Fussball

1. FC Köln - Eintracht Frankfurt 1:1: Effzeh ist gerettet, Adler begraben Europa-League-Hoffnung

SID
Stefan Ilsanker und Jhon Cordoba im Zweikampf.

Die Erleichterung war Trainer Markus Gisdol und seinen Spielern anzusehen. Das 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt reichte zum Klassenerhalt, auch wenn der FC weiterhin seit dem Restart der Bundesliga auf einen Sieg warten musste.

"Das Ziel war, nicht abzusteigen. Wir sind sehr froh darüber. Hintenraus war es eng, der Punkt geht aber in Ordnung", sagte FC-Mittelfeldspieler Mark Uth bei Sky, "es war ein sehr intensives Spiel. Wir wollten alles raushauen und werden das nächste Woche auch so tun." Dann muss der FC bei Werder Bremen ran, das weiter um den Klassenerhalt kämpft.

Nach 90 Minuten Sommerfußball mischten sich die Spieler beider Teams bunt auf dem Rasen, alles wirkte wie ein gemütliches Zusammensein. "Es war so warm, so schwül, es war einfach Wahnsinn", sagte Bas Dost zum Remis. Der Niederländer meinte, es sei sogar ein Sieg möglich gewesen: "Manchmal waren wir im Spiel nicht wirklich glücklich, am Ende war mehr drin." Das sah auch Martin Hinteregger so: "Wir waren dominant über 90 Minuten."

1. FC Köln - Eintracht Frankfurt: Die Stimmen der Trainer

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Die Zielerreichung mit dem Klassenerhalt überlagert gerade alles, weil uns allen ein großer Stein vom Herzen fällt. Als wir im Winter angefangen haben, war hier praktisch alles erledigt, und dann haben wir uns rausgearbeitet. Alle haben viel investiert, es lief, es hat alles funktioniert, wir hatten einen Teamgeist entwickelt. Und dann kam Corona, und das hat uns diese Möglichkeit, dieses Gemeinsame genommen. Ich glaube, dass uns das mehr gekostet hat als jede andere Mannschaft der Liga, weil wir sehr eng waren, auch in der Art und Weise, wie wir gemeinsam die Gegner bespielt haben. Wir haben sehr viel Energie gelassen, und die haben wir im Mai und Juni nicht mehr komplett auf den Platz bekommen. Trotzdem war die Mannschaft immer stabil."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ich sehe zwei verlorene Punkte, weil wir über 90 Minuten besser waren. Wir haben auch in der zweiten Hälfte auf Sieg gespielt, es ist schade für die Jungs. Die Leistung war absolut in Ordnung. Wir wollten die letzte Chance auf Platz sieben wahren, aber wir wussten in der Pause schon, dass die Konkurrenz führt. Als Verein, als Mannschaft hätten wir es uns gewünscht. Auf der anderen Seite war es aber auch keine einfache Saison, und man darf auch auf einen einstelligen Tabellenplatz mal stolz sein. Enttäuschung ist daher das völlig falsche Wort."

Köln - Frankfurt: SGE mit dem besseren Start

Frankfurts leise Hoffnung auf die Europa League mussten allerdings begraben werden. Florian Kainz (45.) besorgte per Foulelfmeter die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung für die Kölner, Dost (72.) glich aus.

Zu Beginn hatten sich beide Teams in die erwarteten Rollen gefügt. Frankfurt wirkte selbstsicher, besser organisiert und war jederzeit Herr der Lage. Köln, das kurzfristig auf den verletzten Kapitän Jonas Hector verzichten musste, kam kaum mal kontrolliert dem Eintracht-Tor nahe, verteidigte allerdings immerhin das eigene entschlossen und diszipliniert.

So blieben gefährliche Szenen eine Seltenheit. Ein früher Versuch von Dost (5.) verfehlte das Ziel, nach einer halben Stunde musste Timo Horn im Kölner Tor eine scharfe Flanke von Filip Kostic artistisch klären, viel mehr passierte nicht.

Erst kurz vor der Pause wurde auch Köln etwas aktiver, ein Fallrückzieher von Mark Uth (40.) war die erste Chance der Gastgeber. Der kuriose Elfmeter stellte das Spiel dann dennoch auf den Kopf: Sebastian Rode versprang in einer scheinbar ungefährlichen Situation der Ball, Uth sprang dazwischen und wurde vom Frankfurter getroffen.

Schießen wollte die Schalker Leihgabe nach zuletzt zwei Fehlversuchen nicht. Kainz übernahm und verwandelte, obwohl Frederik Rönnow die richtige Ecke erahnt hatte. Wie angekündigt stand der dänische Nationalspieler am Samstag anstelle von Kevin Trapp im Tor.

Eintracht Frankfurt: Bas Dost erzielt den Ausgleich

Die Kölner Führung veränderte das Spiel, nach der Pause begegneten sich die Teams eher auf Augenhöhe. Frankfurt forderte einen Elfmeter, nachdem Rafael Czichos der Ball im Strafraum an die Hand sprang (54.), Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) pfiff jedoch nicht. Auf der anderen Seite wurde Jhon Cordobas (61.) Versuch im letzten Moment von Evan Ndicka geblockt.

Nach 64. Minuten verhinderte Dost durch ein Handspiel das Tor seines Teamkollegen Martin Hinteregger, machte es aber wenig später wieder gut: Eine starke Hereingabe von Djibril Sow verwertete der Niederländer zum Ausgleich.

1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt: Die Aufstellungen

Köln: Timo Horn - Leistner, Bornauw, Czichos - Ehizibue (86. Schmitz), Skhiri, Rexhbecaj (78. Thielmann), Jakobs - Uth (87. Drexler), Kainz (78. Höger) - Cordoba (68. Modeste). - Trainer: Gisdol

Frankfurt: Rönnow - Ilsanker, Hinteregger, Ndicka - Torro - Rode (63. Kohr), Sow (80. de Guzman) - Chandler (63. da Costa), Kostic - Silva, Dost. - Trainer: Hütter

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