Cookie-Einstellungen
wird geladen
Fussball

Sahin: "Wir wollten Chaos stiften"

Nuri Sahin (r.) und der BVB verloren keines der letzten vier Bundesliga-Spiele in München
© getty

Borussia Dortmunds Nuri Sahin legte beim 3:0-Sieg gegen den FC Bayern München die meisten Kilometer aller Feldspieler zurück und hatte beim BVB zudem die meisten Ballkontakte. Dortmunds Sechser im Interview über den Matchplan gegen den Rekordmeister, die Woche von Henrikh Mkhitaryan und das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg.

Frage: Herr Sahin, rund um den Spielereingang in der Allianz Arena hängen große Plakate, die verdeutlichen, wer in dieser Saison deutscher Meister geworden ist. Gab das vor dem Spiel vielleicht noch einmal einen kleinen Schub an Motivation?

Nuri Sahin: Nein. Die Bayern sind hochverdient Meister geworden. Sie haben den Titel sehr souverän gewonnen und dürfen ihn auch dementsprechend feiern. Deshalb ist von uns aber niemand mehr motiviert als sonst auch.

Frage: Dass der BVB mit 3:0 in München gewinnt, war nicht unbedingt zu erwarten. Wie bewerten Sie das Spiel?

Sahin: Es war eine taktisch sehr reife Leistung von uns. Unser Plan ist extrem gut aufgegangen, weil wir ihn über 90 Minuten durchgezogen haben. Dafür wurden wir belohnt, wir haben nur sehr wenige Torchancen der Bayern zugelassen. Schalke hatte zudem den Abstand wieder verkürzt, daher war es auch in dieser Hinsicht sehr wichtig für uns, hier zu gewinnen.

Frage: Wie sah der Plan denn genau aus, den Trainer Jürgen Klopp vorgegeben hat?

Sahin: Wir wollten Chaos stiften (lacht). Wir haben uns vorgenommen, schon vorne früh drauf zu gehen und die Bayern zu jagen. Im Spielaufbau der Bayern kann man nicht jeden Raum schließen, aber wenn der Ball gewonnen und dann schnell umgeschalten wird, entstehen solche Tore, wie wir sie gemacht haben. Das hat super funktioniert.

Frage: Die Münchner sprachen nach der Partie von mentalen Probleme, weil die Meisterschaft für sie eben schon entschieden ist. Haben Sie davon auf dem Spielfeld etwas bemerkt?

Sahin: Nein, die wollten definitiv. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Profi von Bayern München ein solches Spiel zu lasch angeht. Wir sind alle Profis und wollen in jeder Partie gewinnen, anders ist das gar nicht mach- und vorstellbar. So sind auch die Bayern aufgetreten. Heute waren aber eben wir der verdiente Sieger.

Frage: Wie wichtig war der Dreier auch als Zeichen an den Rest der Liga?

Sahin: Ich denke, dass unser Sieg auch für die Liga vielleicht nicht so schlecht war. Die Bayern spielen diese Saison so dominant. Es waren heute viele für uns, schätze ich. Wir hatten schon im Hinspiel gute Chancen, wenn wir die vor allem in der ersten Halbzeit damals gemacht hätten, wären wir womöglich auch schon da als Sieger vom Platz gegangen.

Frage: Henrikh Mkhitaryan war nach seinen vergebenen Chancen gegen Real Madrid der tragische Held und wirkte ziemlich geknickt. Heute war er an zwei Treffern entscheidend beteiligt. Wie haben Sie ihn in dieser Woche beobachtet?

Sahin: Er nimmt sich halt sehr viel zu Herzen. Wir sind letztlich alle nur Menschen, daher ist das auch ein ganz normales Gefühl - auch für uns Fußballspieler. Er ist seit ein paar Monaten in einem Land, das er nicht kannte. Dazu lastet auch Druck auf seinen Schultern. Ich habe mit ihm gesprochen und ihm versichert, dass es auf der Welt nur ganz wenige Spieler gibt, die so stark im Drehen und Tempo aufnehmen sind wie er. Wenn er das auf den Platz bringt, kann ihn keiner stoppen. Das hat er heute bewiesen. Er spielt eine gute Saison, ich mache mir bei ihm überhaupt keine Sorgen.

Frage: Am Dienstag steht das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg an. Ist dieses Spiel noch wichtiger als die Partien gegen Real und die Bayern?

Sahin: Irgendwie schon. Wir haben eine große Chance, noch einen Titel zu holen und wollen deshalb unbedingt das Finale erreichen. Wir sind jetzt zweimal sehr gut aufgetreten und müssen schauen, dass wir das am Dienstag erneut hinkriegen.

Bayern - Dortmund: Daten zum Spiel

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung