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Fussball

Der Vollstrecker und die personifizierte Balance

Von Für SPOX im Signal Iduna Park: Jochen Tittmar
Robert Lewandowski war der überragende Mann - kein BVB-Spieler traf zuvor vier Mal in der CL
© getty

Borussia Dortmund hat sich durch ein 4:1 (1:1) im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um das Finale der Champions League erarbeitet. Das Team von Jürgen Klopp zeigte eine kämpferisch starke Vorstellung und hatte im vierfachen Torschützen Robert Lewandowski den alles überragenden Mann des Spiels in seinen Reihen. Neben dem Polen glänzte die BVB-Doppelsechs und Marco Reus - Mats Hummels fiel dagegen deutlich ab. Die Einzelkritik.

Die Dortmunder in der Einzelkritik

Roman Weidenfeller: Löste seine erste Bewährungsprobe nach einem Ronaldo-Freistoß mit den Fäusten (24.) und bereinigte so auch einen Alonso-Freistoß. Beim Gegentor machtlos. Souverän in der Strafraumbeherrschung und beim Herauslaufen, bewahrte Dortmund so gegen Ronaldo (89.) vor dem zweiten Gegentreffer. Bei den Aufgaben, die direkt auf den Kasten kam, nicht ernsthaft gefordert. Note 2

Lukasz Piszczek: Beschränkte sich auf die schwere Aufgabe, Ronaldo keine Luft zum Atmen zu lassen und hielt sich daher mit allzu riskanten Vorstößen zurück, auch wenn er sich einige Male recht hochstehend anbot. Presste den Portugiesen hervorragend und lieferte eine läuferisch tadellose Leistung ab. Note 2

Neven Subotic: Stagniert weiter im Aufbauspiel und beschränkte sich auf sein Duell mit dem blassen Higuain. Dabei stark in der Luft und war neben Hummels Dortmunds bester Zweikämpfer. Aufmerksam, als er Alonsos Kracher blockte (42.). Note 2

Mats Hummels: Schwärzte seinen Auftritt durch den missglückten Rückpass vor dem Ausgleichstor zum 1:1 und auffällig schlampige Zuspiele wie jenes auf Gündogan, das diesen gegen Ronaldo in Bedrängnis brachte (14.). Interpretierte seine Rolle defensiver als sonst und verzeichnete seinen ersten dezenten Vorstoß erst in Minute 39. Bei den direkten Duellen im Zweikampf aber kaum zu überwinden. Note 4

Marcel Schmelzer: Hielt Özil vollkommen in Schach und stand defensiv sehr sicher. Da blieb dann auch Zeit, ab und an den Weg nach vorne zu suchen. Dort dann aber wie so oft zu ungenau. Auch bei seinem Schussversuch vor dem 3:1, doch es zahlte sich in dieser Szene aus, dass er nach vorne schob. Note 2

Sven Bender: Unterstrich seinen Anspruch auf den Stammplatz als defensiver Sechser. Startete mit einer typischen Bender-Grätsche gegen Khedira, als Real in der Vorwärtsbewegung war und leitete damit die erste Chance von Reus klasse ein (7.). Ansonsten unheimlich viel unterwegs, bewegte sich stark im Raum und saugte manche Bälle durch sein gutes Stellungsspiel förmlich an. Modric wusste teilweise überhaupt nicht, wo er sich aufhalten sollte, da Bender ständig in seiner Nähe aufkreuzte. Note 1,5

Ilkay Gündogan: Die personifizierte Balance. Fing zahlreiche Bälle durch seine Antizipation ab und leitete dadurch zahlreiche Angriffe ein. Löste sich immer wieder im richtigen Moment aus dem Mittelfeld, um Alonso tief in der gegnerischen Hälfte zu attackieren. Der Spanier war so teilweise völlig aus dem Spiel genommen. Strahlt dazu eine große Ruhe und Beweglichkeit am Ball aus. Schade, dass sein tolles Solo mit anschließendem Linksschuss nicht von Erfolg gekrönt war (62.). Note 1,5

Jakub Blaszczykowski: Hielt sich meist im Halbraum auf und stellte so zahlreiche Passwege zu Ronaldo zu, den er zusammen mit Piszczek aber auch immer wieder effektiv anlief. Defensivtaktisch ganz stark vom Polen. Lief ein tolles Solo gegen den schwachen Coentrao (32.), den er allerdings öfter mit seiner Antrittsschnelligkeit hätte bedrängen müssen. Note 2

Mario Götze: Zu Beginn gar nicht an der Kugel, den ersten brauchbaren Ball legte er jedoch Lewandowski mustergültig zum Führungstreffer vor. Lief zusammen mit dem Polen die Viererkette oder den zurückfallenden Alonso früh an und agierte somit etwas offensiver in der letzten Linie. Wechselte sich in dieser Hinsicht einige Male mit Reus ab und sicherte dann im Raum ab. Findet am Ball immer eine Lösung und spielt so gut wie nie einen Fehlpass. Wer es noch nicht wusste: Ein ganz schmerzhafter Verlust für Dortmunds Spiel. Note 2

Marco Reus: Ganz starker Beginn mit dem tollen Solo und anschließender Großchance, bei der er zuvor schön kreuzte (7.). Wird defensiv immer stabiler und laufstärker. Zeigte damit, dass nicht unbedingt Großkreutz herhalten muss, um die linke Flanke auszutarieren. Real oft ohne Chance, wenn er in vollem Tempo auf die Viererkette lossprinten konnte. Manchmal wäre dann jedoch die einfache Lösung sinnvoller gewesen, so dass ihm auch ein paar vielversprechende Bälle versprangen, wo ein Abspiel nötig gewesen wäre. Note 1,5

Robert Lewandowski: Einfach nur brutal! Musste anfangs einige schwierige Anspiele verarbeiten, stand dann aber bei der ersten wichtigen Szene dort, wo man als Stürmer zu stehen hat. Bärenstark, wie er auch unter Druck immer die Ruhe am Ball behält - und dann seine bestechende Technik einsetzt wie vor dem genialen 3:1. Übernahm Verantwortung beim Dortmunder Problemfeld "Elfmeter" und brachte seinen ersten Strafstoß im BVB-Dress souverän im Kasten unter - ein Vollstrecker, wie er im Buche steht. Note 1

Sebastian Kehl: Kam in der 82. Minute für Kuba. Zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Kevin Großkreutz: Ersetzte Piszczek (83.) und half damit, die Uhr schneller ticken zu lassen. Keine Bewertung.

Julian Schieber: Durfte für Gündogan ran (90.), auch er ohne Bewertung.

Borussia Dortmund - Real Madrid: Daten zum Spiel

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