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1. FSV Mainz 05 - SV Werder Bremen 3:1: SVW taumelt Abstieg entgegen - Mainz bejubelt Klassenerhalt

SID
Werder-Trainer Florian Kohfeldt könnte mit dem Klub am kommenden Wochenende absteigen.

Werder Bremen taumelt dem ersten Abstieg seit 40 Jahren immer stärker entgegen, beim Dauerbrenner von der Weser gehen langsam die Lichter aus: Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt verlor am vorletzten Spieltag der Bundesliga den Keller-Showdown beim FSV Mainz 05 mit 1:3 (0:2) und kann den Absturz in die Zweitklassigkeit nur noch mit Schützenhilfe verhindern.

Die Mainzer verwandelten indes durch Robin Quaison (25.), Jean-Paul Boetius (30.) und Edimilson Fernandes (85.) ihren ersten "Matchball" zum Klassenerhalt. Yuya Osakos Anschlusstreffer (58.) war zu wenig für die Hanseaten, weshalb Werders 1900. Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln für längere Zeit das letzte sein könnte.

Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Fortuna Düsseldorf auf Relegationsplatz 16 - gewinnen die Rheinländer am Samstag parallel bei Union Berlin, ist Bremens zweiter Absturz in die 2. Liga nach 1980 bittere Realität. Erstmals seit der Saison 1998/99 könnte sogar die Tordifferenz über den Abstieg entscheiden.

"Da ist aktuell viel Leere, weil wir hier eine große Chance hatten, die haben wir verpasst. Jetzt wird es sehr schwer, auch wenn es noch möglich ist. Wir werden alles probieren", sagte Kohfeldt bei Sky. Die effizienten Mainzer hingegen schrien nach dem vorzeitigen Klassenerhalt ihre unbändige Freude und Erleichterung heraus. "Ich bin stolz auf Euch, Männer!", brüllte Sportvorstand Rouven Schröder seinen im Kreis versammelten Profis entgegen. Sein Fazit: "Andere werden am Stück Meister, wir bleiben am Stück in der Liga."

FSV Mainz 05 - Werder Bremen: Die Stimmen

Achim Beierlorzer (Trainer FSV Mainz 05): "3:1, Deckel drauf, Sack zu und durchschnaufen. Ich merke schon, dass die letzten Wochen sehr anstrengend waren. Jetzt sind wir einfach überglücklich. Es war kein Endspiel, aber wir haben heute einen Matchball gehabt. Den haben wir verwandelt. Das waren 97 Minuten, in denen wir arbeiten mussten. Deshalb großes Lob für diese Mentalität und Identifikation. Wir haben es geschafft. Druck war die ganze Zeit da, aber wir haben die Momente genutzt."

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir haben eine Riesenchance vergeben, weil wir es nicht geschafft haben zu gewinnen, obwohl Fortuna Düsseldorf nicht gewonnen hat. Ich bin sehr enttäuscht, ich bin leer, und ich muss mich ein bisschen sammeln. Wir müssen alles auf dieses Köln-Spiel ausrichten. Auch wenn es nur eine geringe Chance ist, es ist noch eine Chance. Wir sind es jedem - uns selber und vor allen Dingen jedem Mitarbeiter und jedem Fan dieses Vereins - schuldig, nächste Woche alles dafür zu tun, diesen Sieg zu holen."

Mainz - Werder: Quaison und Boetius treffen für 05

An der riesigen Bedeutung des Spiels in Mainz hatte Kohfeldt im Vorfeld keinen Zweifel gelassen. "Es geht in der Tat um alles. Es zählt nur ein Sieg", sagte der 37-Jährige. Und seine Spieler begriffen den Ernst der Lage. Die Norddeutschen begannen enorm bissig, die Ersatzspieler auf der Tribüne feierten jede gelungene Aktion mit Höllenlärm. Erst parierte Mainz-Keeper Florian Müller glänzend gegen Joshua Sargent (4.), nur drei Minuten später verpasste Leonardo Bittencourt die Werder-Führung äußerst knapp.

Da aber auch die Mainzer nach der ersten Druckphase der Gäste mutig nach vorne spielten, entwickelte sich eine Partie von enorm hoher Intensität. Erst hatten Jean-Philippe Mateta (11.) und Boetius (18.) das 1:0 auf dem Fuß, kurz darauf traf Quaison im Getümmel nach einem Freistoß mit seinem 13. Saisontor mitten ins Bremer Herz. Und es kam nur fünf Minuten später noch dicker: Mit einem traumhaften Solo ließ FSV-Kapitän Danny Latza mehrere Gegenspieler aussteigen und legte den Ball per Hacke perfekt für Boetius auf, der von der Strafraumkante vollendete.

Nach Osakos Anschlusstreffer: Bremer Aufholjagd ohne Erfolg

Die Mainzer, die zuvor alle drei Geister-Heimspiele ohne eigenes Tor verloren hatten, spielten sich in einen wahren Rausch. Bei einer Doppelchance der 05er verhinderte der starke Werder-Torwart Jiri Pavlenka (36.) in seinem 100. Bundesliga-Spiel in größter Not gar das 0:3.

Das Spiel der Norddeutschen wurde immer fehlerbehafteter, die Pause kam zur rechten Zeit. Mit frischem Mut startete Werder in die zweite Hälfte: Der eingewechselte Niclas Füllkrug (53.) kam nach starker Ballannahme frei vor dem Mainzer Tor zum Abschluss, Müller entschärfte den zu unplatzierten Schuss aber.

Mainz stand gegen druckvolle Bremer zu tief und wurde durch Osako bestraft, erst danach wurden die Gastgeber wieder aktiver. Der bärenstarke Pavlenka hielt Bremen aber zunächst im Spiel, es folgte eine hitzige Schlussphase.

FSV Mainz 05 gegen Werder Bremen: Die Aufstellungen

Mainz: Florian Müller - Baku, St. Juste, Niakhate, Brosinski - Malong (65. Fernandes), Latza (56. Barreiro) - Onisiwo (77. Alexander Hack), Boetius, Quaison (46. Öztunali) - Mateta (64. Szalai). - Trainer: Beierlorzer

Bremen: Pavlenka - Veljkovic (85. Selke), Groß (46. Bartels), Moisander - Gebre Selassie (44. Augustinsson), Maximilian Eggestein, Klaassen, Friedl (81. Pizarro) - Bittencourt (46. Füllkrug), Osako - Sargent. - Trainer: Kohfeldt

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