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Fussball

Nächstes Schützenfest der Bayern

Von Andreas Lehner und Christoph Köckeis
Douglas Costa (M.) bereitete ein Tor vor und traf zum 2:0 gegen Stuttgart
© getty

Der FC Bayern München hat am 12. Spieltag der Bundesliga seinen elften Sieg gefeiert. Gegen den VfB Stuttgart gewann der Titelverteidiger mit 4:0 (4:0).

Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena eröffnete Arjen Robben den Torreigen (11.). Noch vor dem Seitenwechsel legten Douglas Costa (18.), Thomas Müller (37.) und Robert Lewandowski (40.) nach.

Für die Bayern war es der elfte Sieg in der Bundesliga gegen den VfB in Folge. Damit bauten die Münchner ihren eigenen Startrekord weiter aus - 34 Punkte nach zwölf Spieltagen gab es noch nie.

Stuttgart kassierte dagegen nach dem 3:4 in Leverkusen zum zweiten Mal in Folge auswärts vier Gegentreffer. Mit nun 27 Gegentoren nach zwölf Spielen hat der VfB auch einen vereinsinternen Negativrekord aufgestellt.

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern): "Es ist so schwer, alle drei Tage zu spielen und diese Mentalität zu zeigen. Vielen Dank an unsere Spieler, bis jetzt haben sie es sehr gut gemacht. Ich hoffe,sie können diese Mentalität, diese Aggressivität bis zur Winterpause und dann bis zum Ende der Saison zeigen. Wenn wir nicht das Triple gewinnen, ist es eine schlechte Saison. Ich weiß, wo ich bin, das ist wie in Barcelona. Wir müssen gewinnen, gewinnen, gewinnen."

Alexander Zorniger (Trainer Stuttgart): "Wir wollten uns nach der Pause nicht abschlachten lassen, deshalb ziehe ich den Hut vor der Leistung der Jungs in der zweiten Halbzeit. Nichtsdestotrotz: wenn man hier etwas reißen will, muss man alle Dinge richtig machen - das haben wir nicht. Wir wollten viel direkter, viel aggressiver anlaufen. Entweder du spielst es ganz, oder eben gar nicht."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim FC Bayern gibt es im Vergleich zum 5:1 gegen Arsenal vier Wechsel in der Startelf. Für Thiago, Martinez, Alonso und Lahm (alle Bank) spielen Robben, Rafinha, Vidal und Kimmich von Beginn an.

Beim VfB gibt es im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Darmstadt eine Änderung: Für den verletzten Harnik (Teilriss Außenband im Knie) spielt der genesene Kostic von Beginn.

11., 1:0, Robben: Stuttgart läuft nach einer eigenen Ecke in einen Konter. Kimmich schnappt sich den Ball in der eigenen Hälfte und schickt Costa auf halbrechts. Der geht am Strafraum mit einem Übersteiger an Die vorbei, legt quer und Robben drückt den Ball aus fünf Metern mit der Brust über die Linie.

18., 2:0, Costa: Auf der rechten Seite wird Müller in die Tiefe geschickt. Er steht zwar im Abseits, aber das Schiedsrichtergespann lässt weiterspielen. Sein Querpass durch den Strafraum findet Costa, der den Ball aus 15 Meter rechts unten einschweißt.

30.: Lewandowski überlupft Sunjic im Strafraum und zieht aus zehn Metern volley ab. Tyton wehrt den Schuss mit einem starken Reflex ab.

34.: Alaba mit einem Fehler in der Ballannahme. Klein geht dazwischen und spielt im Strafraum in den Rücken der Abwehr. Kostic' Direktabnahme aus 13 Metern klatscht an die Latte.

37., 3:0, Lewandowski: Robben spielt rechts im Strafraum Müller frei. Das Zuspiel in die Mitte drückt Lewandowski aus kurzer Entfernung über die Linie - das 14. Saisontor des Polen.

40., 4:0, Müller: Einen ersten Schuss von Coman von der Strafraumgrenze kann Tyton noch abwehren. Doch der Abpraller kommt zurück zu den Gastgebern. Ein hoher Flankenball von Coman landet rechts im Fünfer bei Vidal, der die Kugel aus kurzer Distanz an die Latte köpft. Müller schaltet am schnellsten, drückt den Ball ebenfalls per Kopf aus drei Metern über die Linie. 11. Saisontor.

52.: Costa marschiert durchs Mittelfeld und schickt Robben durch die Mitte allein Richtung Tor. Der lupft den Ball über Tyton, aber auch am Tor vorbei.

59.: Badstuber kommt für Müller und feiert nach 200 Tagen Verletzungspause sein Comeback.

65.: Stuttgart kontert schnell aus der eigenen Hälfte, dann wird Didavi rechts steil geschickt. Badstuber kann nicht folgen. Das Abspiel in die Mitte ist mit viel Übersicht gespielt. Heise kommt frei aus zwölf Metern mit der Innenseite zum Abschluss, aber zu zentral, Neuer ist auf dem Posten und hält.

71.: Robben lässt die nächste Chance liegen: Vidal spielt den die Abwehr zerschneidenden Ball aus dem Mittelfeld rechts in den Strafraum. Dann schlenzt Robben aus zwölf Metern an Tyton vorbei, aber eben auch wieder am Tor. Die Kugel fliegt links ins Toraus.

Fazit: Bayern macht in der ersten Halbzeit gegen überforderte Stuttgarter alles klar und lässt das Spiel in der zweiten Hälfte austrudeln.

Der Star des Spiels: Douglas Costa. Er bleibt die Attraktion der Liga. Auch gegen Stuttgart mit seinen Dribblings ständiger Unruheherd und nicht zu stoppen. Leitete durchs Zentrum viele Angriffe ein, bereitete das 1:0 vor und erzielte das 2:0 selbst.

Der Flop des Spiels: Emiliano Insua. Wie die meisten Stuttgarter mit der Geschwindigkeit und der Wucht der Bayern überfordert. Wurde ständig überlaufen und gewann nur rund 40 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Bastian Dankert. Ruhiger Leiter in einer sehr fairen Partie. Wurde vor dem 0:2 allerdings von seinem Assistenten im Stich gelassen, als dieser die Abseitsposition Müllers übersah. Der selbe Assistent zeigte auch fälschlicherweise Abseits an, als der VfB kurz nach der Pause traf.

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Das fiel auf:

  • Bayern agierte aus einer 3-2-2-3-Grundordnung und besetzte die Flügel bzw. die Halbpositionen mit Coman/Costa und Robben/Müller jeweils doppelt. Die Münchner bauten sicher über das Duo Kimmich/Vidal auf und setzten dann ihre Offensivkräfte in Szene. Die Bewegungen ohne Ball funktionierten in hohem Tempo und mit viel Zug zum Tor, was den VfB vor unlösbare Probleme stellte.
  • Stuttgart begann in einem 4-3-3, lief die Bayern aber nicht so hoch und aggressiv an wie noch andere Gegner in dieser Saison. Allerdings fehlte es dem VfB an Kompaktheit, so dass defensiv zum Teil vier, fünf Mann vor dem Ball agierten, was den Bayern enorme Räume bot. Zorniger stellte im Laufe der ersten Halbzeit aufgrund der doppelten Flügel der Bayern auf 4-4-2 um, kompakt bekam er seine Mannschaft aber nicht.
  • Bayern reagierte auf die ersten Angriffe der Stuttgarter mit langen Bällen auf die drei Offensiven. Kimmich ließ sich zwischen Alaba und Boateng (später Benatia) fallen und stellte somit Überzahl her.
  • Stuttgart machte es den Bayern defensiv viel zu einfach und agierte zu zaghaft in den Zweikämpfen (nur 39 Prozent gewonnen in der 1. Halbzeit). Die Bayern zeigten hier mehr Entschlossenheit und spazierten so teilweise durch die Stuttgarter Defensive. Mit 23 Torschüssen vor der Pause stellten die Bayern einen Saisonrekord auf.
  • Bei allen defensiven Mängeln kam auch noch hinzu, dass sich die Stuttgarter beim 0:1 auskontern ließen - nach einer eigenen Ecke, in München. Es war bereits der 7. Gegentreffer nach einem Konter für den VfB - negativer Ligahöchstwert.

Bayern - Stuttgart: Die Statistik zum Spiel

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