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VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:3: Sieg bei den Wölfen - BVB macht dank Guerreiro und Hakimi Druck auf die Bayern

Von SPOX
Jubel über den Sieg gegen Wolfsburg: Dortmunds Hakimi, Hazard, Haaland und Dahoud (v.l.).

Mit dem sechsten Ligasieg in Serie hält Borussia Dortmund im Titelkampf den Druck auf Tabellenführer Bayern München aufrecht. Die Westfalen setzten sich beim VfL Wolfsburg dank der Treffer von Raphael Guerreiro (32.) und Achraf Hakimi (78.) mit 2:0 (1:0) durch und dürfen verhalten optimistisch dem Bundesliga-Gipfeltreffen am Dienstag im heimischen Stadion gegen den Rekordmeister entgegensehen.

Es war der sechste Sieg nacheinander für die Westfalen, vor dem Bundesliga-Klassiker gegen Bayern München am Dienstag (18.30 Uhr) hielt der BVB, der sich am Saisonende von Mario Götze trennen wird, damit den Druck auf den Rekordmeister im Kampf um die Schale aufrecht.

"Von den Bayern möchte ich jetzt noch nicht sprechen, erst einmal wollen wir diesen Sieg genießen", sagte Favre nach dem Spiel. Guerreiro mit seinem achten und Hakimi mit seinem fünften Saisontreffer bescherten dem BVB den souveränen Arbeitssieg gegen weitgehend ungefährliche Wolfsburger. Der VfL verlor kurz vor Schluss den knapp 20 Minuten zuvor eingewechselten Felix Klaus (64.) durch eine Rote Karte nach einem groben Foulspiel und anschließender Videoüberprüfung (83.).

"Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir waren froh, als wir das zweite Tor geschossen haben", sagte BVB-Verteidiger Manuel Akanji, der vor dem Platzverweis gefoult worden war, bei der ARD. "Wir haben das ganze Spiel über gut verteidigt und nur eine Chance zugelassen, wenn ich mich richtig erinnere." Von 30 möglichen Punkten in der Rückrunde hat der BVB nun 27 geholt, bei seiner Serie von sechs Siegen blieb er fünfmal ohne Gegentor.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund: Die Stimmen zum Spiel

Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Eigentlich wollten wir mutiger spielen, aber wir haben bei Ballbesitz zu viele Fehler gemacht. Mit der zweiten Halbzeit war ich zufriedener, wir hatten da unsere Ausgleichschance. Aber der BVB war ohne jede Frage effizienter Die Rote Karte gegen Felix Klaus war eine harte Entscheidung, ursprünglich hatte der Schiedsrichter ja nicht mal eine Gelbe Karte gegeben."

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben verdient gewonnen und sofort nach Spielbeginn gezeigt, dass wir unbedingt siegen wollten. Die erste Halbzeit haben wir sehr gut kontrolliert, aber das kann man nicht über 90 Minuten machen. Als positiv empfinde ich, dass die Spieler mich als Trainer im Stadion jetzt besser hören können. Normalerweise verstehen mich immer nur meine Außenspieler."

BVB: Hummels zur Pause verletzt ausgewechselt

Guerreiros Führungstreffer war der Höhepunkt einer von beiden Seiten enttäuschenden ersten Halbzeit. Ohne Zuschauer wirkte die Partie wie ein Trainingsspiel, Strafraumszenen waren an den Fingern einer Hand abzuzählen. Die beiden Trainer Oliver Glasner (Wolfsburg) und Lucien Favre (Dortmund) wirkten am Spielfeldrand fast temperamentvoller als ihre Akteure auf dem Rasen der Volkswagen-Arena.

Der Schweizer Coach reagierte auf diese Lethargie und ersetzte nach dem Seitenwechsel Mats Hummels, der sein 250. Bundesligaspiel für den BVB wegen einer leichten Blessur nicht zu Ende bringen konnte. Für den Ex-Nationalspieler, dessen Einsatz gegen die Bayern am Dienstag (18.30 Uhr) aber nicht gefährdet sein soll, kam Emre Can zum Einsatz.

Auch ohne personelle Maßnahmen wurden die Aktionen der Wolfsburger zu Beginn der zweiten Halbzeit druckvoller. Erstmals geriet sogar das Dortmunder Tor in Gefahr, doch ein verdeckter Schuss von Renato Steffen (48.) strich knapp über die Querlatte. In der 62. Minute scheiterte der Schweizer an seinem Landmann Roman Bürki im BVB-Gehäuse.

Wolfsburg bleibt harmlos - Zorc verkündet Götze-Abschied

Mehr als ein Strohfeuer war diese Aktionen aber nicht. Die Gäste übernahmen nach einer Stunde wieder das Kommando, ohne wirklich zu glänzen. Komplett vorbei lief die Begegnung an Erling Haaland, der Torjäger Norweger wählte immer wieder die falschen Laufwege und kam so gar nicht erst in erfolgversprechende Zweikämpfe vor dem VfL-Tor.

Schon vor der Begegnung der Partie hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bekanntgegeben, dass man den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Mario Götze nicht verlängern werde. "Es ist eine gemeinsame Entscheidung nach einem sauberen Gespräch. Mario ist ein richtig guter Junge", sagte Zorc im Sky-Interview.

Der Siegtorschütze im WM-Endspiel 2014 in Rio de Janeiro gegen Argentinien hatte sich zuletzt bei den Schwarz-Gelben keinen Stammplatz mehr erkämpfen können. Coach Favre betonte noch am Freitag, es sei schwer für Götze, einen Platz im Spielsystem der Borussia zu finden.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund: Die Aufstellungen

Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon (64. Klaus) - Schlager, Arnold - Steffen, Mehmedi (85. Joao Victor) - Weghorst, Ginczek (64. Brekalo). - Trainer: Glasner

Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels (46. Can), Akanji - Hakimi, Delaney (83. Balerdi), Dahoud, Guerreiro (83. Schmelzer) - Hazard (79. Reyna), Haaland, Brandt (65. Sancho). - Trainer: Favre

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