Fussball

DFB-Team: Krach im Tor - Bodo Illgner fordert Machtwort von Joachim Löw

SID
Bodo Illgner fordert Machtwort von Joachim Löw im Torwartstreit zwischen ter Stegen und Neuer.

Der frühere Fußball-Weltmeister Bodo Illgner hat im Torwartstreit zwischen Marc-Andre ter Stegen und Manuel Neuer ein rasches Einschreiten von Bundestrainer Joachim Löw gefordert und hält ein Szenario für denkbar, bei dem einer der beiden Weltklassekeeper aus dem Nationalmannschaftskader fliegt.

"Beide Torhüter haben mit Sicherheit ihren Anspruch auf die Nationalmannschaft, bringen hervorragende Leistungen. Nun sind die Trainer gefordert, ein Gleichgewicht zu finden", sagte Illgner der Tageszeitung Die Welt.

Sollte Löw im Disput um die Hierarchie im DFB-Tor keine Einigung herbeiführen können, sei es zugunsten einer "guten Atmosphäre" im DFB-Team "besser, wenn man auf einen der beiden verzichtet", so der Weltmeister von 1990.

Illgner würde dann einen Spieler als Ersatztorwart nominieren, "der leistungsmäßig Nummer drei oder vier ist, (...) um den Frieden in dieser Mannschaft zu gewährleisten".

Lehmann lobt ter Stegens Aussagen

Mit Jens Lehmann äußerte sich ein weiterer Ex-Nationaltorhüter zur Situation im DFB-Kasten. "Ich finde eigentlich ganz gut, dass er das gesagt hat", sagte der 49-Jährige in der TV-Sendung Sky 90. Zumal der Schlussmann des FC Barcelona "nichts gegen Manuel Neuer" gesagte habe. "Es war sehr ordentlich, was er alles gesagt hat", so Lehmann.

Deutschlands Keeper bei der WM 2006 ging sogar noch einen Schritt weiter und nannte ter Stegen als Vorbild für Feldspieler. "Ich finde, die Feldspieler könnten das auch mal äußern. 'Ich muss da jetzt mal spielen'", sagte Lehmann: "Dann regen sich vielleicht auch ein paar andere auf, aber das fehlt uns ja auch ein bisschen."

Grundsätzlich hält Lehmann Neuer übrigens für stärker als ter Stegen: "Wenn beide einhundert Prozent spielen, dann ist Neuer besser. Er hat halt alles und ist komplett."

Köpke reagiert gelassen

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke sieht die kritischen Aussagen von Neuer und ter Stegen derweil gelassen. Er habe "kein Problem" damit, "denn da ist nichts unter die Gürtellinie gegangen", sagte der 57-Jährige der Zeitung Die Welt.

Er könne "die Unzufriedenheit von Marc-Andre verstehen. Aber es ist nun mal eine Position, auf der wir stark besetzt sind und man leider nicht jedem Torhüter gerecht werden kann", ergänzte Köpke, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw.

Bernd Leno und Kevin Trapp seien in ihren Vereinen auch die Nummer eins und würden international spielen. "Wichtig ist", so Köpke, "dass Respekt da ist und wir im Hinblick auf die EM 2020 eine Mannschaft formen, die eng zusammensteht".

DFB-Team: Ter Stegen hatte Frust freien Lauf gelassen

Ter Stegen ("Es ist nicht einfach, eine Erklärung für das zu finden, was ich erlebe") hatte seinem Frust nach der erneuten Rolle als Bankdrücker bei den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande und in Nordirland freien Lauf gelassen und damit eine Reaktion bei Neuer ausgelöst.

"Er hat bei der Nationalmannschaft nichts gesagt. Ich weiß nicht, ob uns das hilft. Wir sind eine Mannschaft und sollten alles dafür tun, dass wir als Mannschaft auftreten", konterte der Bayern-Keeper, dem Löw in den vergangenen Spielen weiter den Vorzug gegeben hatte.

Der Bundestrainer hat sich bislang noch nicht zu ter Stegens Kritik geäußert. Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 hatte er dem Ex-Gladbacher für die EM-Qualifikation mehr Spielzeit in Aussicht gestellt. Ter Stegen kam seitdem aber nur in einem Testspiel gegen Peru (2:1) in der Startelf des DFB zum Einsatz.

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