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Fussball

BVB verkürzt Rückstand auf die Bayern

Mit dem 1:1 beendete Bremen eine Serie von 338 torlosen Bundesliga-Minuten vor eigenem Publikum
© Getty

Borussia Dortmund hat am 11. Spieltag der Bundesliga den Rückstand zu Tabellenführer FC Bayern München auf fünf Punkte verkürzen können. Der BVB gewann sein Gastspiel beim SV Werder Bremen mit 3:1 (2:1).

Vor 42.100 Zuschauern im Weser-Stadion ging der BVB durch das sechste Saisontor von Marco Reus in Führung (9.). Für Bremen war es das 1000. Heimgegentor in der Bundesliga - das passierte zuvor noch keinem Klub. Als einziges Team ist Werder 2015/16 zudem noch ohne Weiße Weste in der Bundesliga.

Nach 32 Minuten kam Werder durch das erste Heimtor von Anthony Ujah zum Ausgleich. Kurz vor der Pause lag Dortmund wieder vorne: Henrikh Mkhitaryan traf für die Borussia (43.). Erneut Reus markierte die Entscheidung und netzte zum 3:1 ein (72.).

Unschöne Geschichte am Rande: Nach dem Aufwärmen wurde Mkhitaryan beim Gang in die Katakomben von einem Gegenstand aus Pappe am Kopf getroffen. Werder Bremen konnte den Übeltäter jedoch bereits identifizieren und der Polizei übergeben.

Dortmund gewann somit acht der letzten neun Bundesligaspiele gegen Bremen und traf nun im 29. Pflichtspiel in Folge - Vereinsrekord.

Werder dagegen verlor 21 der letzten 25 Bundesligaspiele gegen ein Team aus den Top 3 der Liga. Auch die letzten vier Heimspiele gingen verloren.

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Reaktionen:

Viktor Skripnik (Trainer Bremen): "In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. Uns ärgert aber das zweite Gegentor. Der BVB hat enorm viel Qualität. Wir sind weiter auf dem Weg, uns zu verbessern. Niemand kann sagen, dass wir uns versteckt haben. Ich bin überzeugt, dass wir noch Luft nach oben haben."

Thomas Tuchel (Trainer BVB): "Wir haben in der ersten Halbzeit noch Probleme gehabt, konnten nicht alle Konter verhindern. Die Führung war glücklich. Mit der zweiten Halbzeit bin ich hingegen sehr zufrieden. Wir haben nie die Konzentration verloren. Ein dickes Kompliment an meine Mannschaft. Wir müssen unseren Weg weitergehen. Bisher ist nichts gewonnen."

Marco Reus (BVB): "Es war extrem schwierig für uns. Wir haben geduldig gespielt, hatten in der ersten Halbzeit trotz der Führung aber nicht das nötige Tempo. In der Pause haben wir gesagt, dass wir druckvoller spielen, länger den Ball zirkulieren lassen müssen. Am Ende haben wir es gut herausgespielt. Die Partie war schwieriger als es vielleicht aussah. Wenn Du Zweiter bist, guckst Du natürlich, wie der Erste gespielt hat. Bayern ist aber noch ein Stückchen weit weg. Wir konzentrieren uns auf uns."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Skripnik verzichtet auf jegliche Rotation und schickt die Startelf aus dem Pokalspiel gegen Köln (1:0) auf den Rasen. Werder absolviert damit erstmals in dieser Saison zwei Pflichtspiele in Folge mit derselben Anfangsformation.

Bei Dortmund gibt es drei Änderungen nach dem 7:1 im Pokal gegen Paderborn: Park, Reus und Aubameyang spielen für Schmelzer, Castro und Ramos (alle Bank). Subotic und Hofmann haben es nicht in den Kader geschafft.

9., 0:1, Reus: Mkhitaryan wird rechts im Strafraum von Gündogan perfekt mit einem starken Steilpass bedient. Der Armenier hat den Kopf oben und legt zurück ins Zentrum auf Reus, Wiedwald wehrt unglücklich ab. Reus drischt die Kugel von links kommend aus fünf Metern unter die Latte.

18.: Hummels und Sokratis lassen einen langen Ball aus der Werder-Hälfte rechts im eigenen Strafraum abtropfen, Ujah schummelt sich durch beide durch und zieht aus spitzem Winkel fulminant über den BVB-Kasten.

27.: Aubameyang sprintet nach einer Werder-Ecke auf rechts los und spielt rüber zu Reus. Der spielt ans linke Sechzehnereck, wo Gündogan direkt an den Fünfer zu Mkhitaryan weiterleitet. Der Armenier zieht aus spitzem Winkel ab, scheitert aber am Werder-Keeper.

32., 1:1, Ujah: Über rechts initiiert Fritz einen starken Angriff, Bartels stößt im Strafraum fast bis zur Grundlinie durch und legt dann in die Mitte auf Grillitsch, der Ginter auf der Linie anschießt. Ujah versenkt den Abpraller.

35.: Sternberg flankt auf Junuzovic, dessen Kopfball aus rund acht Metern knapp rechts am Kasten von Bürki vorbei fliegt.

44., 1:2, Mkhitaryan: Hummels spielt von links eine klasse Hereingabe mit dem Außenrist, im Fünfer entwischt Mkhitaryan Sternberg am zweiten Pfosten und köpft aus kurzer Distanz zur Führung ein - fünfter Saisontreffer des Armeniers.

48.: Langer Ball aus der eigenen Hälfte des BVB direkt in den Strafraum zum freien Aubameyang. Wiedwald kommt rechtzeitig raus und verhindert so einen gefährlichen Abschluss des Gabuners.

50.: Das muss das 3:1 sein! Mkhitaryan chippt die Kugel butterweich in den Fünfer auf Aubameyang, der völlig frei den Ball aus der Luft holen kann, dann aber per Scherenschlag über das Tor schießt. Links wäre Reus völlig frei gestanden.

71.: Wieder Riesenchance für Aubameyang! Der Gabuner rennt alleine auf Wiedwald zu, überlupft den Werder-Keeper und hat dann nur noch Gebre Selassie und das leere Tor vor sich. Der BVB-Stürmer schießt aber den Tschechen an.

72., 1:3, Reus: Mkhitaryan steckt von halbrechts in den Strafraum auf Reus durch, der aus 15 Metern schön links oben einschweißt. Das siebte Saisontor des Dortmunders, Doppelpack!

Fazit: Dortmund nach der frühen Führung inkonsequent, Bremen kam verdient zum Ausgleich. Die zweite Hälfte gehörte jedoch dem BVB, der aufgrund der vielen hochkarätigen Chancen verdient drei Punkte einheimste.

Der Star des Spiels: Henrikh Mkhitaryan. Viele klare Aktionen in der Offensive, auch ohne Ball mit guten Bewegungen. Toller Vertikallauf vor dem 1:0 und zudem mit der Vorarbeit zu diesem Treffer. Legte auch das dritte Tor auf und erahnte Hummels' tolle Flanke vor der 2:1-Führung. Zudem mit starker Zweikampfquote.

Der Flop des Spiels: Janek Sternberg. Offensiv kein schwaches Spiel des Linksverteidigers, hing bei den ersten beiden Gegentoren aber dick mit drin. Ließ Mkhitaryan jeweils entwischen, beim 1:2 geistig überhaupt nicht auf der Höhe. Gewann zudem weniger als ein Drittel seiner direkten Duelle.

Der Schiedsrichter: Tobias Welz. Unaufgeregte Leistung in einem weitgehend fairen Spiel. Ein, zwei kleine Fehlerchen bei Zweikampf- und Abseitsentscheidungen. Als es Mitte der zweiten Halbzeit etwas nicklig wurde, zückte Welz korrekte persönliche Strafen. Richtig, beim Duell zwischen Gündogan und Junuzovic im Dortmunder Strafraum nicht auf Elfmeter zu entscheiden (60.). Den alleine aufs Tor laufenden Reus in der 66. Minute ins Abseits zu winken, war allerdings wohl die falsche Entscheidung. Wenige Minuten vor dem Ende musste Welz verletzungsbedingt das Feld verlassen und wurde durch Dr. Martin Thomsen ersetzt.

Das fiel auf:

  • Bremen zog sich gegen den Ball tief in die eigene Hälfte zurück und verteidigte kompakt. Die Außenspieler der Mittelfeldreihe rückten ins Zentrum ein, die Mitte war häufig dicht. Situativ füllte Werder die Viererkette breit auf, Bartels zum Beispiel agierte phasenweise wie ein Rechtsverteidiger. Bargfrede jedoch positionierte sich vor der Abwehrkette.
  • Dortmund wurde mit der frühen Führung im Rücken unerklärlicherweise fahrig. Das Passspiel geriet unsauber, auch weil die Positionen nicht richtig besetzt waren und aufgrund dessen auch das Pressing mehrfach ins Leere lief. In dieser Phase griff der BVB auch auf lange Bälle im Spielvortrag zurück - ohne Erfolg.
  • Der SVW schob nach dem 0:1 seine gesamte Formation weiter nach vorne und kam besonders nach Verlagerungen über die beiden Flanken schnell ins letzte Drittel. Dortmunds hoch stehende Defensive kam dadurch ins Rennen und stand gegen den Ball zu weit auseinander.
  • Die Hausherren standen nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich, aber auch nach dem 1:2-Rückstand nicht mehr so hoch im Feld und verteidigten wieder wie zu Spielbeginn. Dies ging zu Lasten der Offensive, wenn auch Werder den einen oder anderen Konter fahren konnte. Aber: Nach der 35. Minute brachte Bremen keinen Torabschluss mehr zustande.
  • Die Gäste am Ball nun wieder kontrollierter und mit höherer Sicherheit im Offensivspiel. Immer wieder fand der BVB die zu großen Abstände innerhalb der Bremer Abwehrkette und kam zu Chancen. Die Partie hätte schon frühzeitiger zgunsten der Gäste entschieden sein müssen.

Bremen - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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