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Fussball

Wolfsburg siegt in Istanbul

Von Stefan Rommel / Christian Günthner
Besiktas' Kas (r.) hatte mit Wolfsburgs Dzeko so seine lieben Probleme
© Getty

Der VfL Wolfsburg hat einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Achtelfinale gemacht. Der deutsche Meister siegte am 4. Spieltag der Gruppenphase bei Besiktas Istanbul völlig verdient mit 3:0 (1:0) und steht durch den zweiten Sieg weiter auf dem zweiten Platz der Gruppe B.

Zvjezdan Misimovic (14.), Christian Gentner (80.) und Edin Dzeko (87.) erzielten vor 25.000 Zuschauern im Inönü-Stadion die Tore, der dem VfL die Punkte fünf, sechs und sieben einbrachte.

Damit ist Wolfsburg jetzt schon der dritte Platz und damit zumindest der Einzug in die Europa League nicht mehr zu nehmen.

Veh sehr zufrieden

"Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, in der Defensive gut gestanden und nach vorne gut kombiniert. Vor allem die erste Halbzeit war klasse, da hätten wir sogar höher führen können. Am Ende haben wir auch der Schlussoffensive von Besiktas gut Stand gehalten und uns eine gute Ausgangsposition für das Erreichen den Achtelfinals geschaffen", sagte Wölfe-Coach Armin Veh.

Für die biederen Türken aber ist der Zug zum Achtelfinale bereits jetzt abgefahren. Besiktas bleibt bei einem Punkt nur noch die minimale Hoffnung auf den Einzug in die Europa League.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Besiktas im 4-3-3, mit dem Ex-Frankfurter Fink auf der Sechserposition und dem ehemaligen St.-Paulianer Inceman auf der rechten Halbposition im Mittelfeld. Keeper Rüstü fehlt, dafür steht Arikan zwischen den Pfosten. Auch Ernst und Nihat sind verletzt. Für Nihat beginnt Tabata im Sturm.

Wolfsburg wie zuletzt in der Bundesliga, nur fängt Hasebe im rechten Mittelfeld für Kahlenberg an. Martins ersetzt erneut den gesperrten Grafite.

11.: Ecke Misimovic von rechts. Costa darf aus elf Metern unbedrängt köpfen, setzt den Ball aber Zentimeter links am Tor vorbei.

14., 0:1, Misimovic: Der Bosnier tunnelt im Mittelfeld einen Gegner und zieht dann aus 25 Metern mit links ab. Der Ball dreht sich noch leicht nach außen und schlägt halbhoch im linken Eck ein.

17.: Martins zieht aus der Drehung im Fallen ab. Noch leicht abgefälscht, den hätte Arikan wohl eher nicht gehabt...

24.: Lange Flanke von Riether. Dzeko verpasst noch, Misimovic steht drei Meter vor dem Tor aber völlig blank - und köpft tatsächlich links vorbei.

34.: Özkan hat die erste Chance für Besiktas, verzieht aber aus halbrechter Position doch deutlich.

Halbzeit-Fazit: Wolfsburg begann bärenstark, hatte Chancen zu einer höheren Führung. Erst nach 30 Minuten fand Besiktas langsam ins Spiel.

72.: Misimovic zieht einen Freistoß von der rechten Seite direkt aufs Tor. Arikan hat den Ball im Nachfassen.

77.: Fink mit einem fulminanten Volleyschuss aus 25 Metern. Einen halben Meter links am Tor vorbei.

80., 0:2, Gentner: Misimovic schickt Dzeko. Der setzt sich gegen zwei Abwehrspieler durch, scheitert aber an Arikan. Gentner nimmt den Ball auf und schießt aufs Tor. Sivok fälscht ab und der Ball landet im verwaisten Tor.

87., 0:3, Dzeko: Zauberpass von Misimovic auf Dzeko. Der zieht aus 14 Metern trocken ins rechte Eck ab. Arikan ohne Chance.

Fazit: Verdienter Sieg für den VfL, der zwar nicht überzeugte, aber Besiktas auch keine einzige klare Torchance gewährte.

Der Star des Spiels: Eigentlich sollte sich Michael Fink um Wolfsburgs Zvjezdan Misimovic kümmern. Vor allem in der ersten Halbzeit bekam Fink aber so gut wie nie Zugriff auf den Bosnier. Misimovic fädelte fast jeden Angriff der Gäste ein und krönte ganz starke 45 Minuten mit dem Tor des Tages. Im zweiten Durchgang nahm sich zwar auch Misimovic seine Auszeiten. Wenn Wolfsburg aber gefährlich wurde, war Zwetschge daran beteiligt - wie bei den beiden entscheidenden Toren, die er jeweils mit einem Pass in die Tiefe vorbereitete.

Die Gurke des Spiels: Rüstü hatte Rückenprobleme, also durfte Ersatztorhüter Arikan ran. Und der erwischte einen ganz schwachen Tag. Kaum einen Ball hielt Arikan sicher, segelte unter einigen Flanken durch. Wolfsburg erkannte die Schwachstelle schnell und deckte Arikan mit Schüssen ein. Einzig schwacher Trost: Beim Gegentor von Misimovic war er tatsächlich machtlos.

Die Pfeife des Spiels: Alberto Undiano Mallenco aus Spanien hatte mit der insgesamt fairen Partie keinerlei Probleme. War jederzeit Herr der Lage und auch bei den persönlichen Strafen immer mit dem richtigen Augenmaß.

Die Lehren des Spiels: Wolfsburg hat den Ernst der Lage erkannt und endlich eine über die komplette Spielzeit konzentrierte Leistung gezeigt. Zwar versickerten vor allem in der zweiten Halbzeit sehr viele gute Konteransätze bereits im Keim, aber defensiv - in der Problemzone der letzten Wochen - stand der VfL diesmal relativ sicher.

Wolfsburg hat das geschafft, was dem VfB Stuttgart bei seinen Auftritten in der Königsklasse abgeht: Auch mal ein dominant gestaltetes Spiel zu gewinnen und damit ein gewichtiges Wörtchen im Kampf um die K.o.-Runden-Tickets mitzureden.

Trainer Armin Veh fand die richtige Balance zwischen konzentrierter Defensive und kontrollierter Offensive und konnte sich auf die im Vergleich zu Besiktas individuell deutlich stärkeren Einzelspieler verlassen.

Für Besiktas ist erneut in der Gruppenphase schon Schluss. Die Türken waren insgesamt viel zu harmlos und haben in dieser Form in der Champions League auch nichts zu suchen.

Daten und Fakten: Besiktas - Wolfsburg

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