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Fussball

FC Bayern München - TSG Hoffenheim 4:1: Gnabry beendet Torflaute, Boateng und Müller "ärgern" Löw

FC Bayern

Der FC Bayern hat seine Titelambitionen in der Bundesliga eindrucksvoll untermauert. Am 19. Spieltag setzte sich der Rekordmeister vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mit 4:1 (2:1) gegen die TSG Hoffenheim durch (Boateng und Müller treffen: das Video!).

Der Vorsprung vor Verfolger RB Leipzig, das das Topspiel am Abend gegen Bayer Leverkusen mit 1:0 gewann, beträgt damit weiterhin sieben Punkte.

"Bei vier Siegen aus vier Spielen würde ich sagen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", lobte Thomas Müller bei Sky: "Wir haben in weiten Phasen immer wieder seriöse Aktionen gehabt." Defensiv habe man aber das eine oder andere Mal auf Manuel Neuer bauen müssen: "Weil es uns vorne oftmals relativ leicht gefallen ist, in die gefährliche Zone zu kommen, haben wir hinten hier und da einen halben Schritt vermissen lassen."

Auch Trainer Hansi Flick zeigte sich zufrieden: "Das 4:1 ist ein sehr gutes Ergebnis für uns, wir haben jetzt vier Spiele gewonnen. Das ist unser Maßstab." Der 55-Jährige freute sich besonders für Jerome Boateng und Serge Gnabry: "Die beiden haben ja lange nicht mehr getroffen."

Am kommenden Freitag reisen die Bayern zu Hertha BSC, der Tabellenzwölfte Hoffenheim empfängt am Sonntag die formstarke Eintracht aus Frankfurt (LIVE auf DAZN).

Bayern München - TSG Hoffenheim: Die Stimmen

Hansi Flick (Trainer Bayern München): "Das 4:1 ist ein sehr gutes Ergebnis. Wir haben jetzt vier Spiele hintereinander gewonnen. Das ist unser Maßstab. Es war nicht alles top, aber insgesamt bin ich zufrieden. Was die Ergebnisse anbelangt, sind wir wieder in der Spur."

Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim): "Ich denke, dass wir sehr gut reingekommen sind, sehr mutig waren. Wir hatten zwei sehr gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen, geraten aber bei einer Ecke in Rückstand. Wir waren dann nicht wach, das wird bestraft. Nach dem Wechsel haben wir es versäumt, den Ausgleich zu machen. Das 1:4 fühlt sich nicht richtig an. Grundsätzlich komme ich gerne nach München, aber ich verliere eben nicht gerne. Die Art und Weise war ärgerlich."

Bayern München - TSG Hoffenheim: Die Analyse

Während Hoffenheim-Coach Hoeneß die gleiche Elf wie beim 3:0 gegen Köln ins Rennen schickte, veränderte Bayern-Trainer Flick seine Mannschaft gegenüber dem 4:0 gegen Schalke auf drei Positionen: Pavard ersetzte Süle auf der rechten Abwehrseite, Coman rückte für Sane auf den linken Flügel und im Mittelfeldzentrum kam Neuzugang Roca aufgrund der Corona-bedingten Ausfälle von Goretzka und Martinez zu seinem ersten Startelf-Einsatz in der Bundesliga.

Es sollte nicht nur für den Spanier ein arbeitsreicher Einsatz werden. Hoffenheim präsentierte sich überaus zweikampfstark und mutig. Die TSG-Elf schaltete nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte schnell um, wodurch sich das Mittelfeld der Bayern häufig überspielen ließ. Bereits in der achten Minuten hätte der Außenseiter nach einer dieser schnellen, frechen Umschaltaktionen in Führung gehen können. Der mit einem klugen Schnittstellenpass bediente Bebou scheiterte jedoch an Neuer.

20 Minuten darauf trat der togolesische Angreifer erneut in Erscheinung, als er das Kunststück fertig brachte, eine perfekt getimte Kramaric-Flanke fünf Meter vor dem Kasten von Neuer am Ziel vorbei zu köpfen. "Ilhas! Das kann doch nicht sein", ärgerte sich Hoeneß an der Seitenlinie. Dem Ex-Trainer der Bayern-Amateure war klar: Wer in München so schlampig mit seinen Chancen umgeht, wird irgendwann bestraft.

Irgendwann war sechs Minuten später, als Boateng eine Kimmich-Ecke unhaltbar per Kopf für den bis dahin weitestgehend beschäftigungslosen TSG-Keeper Baumann in die Maschen wuchtete. Müller legte zwei Minuten vor der Pause mit einem Linksschuss aus 16 Metern nach. Die Hoffenheimer durften trotzdem mit einem Funken Hoffnung in die Pause gehen, weil Kramaric praktisch im Gegenzug eine Bebou-Hereingabe zum Anschluss verwertete.

Dieser Funken Hoffnung sollte jedoch nicht lange währen. Keine Viertelstunde nach Wiederbeginn profitierte Lewandowski von einem missglückten Klärungsversuch der Hoffenheimer Abwehr und staubte zum 3:1 ab (57.). Gnabry sorgte kurz darauf mit seinem ersten Treffer seit Oktober, dem eine starke Balleroberung beim Angriffspressing vorausgegangen war, für klare Verhältnisse (63.).

Der Sieg der Flick-Elf gegen einen im zweiten Durchgang weitaus schwächeren Gegner hätte mit einer besseren Chancenverwertung sogar noch höher ausfallen können.

FC Bayern - TSG Hoffenheim: Die Aufstellungen

Bayern: Neuer - Pavard, Boateng (87. Süle), Alaba, Davies - Kimmich, Roca (70. Musiala) - Gnabry (70. Sane), Müller (74. Choupo-Moting), Coman (74. Douglas Costa) - Lewandowski. Trainer: Flick.

Hoffenheim: Baumann - Adams (58. Vogt), Nordtveit, Posch - Gacinovic (58. Kaderabek), Rudy, Samassekou (74. Grillitsch), Baumgartner (74. Belfodil), John - Bebou (81. Dabbur), Kramaric. Trainer: Hoeneß.

FC Bayern - TSG Hoffenheim: Die Daten des Spiels

  • Tore: 1:0 Boateng (32.), 2:0 Müller (43.), 2:1 Kramaric (44.), 3:1 Lewandowski (57.), 4:1 Gnabry (63.)

  • Alaba bestritt sein 411. Pflichtspiel für die Bayern und zog damit an Lothar Matthäus vorbei.
  • Lewandowski steht nun bei 30 Torbeteiligungen in dieser Saison (24 Tore, 6 Assists) - kein anderer Spieler ligaweit kommt überhaupt auf deren 20.
  • Hoffenheims Andrej Kramaric erzielte 13 Tore nach 19 Spieltagen - der einzige Hoffenheimer, der zu diesem Zeitpunkt mehr hatte, war Vedad Ibisevic 2008/09 (18).

Der Star des Spiels: Joshua Kimmich (FC Bayern)

Starke Leistung des Mittelfeldchefs, der seine Kollegen immer wieder lautstark antrieb und viele Zweikämpfe (knapp 60 Prozent) gewann. Kimmich bereitete zudem das 1:0 durch Boateng vor - sein bereits zehnter Assist (Ligabestwert).

Der Flop des Spiels: Ilhas Bebou (TSG Hoffenheim)

Wie das Spiel wohl gelaufen wäre, wenn der Angreifer der TSG die zwei Großchancen beim Stande von 0:0 genutzt hätte? Es war ein gebrauchter Nachmittag für Bebou, auch wenn er immerhin das einzige Hoffenheimer Tor vorbereitete.

Der Schiedsrichter: Benjamin Cortus

Solide, unaufgeregte Vorstellung des 39-Jährigen. Ließ sich auch von einem "Anschiss" von Kimmich in der Anfangsphase ("Schiri, was pfeifst du da?") nicht einschüchtern und blieb seiner Linie bis zum Schluss treu. Erkannte das vermeintliche Tor von Pavard zum 5:1 in der 71. Minute nach Rücksprache mit dem VAR ab - eine korrekte Entscheidung, da Vorlagengeber Sane zuvor im Abseits gestanden hatte.

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