Fussball

Ronaldo-Mania in Leverkusen: Wenn ein Champions-League-Spiel zur Nebensache wird

Von Robin Haack
Spießrutenlauf für Cristiano Ronaldo: Immer wieder fanden in Leverkusen Fans des Portugiesen den Weg aufs Feld.

Cristiano Ronaldo war die Hauptattraktion beim Gastspiel von Juventus Turin bei Bayer Leverkusen am Mittwochabend. Gleich mehrfach fanden Flitzer den Weg auf den Rasen, um ihrem Idol ganz nah zu sein. Das Spiel geriet dabei zur Nebensache.

Wer ist der beste Fußballer aller Zeiten? Speziell bei den jüngeren Fans scheiden sich bei dieser Frage die Geister. Die einen schwören auf Lionel Messi, die anderen auf Cristiano Ronaldo. Doch unabhängig davon, wer tatsächlich der Bessere ist, werden beide Ausnahmekicker von Anhängern auf der ganzen Welt verehrt wie Götter.

Ein Beispiel für diese extreme Verehrung lieferte auch das Champions-League-Spiel zwischen Bayer Leverkusen und Juventus Turin (0:2) am Mittwochabend. Exakt 29.412 Zuschauer fanden bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt den Weg in die BayArena und es hatte den Anschein, als sei ein beachtlicher Teil von ihnen nur gekommen, um Ronaldo einmal live gesehen zu haben.

"Wenn der Cristiano vorbeikommt, ist es auch für die Leute einmalig. Wer weiß, wie oft man ihn hier noch erleben kann", fasste Leverkusens Innenverteidiger Aleksandar Dragovic die Aufregung um den Portugiesen nach dem Schlusspfiff zusammen. "Wir Spieler haben uns aber voll auf das Spiel konzentriert", fügte er schnell hinzu.

Leverkusen hat Ronaldo im Griff, "doch dann steht er da"

Dass diese Worte mehr als nur leere Floskeln waren, zeigte die Werkself in der ersten Halbzeit, als sie Juventus dominierte und auch Ronaldo komplett aus dem Spiel nahm. Kein Feldspieler hatte vor dem Seitenwechsel seltener den Ball als der Star-Stürmer. Wenig in Bewegung, haderte er in dieser Phase immer wieder mit seinen Gegenspielern. Eigentlich hatte Leverkusen sowohl CR7 als auch das Spiel im Griff - eigentlich.

"Doch dann steht er da", erklärte Dragovic die Szene, die sich in der 75. Spielminute ereignete. Nachdem Miralem Pjanic Paulo Dybala auf dem Flügel freigespielt hatte, flankte der Argentinier den Ball an den langen Pfosten, wo Ronaldo problemlos zur Führung einschieben konnte. Ein markantes "Siiiiii" schallte wenige Augenblicke später durch das Stadion und der Torschütze ließ sich feiern. "Man hat ihn eigentlich 90 Minuten im Griff", ärgerte sich der Bayer-Verteidiger. "Aber das ist pure Klasse."

Mit diesem Führungstreffer war endgültig klar, dass die Leverkusener keine Chance mehr auf das Erreichen des Achtelfinales hatten, denn auch Atletico Madrid führte im Parallelspiel gegen Lokomotive Moskau mit 2:0. Auch deshalb wurde das Sportliche in der BayArena in der Schlussviertelstunde zur Nebensache.

Cristiano Ronaldo von Flitzer fast zu Boden gerissen

Noch während des Spiels liefen wiederholt Fans auf den Rasen, um Ronaldo näher zu sein als alle anderen. Rund fünf Minuten vor dem Schlusspfiff stürmte ein erster Flitzer im Vollsprint auf CR7 zu, um seinen großen Helden zu umarmen. Unter dem Gelächter der knapp 30.000 wich der Portugiese allerdings im letzten Moment aus und sprang zur Seite.

Nachdem zwei weitere Anhänger versucht hatten, quer über den Rasen zum 33-Jährigen zu spurten, verging Ronaldo kurz nach dem Schlusspfiff die gute Laune. Während er sich mit seinen Teamkollegen unterhielt, riss der nächste Flitzer an seiner Schulter und wollte ein Selfie ergattern.

Allerdings derart grob, dass der Torschütze fast zu Boden ging. Wütend schnauzte er dem Störenfried hinterher, der in der Folge von einem Ordner aus dem Innenraum entfernt wurde. "Das sollte nicht vorkommen", quittierte Sportchef Rudi Völler die Aktionen und ergänzte lachend: "Aber immerhin hatten sie etwas an."

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