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Champions League: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp nicht Bange vor Königsklassen-K.o.

SID
Jürgen Klopp geht optimistisch ins Rückenspiel gegen Atletico Madrid in der Champions League.

In der Liga unschlagbar, in der Königsklasse vor dem Aus: Nach der 0:1-Niederlage bei Atletico Madrid steht Teammanager Jürgen Klopp mit Titelverteidiger FC Liverpool in der Champions League mit dem Rücken zur Wand.

Nach all dem Theater von "Zirkusdirektor" Diego Simeone konnte sich Jürgen Klopp einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. "Ich bin mir nicht sicher, ob er viel von dem Spiel gesehen hat", sagte der Teammanager vom FC Liverpool über das testostorongeschwängerte Gehabe seines Gegenübers bei der 0:1-Niederlage des Titelverteidigers bei Atletico Madrid.

Unentwegt hatte Simeone die spanischen Fans mit ausladenen Gesten nach vorne gepeitscht - und ging den Reds damit ganz offensichtlich ziemlich auf den Zeiger. "Simeone ist wie er ist. Er hat es all die Jahre so gemacht. Das wird sich nicht ändern", sagte Liverpools Verteidiger Andy Robertson genervt: "Sie haben nach dem Spiel gefeiert, als wären sie schon eine Runde weiter." Das Rückspiel in Anfield, versprach Kapitän Virgil van Dijk unterdessen, werde ein ganz anderes Spiel.

Auch Klopp ließ sich von der ersten Niederlage seines Teams in 2020 nicht aus der Ruhe bringen. Der drohende Achtelfinal-K.o. in der Königsklasse? Den schob er eilig beiseite und ließ noch auf der Pressekonferenz eine für ihn typische Kampfansage folgen: "An alle Atletico-Fans, die eine Eintrittskarte für das Spiel bekommen können: Willkommen in Anfield. Es ist noch nicht zu Ende."

Simeone mochte sich hingegen noch gar nicht mit dem Rückspiel befassen. "Diese Nacht ist eine davon, die du niemals vergisst", sagte der extrovertierte Argentinier voller Pathos. Die Stimmung in der Arena sei die beste Atmosphäre seiner achtjährigen Amtszeit gewesen. "Wir sind noch nicht weiter", sagte Simeone glücklich, "aber wir haben das beste Team der Welt geschlagen".

Liverpool: Erste Enttäuschung am Ort des großen Triumphs

Liverpool erlebte im Tollhaus Wanda Metropolitano, jenem Ort also, wo es im vergangenen Jahr die Champions-League-Trophäe gewonnen hatte, tatsächlich die erste große Enttäuschung der Saison. "Jetzt haben wir eine sehr lange Halbzeitpause, um uns vorzubereiten. In Anfield wird es anders aussehen", beschwor Klopp die Qualitäten seines Teams mit Blick auf den 11. März, den Tag des Rückspiels.

Einfach, das zeigte das Hinspiel, wird es in drei Wochen aber nicht für den Titelverteidiger. Atletico zeigte am Dienstagabend keinen großen Respekt vor dem namhaften Gegner und bestach wie zu besten Zeiten durch seine effektive Spielweise. Nach dem frühen Treffer des spanischen Nationalspielers Saul Niguez (4.) ließen die Rojiblancos, die 2014 und 2016 jeweils das Finale der Königsklasse erreicht hatten, hinten kaum etwas zu und setzten vorn immer wieder Nadelstiche.

"Ich bin nicht enttäuscht darüber, wie wir gespielt haben. Ich habe in meinem Leben viel schlimmere Spiele gesehen, es war absolut in Ordnung", sagte Klopp. Nun gilt der Fokus ohnehin erstmal der Premier League, wo Liverpool in dieser Saison bislang 25 von 26 Ligaspielen gewonnen hat und nur noch fünf Siege vom ersten Meistertitel seit 30 Jahren entfernt ist.

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