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Werder Bremen - 1. FC Köln 6:1: Wahnsinn an der Weser! SVW rettet sich in die Relegation

Der SV Werder Bremen hat den zweiten Bundesliga-Abstieg seiner Vereinsgeschichte vorerst abgewendet. An einem dramatischen 34. Spieltag setzte sich die Mannschaft von Florian Kohfeldt mit 6:1 (3:0) gegen einen desolaten 1. FC Köln durch und rutschte aufgrund der 0:3-Niederlage von Fortuna Düsseldorf bei Union Berlin auf den Relegationsplatz.

Der Relegationsgegner wird am Sonntag ab 15.30 Uhr zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem Hamburger SV ermittelt. Die Heidenheimer (55 Punkte) treten bei Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld an, der HSV (54 Punkte) empfängt den SV Sandhausen.

"Wir wussten immer, dass wir noch nicht tot sind und noch eine Chance haben. Heute ist alles für uns gelaufen", sagte Bremens Mittefeldspieler Davy Klaassen nach dem vollbrachten Wunder bei Sky: "Aber es ist erst ein Halbfinale, jetzt haben wir noch zwei Finalspiele." Auch Bremens Aufsichtsratschef Marco Bode wollte nicht zu erleichtert klingen. Eine Analyse des besten Saison-Auftritts sei "schwierig", meinte er, "aber wenn die Relegation gut geht, dann wird heute ein ganz besonderer Tag gewesen sein".

Werder Bremen - 1. FC Köln: Die Stimmen

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir haben heute unter Druck eine tolle Leistung abgerufen. Wir sind uns aber vollkommen bewusst, dass wir nichts erreicht haben. In der Relegation werden die Emotionen noch größer als heute. Was mir heute imponiert hat, ist, wie wir drangeblieben sind und es erzwungen haben. Wir werden jetzt den Druck hoch halten."

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Ich kann sagen, dass die ganze Saison nicht einfach war. Wir haben letzte Woche unser Ziel erreicht, da fällt die Spannung ab. Ich werde nicht auf meine Mannschaft einhacken. Aber wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, es ist uns nicht gelungen, unsere normale Leistung abzurufen."

Werder Bremen - 1. FC Köln: Die Analyse

Werder zeigte von Anfang an ein anderes Gesicht als beim 1:3 in Mainz am vergangenen Spieltag. Die taktisch variabel - mal im 3-4-3, mal im 4-4-2 - agierende Kohfeldt-Elf präsentierte sich nicht nur aggressiv gegen den Ball, sondern suchte bei eigenem Ballbesitz auch schnell den Weg nach vorne.

Insbesondere die Anwesenheit des zuletzt verletzungsbedingt verhinderten Rashica, der den Vorzug vor Bittencourt erhielt, wirkte sich positiv auf das Offensivspiel von Werder aus. Der mit RB Leipzig und Hertha BSC in Verbindung gebrachte Stürmer war vorne überall zu finden und initiierte gemeinsam mit Osako und dem für Sargent ins Team gerutschten Füllkrug viele Angriffe.

Zwischen der 20. und 30. Minute funktionierte für die Hausherren dann alles: Osako traf nach einem zur Vorlage mutierten Fehlschuss von Eggestein (23.), Rashica erwischte FC-Keeper Horn (27.) auf dem falschen Fuß und Füllkrug verwertete eine Flanke von Friedl in bester Mittelstürmer-Manier (30.). Von den bereits geretteten Kölnern kam so gut wie keine Gegenwehr. Das Fehlen von Top-Torjäger Corodba (Adduktorenprobleme) machte sich deutlich bemerkbar, die Mannschaft von Gisdol gab in Durchgang eins nur einen Schuss auf das Tor von Pavlenka ab und gewann zudem nur 40 Prozent ihrer Zweikämpfe.

Daran änderte sich auch nach dem Wiederanpfiff nichts. Es spielte nur der Gastgeber und belohnte sich durch Klaassen (55.) und erneut Osako (58.). Der durch einen Fehlpass von Rashica ermöglichten Kölner Ehrentreffer von Drexler (62.) tat dem Spielfluss des SVW keinen Abbruch. Der eingewechselte Sargent machte das halbe Dutzend voll (68.), womit auch klar war, dass dem Rivalen aus Düsseldorf auch ein Remis in Berlin nicht zur Rettung gereicht hätte.

Werder Bremen - 1. FC Köln: Die Aufstellungen

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl - Vogt (81. Bargfrede), M. Eggestein, Klaassen (75. Bartels), Osako (88. Pizarro) - Füllkrug (46. Sargent), Rashica (87. Bittencourt)

Köln: T. Horn - Leistner (34. Höger), Bornauw, Czichos - Ehizibue, Skhiri, Rexhbecaj (46. Thielmann), Jakobs (75. Lemperle), Uth (46. Katterbach), Drexler - Modeste (75. Clemens)

Werder Bremen - 1. FC Köln: Die Daten des Spiels

  • Tore: 1:0 Osako (23.), 2:0 Rashica (27.), 3:0 Füllkrug (30.), 4:0 Klaassen (55.), 5:0 Osako (58.), 5:1 Drexler (62.), 6:1 Sargent (68.)

  • Bremen absolvierte sein 1900. Bundesliga-Spiel - Höchstwert aller Vereine!
  • Köln blieb im elften Ligaspiel in Folge ohne Weiße Weste - nur Schalke (zwölf) hat ligaweit eine längere Negativ-Serie.
  • In seinen letzten vier Spielen sammelte Klaassen vier Torbeteiligungen (zwei Tore, zwei Vorlagen), genauso viele wie in seinen 22 Spielen zuvor zusammen.

Der Star des Spiels: Yuya Osako (Werder Bremen)

Mit zwei Treffern und einem Assist der wichtigste Mann in Werders Offensive. Präsentierte sich bei seinen beiden Toren gegen seinen früheren Arbeitgeber brutal abschlussstark, war immer anspielbar und kombinationslustig. Ebenfalls auffällig: Rashica, der aber auch das Kölner Tor mit seinem verunglückten Rückpass einleitete.

Der Flop des Spiels: Timo Horn (1. FC Köln)

Eigentlich versagte die gesamte Defensive der Geißböcke. Torhüter Horn patzte beim zweiten Gegentreffer allerdings am deutlichsten, als er Rashicas zentralen, mehr als haltbaren Schuss unkonventionell mit dem Fuß abwehren wollte und sich damit zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt krass verschätzte.

Der Schiedsrichter: Bastian Dankert

Hatte die von beiden Mannschaften weitestgehend fair geführte Partie im Griff. Verteilte Gelb an den Bremer Klaasen und die Kölner Uth sowie Ehizibue für überhartes Einsteigen.

Die Abschluss-Tabelle der Bundesliga

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München34100:326882
2.Borussia Dortmund3484:414369
3.RB Leipzig3481:374466
4.Borussia M'gladbach3466:402665
5.Bayer Leverkusen3461:441763
6.TSG Hoffenheim3453:53052
7.Wolfsburg3448:46249
8.SC Freiburg3448:47148
9.Eintracht Frankfurt3459:60-145
10.Hertha BSC3448:59-1141
11.1. FC Union Berlin3441:58-1741
12.Schalke 043438:58-2039
13.1. FSV Mainz 053444:65-2137
14.1. FC Köln3451:69-1836
15.FC Augsburg3445:63-1836
16.Werder Bremen3442:69-2731
17.Fortuna Düsseldorf3436:67-3130
18.SC Paderborn 073437:74-3720
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