Fussball

RB Leipzig - SV Werder Bremen 3:0: RB erobert Tabellenspitze gegen erschreckend schwache Bremer

Von Stefan Petri
Florian Kohfeldt (M.) und sein Team bedanken sich bei den mitgereisten Werder-Fans.

RB Leipzig hat sein Heimspiel am 22. Spieltag gegen Werder Bremen souverän mit 3:0 (2:0) gewonnen und damit zumindest für einen Tag die Tabellenspitze zurückerobert. Werder kassierte im Abstiegskampf den nächsten Rückschlag und verlor zudem Abwehrchef Kevin Vogt durch eine Verletzung.

Mit 45 Punkten liegt RB nun zwei Punkte vor dem FC Bayern München, der am Sonntag beim 1. FC Köln gastiert (15.30 Uhr). Borussia Dortmund (4:0 gegen Eintracht Frankfurt am Freitagabend) belegt mit 42 Punkten Rang drei.

"Wir spielen unsere Spiele. Ob wir jetzt Gejagter sind oder Jäger, keine Ahnung", sagte Sportdirektor Markus Krösche bei Sky: "Die Jungs haben es gut gemacht. Das ist wichtig, dass wir diese Spiele gewinnen und dann schauen wir mal, was die nächsten Wochen bringen." "Wir haben Überzeugung in die Arbeit von Florian. Wir werden alles dafür tun, dass wir mit Florian, mit der Mannschaft die richtigen Maßnahmen finden, um uns zu befreien", sagte Sportdirektor Frank Baumann: "Er erreicht die Mannschaft, die Mannschaft steht hinter ihm. Deswegen gibt es keine Veranlassung, daran zu zweifeln."

RB Leipzig - Werder Bremen: Stimmen

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Ich bin glücklich darüber, dass wir heute gute Standards getreten haben und dadurch das Spiel in unsere Richtung haben kippen lassen. Der Sieg war verdient, auch wenn es kein großes Feuerwerk war. Das muss auch nicht immer sein, wir sind froh, dass wir gewonnen haben."

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Dass der Heimsieg für RB Leipzig verdient war, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Wie er zustande kam, war für uns trotzdem ärgerlich, weil ich die erste Halbzeit weitgehend in Ordnung fand. Nach der Halbzeit kriegen wir sofort das 0:3, da war das Spiel natürlich gelaufen."

RB Leipzig - Werder Bremen: Die Analyse

Wie auch schon in den letzten Wochen bemühte sich Werder auswärts mitzuspielen und gestaltete die ersten Minuten offen. Beide Trainer setzten auf eine Dreier-Abwehrkette, was ein extrem verdichtetes Mittelfeld zur Folge hatte. Leipzig übernahm Stück für Stück das Kommando und kam nach Ballgewinn besser in die Temposituationen, spielte diese aber nicht gut aus. Bezeichnend, dass beide Treffer in der ersten Halbzeit aus einer Standardsituation resultierten.

Werder konnte offensiv einmal mehr nahezu überhaupt nichts anbieten und hatte nur vor dem 0:2 eine kurze gute Phase mit zwei Abschlüssen über den Leipziger Kasten. Defensiv leistete man sich mehrfach krasse Fehler im Passspiel, nahezu jeder gegnerischer Standard brachte Gefahr. Bezeichnend: Gulacsi wurde in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zu seiner ersten Parade gezwungen - durch den eigenen Mann.

Der erste Angriff der Gastgeber nach dem Seitenwechsel brachte die endgültige Entscheidung durch Mukiele, danach trudelte die Partie mehr oder weniger aus. Werder verlor mit Vogt den einzigen Abwehrspieler in Normalform durch eine Knieverletzung und hatte Glück, dass RB nicht auf ein noch deutlicheres Ergebnis drängte. Nagelsmann konnte es sich in der letzten halben Stunde erlauben, Haidara, Ampadou und Forsberg vor dem Champions-League-Auswärtsspiel bei den Tottenham Hotspur am kommenden Mittwoch (ab 21 Uhr live auf DAZN) Spielpraxis zu geben.

RB Leipzig - Werder Bremen: Die Aufstellungen

Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Klostermann (60. Ampadu), Upamecano, Halstenberg - Laimer (60. Haidara), Sabitzer, Angelino, Dani Olmo (69. Forsberg) - Schick, Timo Werner. - Trainer: Nagelsmann

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl - Maximilian Eggestein, Klaassen - Vogt (61. Toprak), Friedl - Bittencourt (81. Johannes Eggestein), Osako (65. Sargent), Rashica. - Trainer: Kohfeldt

Die Daten des Spiels RB Leipzig gegen SV Werder Bremen

  • Tore: 1:0 Klostermann (17.), 2:0 Schick (39.), 3:0 Mukiele (46.)
  • RB Leipzig sammelt Selbstvertrauen für das CL-Spiel bei Tottenham. Die Bullen sind nun seit 235 Minuten ohne Gegentor in der Bundesliga

  • Bremen verlor acht der vergangenen neun und zehn der vergangenen zwölf BL-Spiele.

  • Bremen hat nun 51 Gegentore nach 22 Partien kassiert - so schlecht war zuletzt der HSV in der Saison 2013/14 (ebenfalls 51).

Der Star des Spiels: Patrik Schick (RB Leipzig)

Leitete die Führung durch Klostermann mit einer - womöglich unabsichtlichen - Ablage vor, erzielte das 2:0 selbst. Gewann zudem starke 57 Prozent seiner Zweikämpfe. Ebenfalls mit einer guten Leistung: Lukas Klostermann und der unermüdliche Konrad Laimer.

Der Flop des Spiels: Yuya Osako (Werder Bremen)

Als Ersatz für den gelbgesperrten Selke ein Totalausfall, auch wenn aus dem Mittelfeld natürlich nicht viel Verwertbares kam. Gewann gerade einmal 23 Prozent seiner Zweikämpfe, sorgte für keinerlei Torgefahr. An dieser Stelle ließe sich bis auf Vogt und den bemühten Rashica zugegebenermaßen die komplette Bremer Startelf nominieren.

Der Schiedsrichter: Benjamin Cortus

Ließ die Spieler an der langen Leine und machte keine groben Fehler. Schicks kleiner Schubser vor dem 2:0 war noch im Rahmen, ebenso Vogts Einsatz gegen Schick im Strafraum. Klaassens Grätsche vor Friedls Fernschuss kann man auch abpfeifen.

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