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Fussball

Brandt belohnt Leverkusener Sturmlauf

Stefan Kießling traf bereits zum zehnten Mal gegen Hoffenheim - öfter als jeder andere
© Getty

Bayer Leverkusen ist mit einem 2:1 (1:1)-Sieg gegen 1899 Hoffenheim in die neue Saison gestartet. Die Tore für die Werkself erzielten Stefan Kießling und Julian Brandt, für die TSG traf Steven Zuber.

Steven Zuber brachte 1899 Hoffenheim vor 27.000 Zuschauern in der BayArena mit 1:0 in Führung (5.). Es war der erste Bundesligatreffer für den Schweizer im 18. Spiel.

Kurz vor dem Seitenwechsel kam Bayern Leverkusen durch Stefan Kießling zum 1:1-Ausgleich (45.), eher der eingewechselte Julian Brandt das Spiel durch seinen Treffer in der 71. Minute drehte.

Kevin Kuranyi absolvierte seine erste Bundesliga-Partie seit dem 8. Mai 2010 (exakt 1924 Tage). Mit Kießling (136 Tore) und Kuranyi (111 Tore) standen sich gleichzeitig die beiden Stürmer mit den meisten BL-Toren unter allen aktuellen Spielern direkt gegenüber.

Reaktionen:

Roger Schmidt (Trainer Leverkusen): "Das war sicherlich nicht einfach für uns, nachdem wir früh in Rückstand geraten sind. Nach dem Gegentor waren wir ein bisschen verunsichert. Kurz vor der Pause haben wir aber verdient den Ausgleich erzielt. Nach der Pause haben wir voll auf Sieg gespielt und viele Torchancen herausgespielt. Wir gehen nun mit viel Zuversicht in das Play-off-Spiel gegen Rom."

Markus Gisdol (Trainer Hoffenheim): "In erster Linie ist verwunderlich, dass wir am ersten Spieltag schon so ein Spiel sehen konnten. Das war schon ein hohes Niveau. Für uns ist es schade, dass wir nichts mitnehmen konnten. Unsere Leistung war aber richtig gut, vor allem in der ersten Halbzeit. Man kann aber nicht verhindern, dass Bayer mit der brillanten Offensive zu Chancen kommt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schmidt lässt seine erfolgreiche Pokal-Elf von Beginn an ran. Einzig Son kehrt nach seiner Rotsperre in das Team zurück, Mehmedi nimmt dafür auf der Bank Platz.

Gisdol stellt im Vergleich zum 0:2 bei den Münchner Löwen im Pokal auf vier Positionen um: Polanski, Zuber, Kim und Kuranyi rutschen in die Anfangself anstelle von Rudy, Strobl, Toljan (alle Bank) und Elyounoussi (nicht im Kader). Volland bestreitet seinen 100. BL-Einsatz und ist damit erst der sechste Spieler, der die Marke von 100 BL-Spielen für Hoffenheim im Oberhaus knackt.

5., 0:1, Zuber: Kaderabek grätscht Son auf Höhe der Mittellinie ab und leitet den Angriff der TSG ein. Polanksi schaltet sofort und, bedient den durchgestarteten Zuber, der frei vor Leno aus 14 Metern lässig unten links einschiebt. Kaderabeks hartes Einsteigen von der Seite hätte Hartmann allerdings abpfeifen müssen.

20.: Bellarabi zieht in den Strafraum und steckt rüber zum einschussbereiten Kießling. Der Stürmer braucht allerdings etwas zu lange - Süle wirft sich in den Schuss und klärt.

39.: Klasse Tat von Baumann. Bellarabi und Bender kombinieren sich über rechts in den Rücken der 1899-Hoffenheim. In Zentrum ist Calhanoglu, der sofort auf die kurze Ecke abzieht. Baumann fährt das Bein aus und verhindert den Ausgleich.

45., 1:1, Kießling: Bellarabi legt im Strafraum wunderbar mit der Hacke auf Wendell ab. Den Schuss des Brasilianers von der Sechzehner-Kante kann Baumann nicht festhalten, Kießling staubt ab.

59.: Calhanoglu reagiert im Getümmel am schnellsten und prüft Baumann aus kurzer Distanz. Der Keeper rettet zur Ecke.

63.: Fast die Bayer-Führung. Bellarabi überrent Kim auf rechts und flankt scharf vor das Tor. Kießling rauscht heran, kommt aber nicht mehr über das Leder und verzieht.

67.: Glück für Hoffenheim. Mehmedi geht an Schär vorbei in den Strafraum und wird dann von seinem Landsmann an der Hacke getroffen. Hartmann gibt den fälligen Elfmeter nicht.

71., 2:1, Brandt: Jetzt also doch. Bayer kommt mit Tempo durchs Mittelfeld. Brand überlauft Mehmedi, bekommt den Ball und netzt aus 13 Metern rechts unten ein.

Fazit: Verdienter Sieg für Leverkusen. Hoffenheim hielt in der ersten Halbzeit gut mit, hatte dann aber nicht mehr viel entgegenzusetzen.

Der Star des Spiels: Stefan Kießling ist immer noch eine Institution im Leverkusener Sturm. Führte die mit Abstand meisten Zweikämpfe aller Feldspieler (gewann davon über 65 Prozent) und schoss am häufigsten auf das Tor. Brachte Bayer mit seinem Treffer vor der Pause zurück in das Spiel. Bei Hoffenheim überzeugte Baumann.

Der Flop des Spiels: Fabian Schär erlebte ein miserables Bundesliga-Debüt. Hatte nur 43 Ballaktionen, verlor über 50 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte weniger als die Hälfte seiner Pässe an den Mann. Verlor Kießling immer wieder aus den Augen, trägt bei beiden Gegentoren eine Mitschuld und hatte Glück, dass Hartmann sein Foul an Mehmedi nicht ahndete.

Der Schiedsrichter: Robert Hartmann übersah das Foul an Son in der fünften Minute, das zum 0:1 führte, ebenso wie Schärs Tritt in die Hacke von Mehmedi. Der Schweizer fiel zwar erst spät, ein Foul war es dennoch. Insgesamt eine höchstens durchwachsene Leistung.

Das fiel auf:

  • Beide Trainer schickten ihre Teams wie schon in der vergangenen Saison in einem 4-2-3-1 auf den Rasen. Die Formation der Hoffenheimer war dabei überraschend offensiv ausgerichtet.
  • Vor allem bei gegnerischem Ballbesitz standen die Gäste sehr hoch, attackierten Leverkusen schon am Strafraum, die eigene Viererkette war mehr als 35 Meter vor dem Tor postiert. Bayer tat sich so sehr schwer im Spielaufbau und konnte das Mittelfeld nur mit langen Bällen überbrücken.

  • Gelang es Leverkusen jedoch, das Zentrum zu überspielen, fanden sich die schnellen Außen immer wieder in Eins-gegen-Situationen wieder, die Hoffenheim nur sehr schwer verteidigen konnte. Besonders Bellarabi wurde mit zunehmender Spieldauer immer Stärker.
  • Wechselspiele: Während Gisdol in Strobl einen defensiven Mann für Kuranyi brachte, machte Schmidt das genau Gegenteil und setze mit Mehmedi für Bender auf mehr Offensive - und lag damit komplett richtig.
  • Leverkusen wurde immer druckvoller, schnürte Hoffenheim ein und kam zu einigen guten Gelegenheiten. Als Brandt die Führung erzielte, war diese längst überfällig und hochverdient.
  • Wer Kevin Kuranyi als steifen Mittelstürmer erwartete, wurde früh eines Besseren belehrt. Der Ex-Moskauer ließ sich immer wieder in das Mittelfeld fallen, eroberte Bälle und tausche die Positionen mit Volland und Zuber.

Leverkusen - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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