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Fussball

Hertha BSC - 1. FC Union Berlin 3:1: Piatek-Doppelpack! Hertha dreht Derby gegen dezimiertes Union

SID
Piatek erzielte gegen Union Berlin einen Doppelpack.

Hertha BSC hat dank Joker Krzysztof Piatek das "Geisterderby" gegen Union Berlin gewonnen und die Vormachtstellung des Rivalen in der Hauptstadt ins Wanken gebracht. Der eingewechselte polnische Nationalstürmer sorgte mit seinem Doppelpack (74. und 77.) fast im Alleingang für Herthas 3:1 (2:1)-Prestigesieg am Freitagabend gegen die Eisernen, die knapp 70 Minuten in Unterzahl spielen mussten. Hertha verkürzte den Rückstand in der Tabelle auf Union auf fünf Punkte.

"Ich bin sehr glücklich, ein tolles Gefühl. Wir haben den Derbysieg und sind ein Team. Das haben wir heute gezeigt", sagte Matchwinner Piatek bei DAZN. Sein Teamkollege Niklas Stark fügte an: "Wir wussten, was auf dem Spiel steht. Für die Fans, die ganze Stadt. Berlin ist Blau-Weiß - wie immer."

Die 1:0-Führung für Union erzielte im zuschauerfreien Olympiastadion Stürmer Taiwo Awoniyi (20.). Nur drei Minuten später sah Robert Andrich, der bei einem Zweikampf mit Lucas Tousart das Bein zu hoch gestreckt und seinen Gegenspieler an der Schulter getroffen hatte, wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Hertha tat sich trotz mehr Ballbesitz und der nummerischen Überlegenheit lange schwer, doch dann traf Rechtsverteidiger Peter Pekarik zum 1:1 (51.). Danach schlug Piatek gleich doppelt zu.

Den zuletzt überragenden Max Kruse, der mit neun Scorerpunkten ligaweit Platz drei hinter den Superstars Robert Lewandowski (18) und Erling Haaland (12) belegt, hatten die Blau-Weißen gut im Griff.

In der Nachspielzeit kam Kruse nach einem Schubser ins Straucheln und verletzte sich dabei offenbar am rechten Knie. Das Feld konnte er nur gestützt und offensichtlich unter Schmerzen verlassen. "Das wird sich jetzt richtig angeschaut", sagte Union-Trainer Urs Fischer direkt nach dem Abpfiff bei DAZN: "Ich hoffe, dass es nicht allzu schlimm ist." Eine offizielle Diagnose stand am Freitagabend noch aus.

Hertha BSC - Union Berlin: Die Stimmen

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): "Ich bin sehr zufrieden mit den drei Punkten. Es ist ein Derby, das bedeutete jedem Spieler einiges, auch für uns als Mannschaft. Auch dem Publikum, das nicht da ist. Es ist etwas Schönes, was wir ihnen mitgegeben haben. Es war kein einfaches Spiel, nicht umsonst hat Union so viele Punkte geholt."

Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Wir waren lange in Unterzahl, die Jungs haben toll gekämpft und die Räume zugestellt. So viele Tormöglichkeiten hatte Hertha nicht, sie waren sehr effizient mit dem, was wir zugelassen haben. Diese Niederlage gilt es zu akzeptieren. Die Rote Karte war der Knackpunkt. Bis dahin waren wir gut im Spiel und konnten in Führung gehen. Aus meiner Sicht haben wir es sehr gut gemacht bis zur Pause, in der zweiten Hälfte war Hertha sehr effizient. Wir werden natürlich eine Analyse machen."

Krzysztof Piatek (Torschütze Hertha BSC): "Ich bin sehr glücklich, es fühlt sich unglaublich an. Ich bin ein Stürmer und das wichtigste für mich, ist es Tore zu schießen und dem Team zu helfen. Wir sind ein Team, einer kämpft für den anderen, das haben wir heute gezeigt. Wir haben bewiesen, dass wir besser als Union sind, das ist das Wichtigste. Ich hoffe, dass wir jetzt an diese Leistung anknüpfen."

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin): "Wir haben das Spiel in der 20. Minute verloren. Egal gegen welchen Bundesligist du 70 Minuten in Unterzahl spielst, es ist sehr schwierig. Wir haben es bis zum 1:1 gut verteidigt und waren im Spiel, aber irgendwann lässt die Kraft nach. Das müssen wir leider akzeptieren. Wenn du mit dem ersten Torschuss den Treffer kassierst, ist das sehr bitter. Ich bin davon überzeugt, hätten wir zu elft gespielt, wäre es ein anderes Resultat gewesen."

Awoniyi besorgt Union-Führung - Andrich sieht Rot

Hertha hatte im Vorfeld die Derby-Stimmung angeheizt und in der gesamten Stadt zehntausende Vereinsflaggen aufstellen lassen. Im Stadtteil Köpenick, der Heimat von Union, landeten viele davon schnell in Mülleimern. Ärger gab es auch mit dem Ordnungsamt, es drohte sogar ein Bußgeld. Der Klub versprach, sich um die Entsorgung der übrig geblieben Fahnen zu kümmern.

Es entwickelte sich zu Beginn genau die Partie, die alle im Vorfeld erwartet hatten: verbissen geführte Zweikämpfe, hohe Laufbereitschaft, wenig Räume für die Offensiven, kaum Strafraumaktionen. Doch dann kam Schwung ins Spiel: Union ging mit dem ersten gelungenen Spielzug in Führung, nachdem Marcus Ingvartsen den Ball sehenswert auf Torschütze Awoniyi durchgesteckt hatte.

Die Freude der Gäste währte aber nur drei Minuten. Nach Andrichs Platzverweis begann für Union ein harter Abwehrkampf, selbst Stürmer Awoniyi ließ sich oft tief in die eigene Hälfte fallen. Ingvartsen übernahm Andrichs Rolle im defensiven Mittelfeld.

Hertha BSC trotz Überzahl mit Problemen

Hertha tat sich mit einem Mann mehr lange schwer. Dem Team fehlten die Ideen, das Bollwerk der Union zu knacken. Herthas Mann für die kreativen Momente, der Brasilianer Matheus Cunha, wurde von den Rot-Weißen meistens gut zugestellt. Und so war es Dodi Lukebakio (40. und 44.), der vor dem Halbzeitpfiff zwei gute Chancen für die Hausherren ausließ. "Wir machen ein schlechtes Spiel", sagte Sportdirektor Arne Friedrich zur Halbzeit bei DAZN.

Zur zweiten Halbzeit brachte Hertha-Trainer Bruno Labbadia in Krzysztof Piatek und Javairo Dilrosun zwei zusätzliche Offensivkräfte. Der Druck auf die Unioner wurde etwas größer - nach dem Ausgleich durch Pekarik nahm er aber kurioserweise wieder etwas ab. Doch auf Piatek war letztlich Verlass.

Hertha BSC - Union Berlin: Die Aufstellungen

Hertha BSC: Schwolow - Pekarik (90.+2 Zeefuik), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt - Stark - Tousart (46. Dilrosun), Guendouzi - Darida (46. Piatek) - Lukebakio (85. Mittelstädt), Cunha (90.+2 Leckie).

Union: Luthe - Friedrich, Knoche, Ryerson (82. Teuchert) - Trimmel (78. Bülter), Andrich, Prömel (82. Becker), Lenz (77. Gießelmann) - Ingvartsen - Kruse, Awoniyi (54. Griesbeck).

Bundesliga: Die aktuelle Tabelle

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München931:131822
2.RB Leipzig918:61220
3.Bayer Leverkusen916:9719
4.Borussia Dortmund921:91218
5.Wolfsburg914:8617
6.1. FC Union Berlin1022:14816
7.Borussia M'gladbach917:14315
8.FC Augsburg911:12-112
9.Eintracht Frankfurt914:16-212
10.VfB Stuttgart917:15211
11.Hertha BSC1018:19-111
12.Werder Bremen913:15-211
13.TSG Hoffenheim915:16-19
14.SC Freiburg910:20-107
15.1. FC Köln910:15-56
16.1. FSV Mainz 05911:22-115
17.Arminia Bielefeld96:19-134
18.Schalke 0496:28-223
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