarten, das kann er besser machen und das erwarten wir auch von ihm. Da müssen wir die Abläufe nochmal trainieren."

In den September-Länderspielen gegen Liechtenstein (2:0), Armenien (6:0) und Island (4:0) hatte Werner in derselben Rolle mitunter ähnlich unglücklich agiert, aber jeweils getroffen. "Man muss auch mal herausheben, dass er weiß, wie das Toreschießen geht", sagte Flick und verwies auf Werners Bilanz in Leipzig: "Da war er ja pro Saison an über 20 Toren beteiligt. Klar war das eine andere heute nicht ganz so glücklich. Aber er kriegt bei uns Einsätze und Rückendeckung, das ist für einen Stürmer das Wichtigste."

Ein Plädoyer, das Flicks Wertschätzung für den gebürtigen Stuttgarter unterstreicht. War Werner unter Joachim Löw zuletzt häufiger Reservist gewesen, ist er für dessen Nachfolger die erste Option auf der Neuner-Position. Kevin Volland? Kein Thema. Simon Terodde? Schon gar nicht.

Vereinswechsel? Werner beim FC Chelsea nur Joker

Dabei läuft es für Werner derzeit auch auf Vereinsebene nicht. Seit der Verpflichtung des belgischen Torjägers Romelu Lukaku muss er sich meist mit der Rolle des Ergänzungsstürmers begnügen, kommt wettbewerbsübergreifend erst auf acht Einsätze und zwei Treffer. "Klar, die letzten Wochen waren ein bisschen schwierig", gab Werner vor dem Rumänien-Spiel bei einer Medienrunde mit SPOX und Goal zu, sagte aber auch: "Im Fußball geht es immer sehr schnell hoch und runter, deswegen muss man das Gesamtbild betrachten, um Entscheidungen zu treffen."

Er habe sich entgegen englischer Medienberichte bislang "kein Ultimatum" gesetzt, was seine Zukunft angehe. Zuletzt wurde hin und wieder auch über einen Wechsel nach München spekuliert, wo sein einstiger Trainer und Förderer Julian Nagelsmann seit diesem Sommer beim FC Bayern tätig ist.

"Natürlich kann man nicht zufrieden sein, wenn man nicht spielt. Und natürlich will ich mehr spielen und bei einer großen Mannschaft stammspielen. Dass es jetzt ein Ultimatum gibt, dass ich sage, wenn ich in der Hinrunde nicht zehn, 15 Spiele von Anfang gemacht habe, will ich da unbedingt weg - ich glaube, so geht kein Spieler da ran", stellte Werner klar.

WM-Qualifikation: Der Rest-Spielplan des DFB-Teams

DatumAnpfiffGegnerSpielort
11. Oktober20.45 UhrNordmazedonienSkopje
11. November20.45 UhrLiechtensteinWolfsburg
14. November18.00 UhrArmeniennoch offen
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