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Fussball

Magath spricht vom Abstiegskampf

Von Thomas Gaber
Schwere Zeiten: das Schalker Trainer-Duo Felix Magath (r.) und Bernd Hollerbach
© Getty

Schalke 04 ist nicht in der Lage, das Momentum einiger besserer Spiele zu nutzen. Die fünfte Niederlage im siebten Bundesligaspiel hat tiefe Spuren hinterlassen bei Trainer Felix Magath.

Im Hauptberuf ist Christoph Metzelder seit Juli Abwehrspieler bei Schalke 04. Seitdem er in Gelsenkirchen spielt, wird Metze aber zum Jobsharing gezwungen. Er fungiert als Übersetzer für Raul und ist auch in Abwesenheit seines Kumpels aus gemeinsamen Madrider Zeiten ein gern gewählter Gesprächspartner.

Während die jungen Spieler wie Moritz, Schmitz oder Matip nach Schlusspfiff schnurstracks in die Kabine marschieren, wird Metzelder aufgehalten.

Zweitschlechteste Abwehr

In Nürnberg musste er schon zum fünften Mal eine Ligapleite erklären. Seine Analyse war besorgniserregend: "Wir kommen einfach nicht vom Fleck. Scheinbar kriegen wir es nicht hin, uns nach einem Festtag in der Champions League auf die weniger angenehmen Aufgaben wie hier in Nürnberg zu konzentrieren."

Nach dem 2:0 gegen Benfica Lissabon wähnte sich der FC Schalke auf Augenhöhe zumindest mit der zweiten Klasse in Europa, das 1:2 in Nürnberg offenbarte einmal mehr die eklatanten Mängel im Schalker Spiel.

Schalke hat mit 14 Gegentoren die zweitschlechteste Abwehr der Liga - eine katastrophale Marke für eine Mannschaft, die in den letzten Jahren stets die beste Abwehr der Liga stellte, und die die Abgänge von Westermann, Bordon und Rafinha nach wie vor nicht kompensieren kann.

Magath: "Katastrophale Fehler"

"Es ist unglaublich, wie simpel man gegen uns Tore schießen kann", sagte Benedikt Höwedes. Club-Kapitän Andreas Wolf kam in der Crunchtime gleich zwei Mal nach einer Ecke frei zum Kopfball. Beim ersten Mal war der Pfosten auf Schalker Seite, nach der nächsten Ecke war das Spiel zugunsten der Gastgeber entschieden.

"Wir haben hinten unerklärliche, katastrophale Fehler gemacht", kritisierte Felix Magath.

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In Nürnberg hatte Schalke auch in der Offensive nichts zu bieten. Jose Jurado spielte eine unterirdische erste Halbzeit. Seine Pässe kamen nicht an, sein Zweikampfverhalten war lächerlich. Jermaine Jones säbelte Gegenspieler weg und flog in der 52. Minute vom Platz, was Magath dazu veranlasste, dem Schiedsrichterwesen in Deutschland Stimmungsmache zu unterstellen.

"Möglicherweise hat Jones ein Imageproblem bei den Schiedsrichtern. Er spielt mit viel Einsatz. Ich glaube, solche Spieler wünschen sich die Zuschauer. Es kann sein, dass bei den Schiedsrichtern so ein Spieler auch in schlechterem Licht erscheint."

"Wir müssen erstmal da unten rauskommen"

Viel mehr beschäftigt den Coach aber die Unfähigkeit seines Teams, das Momentum einiger besserer Spiele zu nutzen: "Wir müssen feststellen, dass wir durchaus in der Lage sind, sehr gute Spiele abzuliefern und in der Spitze mitzuspielen. Aber dann kommen immer wieder Rückschläge."

Magath ist nach sieben Spieltagen weitgehend ratlos. Um den Titel wollte er spielen, doch auch Magath kann die Tabelle lesen: "Wir müssen erst mal zusehen, dass wir überhaupt punkten und da unten rauskommen, alles andere brauchen wir überhaupt nicht diskutieren."

Das nächste Spiel ist erst am 16. Oktober, doch Magath hat nicht viel Zeit, seine Mannschaft in Form zu bringen: "Wie soll ich vernünftig arbeiten, wenn 16 Spieler zu ihren Nationalmannschaften fahren? Außerdem hatte ich das Gefühl, dass einige schon während des Spiels gedanklich weg waren."

Kritik am Charakter seiner Spieler ist neu bei Magath. Die Niederlagenserie hat ganz offensichtlich Spuren hinterlassen beim Erfolgscoach der letzten beiden Jahre.

Nürnberg - Schalke: Daten zum Spiel

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