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Fussball

Pflichtsieg nach vielen Durchhängern

Von Thomas Gaber/Torsten Adams
Arjen Robben (2.v.r.) spielte zum ersten Mal in der Champions League für den FC Bayern München
© Getty

Der FC Bayern München ist mit einem 3:0 (0:0)-Sieg bei Maccabi Haifa in die Champions-League-Saison 2009/10 gestartet. Abwehrchef Daniel van Buyten brachte die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal in Führung (65.), Thomas Müller traf wie in Dortmund zwei Mal (85./88.).

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zum ersten Mal spielt der FC Bayern mit Franck Ribery und Arjen Robben in der Anfangself. Ivica Olic ersetzt Mario Gomez in der Sturmmitte, Thomas Müller bekommt im rechten Mittelfeld den Vorzug vor Hamit Altintop.

Maccabi beginnt im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Hapoel Ramat Gan mit zwei Änderungen. Kayal spielt im defensiven Mittelfeld für Culma, Ghadir ersetzt Arbeitman. Trainer Levi Elisha setzt auf ein 4-2-3-1 mit Dwalischwili als einziger Spitze.

3.: Badstuber schickt Olic mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Keinan unterläuft den Ball, Keeper Davidowitsch fliegt wie ein Hampelmann an der Pille vorbei, aber Olic wird im letzten Moment von Keinan gestört.

30.: Kontergelegenheit für die Bayern: Ribery schickt Olic steil, der Kroate kommt an der 16er-Grenze vor Davidowitsch an die Kugel, wird aber zu weit nach außen abgedrängt. Seine Flanke landet im Nirvana.

44.: Tymoschtschuk lässt Golasa gewähren. Der Israeli zieht aus 16 Metern ab, Butt lenkt die Pille gerade noch so über die Latte.

Halbzeit-Fazit: Die Bayern in allen Belangen überlegen, aber ohne Entschlossenheit vor dem Tor. Maccabi ließ ab und an seine spielerische Klasse aufblitzen.

52.: Katan spielt Lahm aus wie einen C-Jugendlichen und zieht aus 20 Metern ab. Zu unplatziert, Butt faustet den Ball zur Seite.

54.: Jetzt spielt Katan van Buyten schwindlig und kommt von halblinker Position aus zehn Metern zum Abschluss. Butt hat ihn wieder.

57.: Strammer Freistoß von Robben aus halbrechter Position. Davidowitsch fischt den Ball aus dem linken Eck raus.

65., 0:1, van Buyten: Tymoschtschuk von halbrechts einfach mal hoch in den Strafraum. Aus dem Getümmel kommt der Ball auf Gomez, der erst mal am Fünfer vertändelt. Der Ball fällt van Buyten vor die Füße und der zimmert das Ding aus 14 Metern mit rechts in die Maschen.

70.: Eckball Robben auf den Kopf von Olic, aber Golasa rettet auf der Linie. Die Bayern nun am Drücker.

76.: Glanztat von Butt. Arbeitman passt im Sechzehner zu Dwalischwili, der aus zehn Metern zum Abschluss kommt. Glück für die Bayern!

85., 0:2, Müller: Pranjic treibt den Ball auf links, spielt an der 16er-Grenze nach innen zu Ottl, der sieht Müller und der zieht sofort ab. Keinan fälscht ab und das Ding ist drin.

88., 0:3, Müller: Gomez geht auf rechts durch, passt nach innen und wieder ist Müller da, der die Kugel aus kurzer Entfernung ins rechte Eck spitzelt.

Fazit: Schwach gespielt und hoch gewonnen. So gesehen haben die Bayern alles richtig gemacht. Aber es bedarf einer enormen Steigerung, um sich gegen Juventus und Bordeaux durchzusetzen.

Der Spieler des Spiels: Jörg Butt. Ihrem Torhüter haben die Bayern die ersten drei Punkte zu verdanken. Butt spielte fehlerlos und bewahrte seine Mannschaft mit einigen Glanzparaden vor einem Gegentreffer. In dieser Form Bayerns klare Nummer eins.

Die Gurke des Spiels: Franck Ribery. Der Franzose sagt schon seit Wochen, dass er fit genug ist, von Beginn an zu spielen. Gegen Haifa war es soweit. Ribery dankte es mit einer für seine Verhältnisse grottenschlechten Leistung. In der ersten Halbzeit fand er noch ab und zu seine Kollegen, nach dem Wechsel ging dann aber absoult nichts mehr. Kopflos rannte Ribery samt Ball in seine Gegenspieler, verlor jeden Zweikampf und brachte keinen Pass mehr zum Mitspieler. Van Gaal nahm Ribery in der 64. Minute vom Feld.

Die Pfeife des Spiels: Damir Skomina (Slowenien) hatte die faire Partie jederzeit im Griff. Olic stand bei seinem Kopfballtor Mitte der ersten Halbzeit Millimeter im Abseits - der Assistent bewies Adleraugen. Die Gelbe Karte gegen Ribery wegen Meckerns war allerdings etwas überzogen.

Die Lehren des Spiels: Mit dem 5:1 von Dortmund im Rücken gaben die Bayern in der ersten halben Stunde den Ton an. Die Mannschaft war präsent, ließ den Ball laufen und erspielte sich ein klares optisches Übergewicht. Maccabi hatte großen Respekt und gab das Mittelfeld komplett preis. So viel Platz wie die Bayern in Hälfte eins bekommt man selten in der Champions League. Doch die Münchner gingen fahrlässig damit um. Die Pässe in die Spitze wurden schlampig ausgeführt, die Laufwege oft falsch gewählt (meist von Olic).

Nach der Pause legte Maccabi die Scheu ab und beschäftigte die erneut nicht sattelfeste Hintermannschaft der Bayern. In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit hatten es die Bayern Maccabis mangelnder Qualität im Abschluss zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten.

Den Münchnern fehlte die gesamte Spielzeit über die Souveränität. Das Offensivspiel wirkte unruhig, die Bälle wurden relativ einfach hergegeben. Kein Spieler war in der Lage, mal das Tempo zu variieren. Schweinsteiger, Tymoschtschuk, Kapitän Lahm - alle waren mehr mit sich selbst beschäftigt, als mal Verantwortung zu übernehmen.

Auch die Führung gab den Bayern keine Sicherheit. Erst mit Müllers Tor war Schicht im Schacht. Olic war in der Sturmmitte nicht zu gebrauchen. Durch seinen Drang, auf die Flügel auszuweichen, war die Mitte oft verwaist.

Am meisten Spaß im Bayern-Team macht derzeit Thomas Müller. Dem Doppelpack gegen Dortmund ließ Müller einen weiteren folgen. Vier Tore in vier Tagen - a la bonheur.

Was unterm Strich bleibt, sind drei Punkte. Weil sich Juventus und Bordeaux 1:1 trennten, liegen die Bayern an der Tabellenspitze und können die alte Dame mit einem Sieg im Heimspiel am 30. September auf fünf Punkte distanzieren.

Maccabi Haifa - Bayern München: Daten zum Spiel

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