Fussball

BVB-Matchwinner Roman Bürki erzürnt über Mitspieler: "Das geht so nicht"

Hielt mit seinen Paraden den BVB-Sieg fest: Torhüter Roman Bürki.

Mit drei sensationellen Paraden kurz vor Schluss rettete Roman Bürki Borussia Dortmund den knappen Heimsieg über Mainz 05. Anschließend echauffierte sich der BVB-Keeper über seine Vorderleute und stellte im Mixed-Zone-Interview klar, dass er in den kommenden Tagen Redebedarf habe.

Obwohl Bürki nach dem Spiel nicht unbedingt zum Feiern zumute war, konnte er die Sprechchöre der Fans von der Südtribüne noch genießen.

Herr Bürki, die letzten 20 Minuten sind Sie mit ihrer Mannschaft kräftig ins Schwimmen geraten. Wie würden Sie das erklären?

Roman Bürki: Ich war erleichtert, als der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Ich weiß nicht, ob das noch lange gut gegangen wäre. Wir haben in den letzten 15, 20 Minuten überhaupt nicht mehr so gespielt, wie wir das eigentlich gewohnt sind und wir das in Drucksituationen ja auch eigentlich können. Es hat sich angefühlt, als wäre Mainz mit zwei Mann mehr auf dem Platz gewesen. Die sind immer wieder an den Ball gekommen und wir haben gefühlt jeden Ball einfach nach vorne geschlagen.

Es sah ein bisschen nach Angst aus. Ist das zu erklären?

Bürki: Ich habe immer wieder versucht, das Zeichen zu geben, dass wir wieder mehr mit dem Körper spielen, Präsenz zeigen und dass wir einfach wieder mehr in die Zweikämpfe kommen. Wir haben ja gar keine Zweikämpfe mehr geführt und haben uns einfach nur hinten reingestellt. Bei Standards kann es natürlich immer gefährlich werden, besonders gegen Mainz mit so vielen kopfballstarken Spielern wie Ujah oder Hack.

Bürki nach BVB-Zittersieg: "Muss nochmal mit den Jungs reden"

Sie haben in den letzten zehn Minuten mehr zu tun gehabt, als in so manchem kompletten Spiel, oder?

Bürki: Ja. Danach sah es in der ersten Halbzeit nicht aus, aber schlussendlich ist es so gekommen. Ich war und bin immer bereit, aber das habe ich auch erst lernen müssen.

Was haben Sie lernen müssen?

Bürki: Damit umzugehen, dass oft eine ganze Weile nichts auf dich zukommt und dann trotzdem am Schluss da zu sein und ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Es gab eine Szene kurz vor Schluss, wo Sie drei Glanzparaden hintereinander gezeigt haben. Können Sie das aus Ihrer Sicht nochmal beschreiben?

Bürki: Ich weiß es selbst nicht. Ich habe einfach immer versucht, mit dem Ball zu gehen und die Position zu halten. Als Ujah dann geköpft hat, bin ich ihm einen Schritt entgegengekommen und habe den Ball zum Glück mit dem Körper abfangen können. Dann gab es nochmal einen Prellball und dann köpft mir einer den Ball in die Hände. Der Ball war dann genau auf der Linie und nicht dahinter. Zum Glück. (lacht)

Zeigt der Spielverlauf, dass die Verunsicherung nach dem 0:5-Debakel gegen die Bayern am vergangenen Wochenende doch noch da ist?

Bürki: Ich weiß es nicht. Ich muss ehrlich auch nochmal mit den Jungs reden. Ich will wissen, wie sie das sehen und wo sie den Grund sehen, ob irgendwas nicht klar war, ob sie vielleicht kaputt waren. Es kann nicht sein, dass wir im eigenen Stadion von Mainz - bei allem Respekt - so hinten reingedrängt werden und gar nicht mehr Fußball spielen.

BVB-Keeper Bürki von Fans gefeiert: "Speziell und schön"

Sie haben Ihre Vorderleute schon nach einer Stunde ein paar Mal zusammengefaltet. Kam das bei denen nicht an oder gab es überhaupt irgendeine Reaktion?

Bürki: Das ist die Frage. Deshalb will ich da auch nochmal nachfragen bei ein paar Spielern. Es kam einfach keine Reaktion. Wir haben es über uns ergehen lassen und gehofft, dass es irgendiwe schon gutgehen wird. Wir haben keine Zweikämpfe mehr geführt, sind nur hinterhergelaufen. Dann ist es schwierig. Vor allem für mich als Torwart, dass ich von ganz hinten noch jedem was sagen muss. Das darf einfach nicht sein, dass wir bei einem Angriff mit vier Leuten nach vorne laufen, aber dann nicht zurückkommen. Das geht so nicht.

Sie wurden nach dem Spiel als Matchwinner von den Fans gefeiert. Konnten Sie den Gang zur Südtribüne trotzdem genießen?

Bürki: Ich musste mich ganz kurz beruhigen, aber dann konnte ich das schon genießen. Das ist ein sehr spezielles und sehr schönes Gefühl.

Der BVB ist jetzt wieder Tabellenführer. Fühlt es sich denn nach heute auch so an?

Bürki: Nein. Aber das wäre auch nicht so, wenn wir heute super gespielt hätten. Wir haben unser Spiel gewonnen und müssen morgen abwarten.

Sie sitzen dann morgen alle mit Fortuna-Trikot zu Hause?

Bürki: Fortuna Düsseldorf kann es gerne von mir aus so machen wie im Hinspiel. Da haben die das sehr gut gemacht.

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