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Fussball

BVB-Sieg in der Nachspielzeit

Das 1:0: Marco Reus geht an Diego Benaglio vorbei und schiebt ins leere Tor ein
© Getty

Borussia Dortmund hat das Jubiläumsspiel von Dieter Hecking in letzter Sekunde vermiest: Der BVB gewann beim 100. Spiel des Wolfsburger Trainers mit 2:1 (1:0) gegen die Wölfe und schoss das Siegtor in der Nachspielzeit.

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena ging der BVB durch das achte Saisontor von Marco Reus in Führung (32.). Damit traf der Nationalspieler sechs Mal in seinen letzten sechs Bundesligaspielen. Vorbereitet wurde der Treffer von Henrikh Mkhitaryan, der damit in Pflichtspielen zum 14. Mal ein Tor auflegte - Höchstwert aller Bundesligaspieler.

In der letzten Spielminute kam der VfL durch einen verwandelten Foulelfmeter von Ricardo Rodriguez zum Ausgleich, doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit traf der eingewechselte Shinji Kagawa noch zum Dortmunder Sieg.

Wolfsburgs Heimspielserie ist damit Geschichte: Nach saisonübergreifend 29 Partien verlor der VfL erstmals wieder vor heimischem Publikum.

Der BVB ist zudem der einzige Bundesligist, der in allen 15 Spielen traf. Auf Wolfsburger Seite avancierte Keeper Diego Benaglio mit seinem 236. Bundesligaeinsatz zum alleinige Rekordspieler der Wölfe und verdrängte Marcel Schäfer auf Platz 2.

Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer Wolfsburg): "Nach dem Anstoß zum 1:1 haben wir zu schnell den Ball hergegeben. Du wirst bestraft, obwohl du einen Riesenaufwand betrieben hast. Wir haben am Anfang unsäglich viele Fehler gemacht. Wir schenken das 0:1. Nach einer halben Stunden haben wir das Spiel im Griff gehabt."

Thomas Tuchel (Trainer Dortmund): "Der Elfmeter war eine große Enttäuschung. Ich hatte sofort das Gefühl, dass wir wieder ruhiger Fußball spielen, so wie wir die ersten 35 Minuten gespielt haben. Das ist Hammer, trotzdem noch zu gewinnen. Dass ich auf die Tribüne musste, fand ich total übertrieben."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Vier Änderungen bei Wolfsburg im Vergleich zum 0:0 in Augsburg: Klose, Caligiuri, Draxler und Rodriguez spielen statt Schäfer, Dost, Träsch (alle Bank) und Dante (Gelb-Rot-Sperre). Draxler ist nach Rotsperre wieder dabei.

Bei den Gästen aus Dortmund gibt es zwei Änderungen gegenüber dem 4:1 gegen den VfB: Subotic und Ginter beginnen anstelle von Kagawa (Bank) und Sokratis (Magen-Darm-Virus).

3.: Freistoß Dortmund aus 27 Metern zentraler Position. Gündogan läuft an und schlenzt den Ball auf das linke Eck - Latte!

5.: Mkhitaryan flankt von der rechten Grundlinie an den Fünfer, die Defensive der Wölfe pennt - und hat Glück, dass Ginter mit dem ausgestreckten Bein nur die Unterkante der Latte trifft.

8.: Reus schickt Piszczek aus der Mitte halbrechts in den Strafraum. Der Pole hat freie Schussbahn, legt dennoch links rüber zu Aubameyang. Naldo klärt am Fünfer.

31.: Schürrle zieht von links in die Mitte und schließt aus 17 Metern in Richtung des kurzen Pfostens ab - Außennetz.

32., 0:1, Reus: Rodriguez bringt Guilavogui mit einem schwachen Querpass im Halbfeld in Bedrängnis. Der Franzose übersieht den heranrauschenden Mkhitaryan, der ihm das Leder vom Fuß und in den Lauf des gestarteten Reus spitzelt. Der umkurvt Benaglio und schiebt ein.

35.: Nach einer Ecke von rechts kommt Naldo aus acht Metern mittiger Position zum Kopfball, aber seinen Aufsetzer kann Mkhitaryan im linken Toreck von der Linie kratzen.

61.: Bürki spielt einen katastrophalen Pass direkt in die Füße von Dost. Der geht allein aufs Tor zu, Bürki spekuliert erst auf den Querpass, rückt aber dann doch zurück und wehrt den Schuss des Holländers aus acht Metern mit einer tollen Parade ab.

63.: Rodriguez kommt aus dem Hinterhalt mit links zum Abschluss. Die Kugel segelt flach in Richtung rechts Toreck, doch Bürki lenkt den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei.

74.: Schürrle setzt sich auf der linken Außenbahn durch, geht in den Strafraum und legt quer zum freistehenden Dost. Bender klärt im letzten Moment.

78.: Von rechts spielt Mkitaryan mustergültig Aubameyang am Fünfer frei. Der Gabuner muss nur noch einschieben, drückt den Ball aber im Rutschen aus vier Metern über den Kasten. Riesenchance!

90., 1:1, Rodriguez (Elfmeter): Schürrle zieht links gegen Subotic und Piszczek in den Strafraum. Der Pole hält Schürrle am Arm und fällt - Elfmeter. Rodriguez tritt an und versenkt unten rechts.

90.+3:, 1:2, Kagawa: Piszczek mit dem langen Ball von rechts auf die andere Seite. Mkhitaryan verarbeitet den Ball volley und spielt ihn mittig an den Fünfer - wo der freistehende Kagawa mit links ins rechte Eck abschließt.

Fazit: Dortmund in Halbzeit eins klar besser, Wolfsburg in Halbzeit zwei klar besser. Eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen, doch dem BVB gewann der Lucky Punch.

Der Star des Spiels: Henrikh Mkhitaryan. Tolle Antizipation vor dem Führungstreffer, der zu einem Großteil auf seine Pressingaktion gegen Guilavogui geht. Starke Vorbereitung auch beim Siegtreffer. Dazu sehr fleißig im Spiel gegen den Ball, führte die meisten Zweikämpfe auf Dortmunder Seite. Offensiv mit sechs Torschussvorlagen und mehreren guten Bällen in den Strafraum.

Der Flop des Spiels: Josuha Guilavogui fiel in seinen 45 Minuten Einsatzzeit durch mehrere Fouls auf, die er mit Glück ohne Karte überstand. Leistete sich zudem die schlampige Ballannahme, die Mkhitaryan zur Vorbereitung des 1:0 nutzte.

Der Schiedsrichter: Tobias Stieler mit einer sehr umsichtigen Spielleitung in einer fairen Partie. Ließ beim vierfach foulenden Guilavogui im ersten Abschnitt die ganz lange Leine walten und bewies gleich zu Beginn von Halbzeit zwei eine gute Vorteilsauslegung bei Arnolds Gelber Karte. Den Wolfsburger muss er jedoch später mit Gelb-Rot vom Platz stellen, nachdem Arnold gegen Ginter klar den Arm ausfuhr. Ansonsten mit korrekten persönlichen Strafen.

Das fiel auf:

  • Sehr knackiger Beginn des BVB, der in einem 4-3-3 mit der gesamten Formation enorm hoch im Feld stand und die Hausherren tief in der eigenen Hälfte attackierte. Wolfsburg davon zunächst vollkommen verunsichert, der VfL schenkte den Gästen mehrere Umschaltmomente. Resultat: 5:0 Torschüsse und zwei Lattentreffer für Dortmund in den ersten zehn (!) Minuten des Spiels.
  • Hecking reagierte auf den konfusen Vortrag seiner Elf und stellte auf ein 4-1-4-1 um. Wolfsburg schaffte es daraufhin häufiger, im letzten Drittel in die Breite zu spielen und sein gewohntes Flügelspiel aufzuziehen. Der BVB bekam Probleme, besonders gegen Arnold und Draxler Druck zu erzeugen und die Wölfe wurden stärker in den direkten Duellen.
  • Dieses Bild setzte sich im zweiten Abschnitt fort. Dortmund stand jetzt deutlich tiefer und verlor seine Kompaktheit gegen den Ball. Die Wölfe dagegen wurden immer geradliniger im Offensivspiel und erzeugten mehrfach Überzahlsituationen auf den Flügeln. Daraus resultierten zahlreiche gefährliche Flanken in den Strafraum. Nach Dortmunds Führung gingen die nächsten neun Torabschlüsse alle auf Wolfsburgs Konto.

Wolfsburg - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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