Fussball

1. FC Union Berlin - SC Paderborn 07 1:0: SCP steigt aus der Bundesliga ab - Union gerettet

SID
Der SC Paderborn steht als erster Absteiger fest.

Der SC Paderborn hat Gewissheit: Er steigt aus der Bundesliga ab. Die Trauer hält sich in Grenzen. Union Berlin gelingt hingegen der vorzeitige Klassenerhalt.

Das erwartbare Ende einer abenteuerlichen Reise tat kaum noch weh. Der SC Paderborn hatte sich zwar bis zuletzt gegen den unerbittlich heranrollenden Bundesliga-Abstieg gestemmt, mit Herz und Leidenschaft - aber mit doch seit Monaten spürbar viel zu geringer Qualität. Seit Dienstag ist gewiss, womit lange zu rechnen gewesen war: Die Ostwestfalen spielen in der kommenden Saison wieder zweitklassig.

"Es hat immer irgendwie ein bisschen was gefehlt", sagte Kapitän Christian Strohdiek nach dem 0:1 (0:1) bei Union Berlin ernüchtert ins Sky-Mikrofon. Das passte auf das Spiel, aber auch auf die gesamte Saison. "Wenn die erste Enttäuschung verflogen ist, können wir einfach nur stolz sein", sagte Strohdiek. Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist in den verbleibenden zwei Saisonspielen nicht mehr aufzuholen.

Für Paderborn ist es nach 2015 der zweite Bundesliga-Abstieg - besiegelt wurde er ausgerechnet am Tag der Bundesliga-Rückkehr des Lokalrivalen Arminia Bielefeld. Zudem wechselt der SCP im dritten Jahr in Folge die Spielklasse, nachdem er in den beiden Vorsaisons von der 3. Liga bis in die Bundesliga durchmarschiert war.

Union Berlin - SC Paderborn: Die Stimmen zum Spiel

Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Es war eine lange Saison. Wenn du es geschafft hast und über die Ziellinie gegangen bist, ist das einfach ein tolles Gefühl. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet. Wir haben eine tolle Saison gespielt."

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): "Wir sind natürlich enttäuscht. Der Abstieg ist aber auch nichts, was nicht vorhersehbar war. Wir haben es in der gesamten Saison einfach nicht geschafft, genügend Punkte zu holen. Es macht uns traurig. Man muss leider sagen, dass es für mehr nicht gereicht hat. 20 Punkte sind zwei Spieltage vor Schluss nicht ausreichend für die Liga, das müssen wir uns eingestehen. Wir hätten gerne es geschafft, mehr Konkurrenz zu sein. Trotzdem haben wir auch viel richtig und gut gemacht. Ich bin glücklich und stolz auf die Jungs, wie sie gearbeitet haben."

Union Berlin gelingt vorzeitiger Klassenerhalt

Riesenjubel herrschte dagegen bei Union: Dem Liganeuling gelang der vorzeitige Klassenerhalt, Union darf ein weiteres Jahr im Oberhaus planen - zwei Derbys gegen Hertha BSC inklusive. Der ehemalige Unioner Ben Zolinski (27., Eigentor) hatte die Berliner mit einer verunglückten Abwehraktion in Führung geköpft.

Angesichts der scheinbar aussichtslosen Lage im Tabellenkeller hatte Trainer Steffen Baumgart vor dem Spiel bei seinem Herzensklub Union den Druck von seiner Mannschaft genommen. "Die Spieler sollen sich gegenseitig unterstützen und mutig nach vorne spielen. Wir können befreit aufspielen", hatte der Coach gesagt.

Das "Feuerwerk", das sich Baumgart von seiner Mannschaft gewünscht hatte, blieb jedoch aus. Der SCP suchte im Spielaufbau vergeblich nach Lösungen gegen die gut organisierten Berliner und leistete sich zu viele einfache Ballverluste. In der Defensive bot Paderborn den Berlinern zudem immer wieder Räume.

Union nutzte diese mit teils guten Kombinationen. Sebastian Andersson (2.), Ken Reichel (13.) und Marius Bülter (24.), der an den Außenpfosten köpfte, kamen zu guten Möglichkeiten, ehe Zolinski Paderborns ohnehin geringe Chancen auf die Rettung weiter verschlechterte. Für die einzig gefährliche Aktion der Gäste sorgte Mohamed Dräger (38.), der aus kurzer Distanz aber nur das Außennetz traf.

Union Berlin: Fans feuern außerhalb des Stadions an

Wie bereits im vorherigen Heimspiel gegen Schalke 04 machten sich Unions Fans bemerkbar. Vereinzelte Anfeuerungen und Rufe von außerhalb des Stadions an der Alten Försterei waren im Innenraum deutlich zu hören.

Paderborns Gegenwehr wurde nach dem Seitenwechsel größer. Baumgarts Team kam besser in die Zweikämpfe und verlagerte das Spiel in die Hälfte des Gegners. Union sorgte selten für Entlastung - wurde dann aber brandgefährlich: Robert Andrich (72.) scheiterte am Innenpfosten.

Union Berlin gegen den SC Paderborn: Die Aufstellungen

Berlin: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Reichel - Andrich (88. Schmiedebach), Prömel - Ingvartsen, Gentner (77. Kroos), Bülter (61. Mees) - Andersson (88. Ujah). - Trainer: Fischer

Paderborn: Zingerle - Hünemeier, Strohdiek (14. Dräger), Collins - Vasiliadis, Gjasula - Antwi-Adjei, Holtmann (76. Pröger) - Ritter, Zolinski (76. Evans) - Mamba (66. Srbeny). - Trainer: Baumgart

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