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Fussball

Hamburg gewinnt Nordderby gegen Bremen

Von Stefan Rommel
Joris Mathijsen köpft energisch zum 1:0 für den Hamburger SV ein

Der Hamburger SV hat zum Abschluss der Hinrunde das Nordderby gegen Werder Bremen gewonnen. Der HSV siegte am 17. Spieltag der Bundesliga verdient mit 2:1 (2:0) und überwintert mit 31 Punkten als Tabellenvierter.

Bremen, das die zweite Pleite in Folge und die erste Auswärtsniederlage überhaupt einstecken musste, rutscht dagegen auf Platz sechs ab.

Vor 57.000 Zuschauern in der HSH-Nordbank-Arena erzielten Joris Mathijsen (9.) und Marcell Jansen (36.) in einem ungemein hitzigen Spiel die Tore für den HSV. Naldos Anschlusstreffer in der 93. Minute kam zu spät.

Hamburgs Jerome Boateng musste in der 31. Minute nach einer vermeintlichen Notbremse gegen Marko Marin mit Rot vom Platz. Werder Bremen traf dreimal nur die Latte.

"Das ist für uns ein fantastisches Ergebnis. Wir haben von der ersten Sekunde an die Zweikämpfe gesucht. Auch nach dem Platzverweis haben wir Moral und Ordnung gezeigt. Dieses Spiel war das i-Tüpfelchen auf einer Hinrunde, in der wir alles erlebt haben: vom besten Saisonstart aller Zeiten bis zum Verletzungspech, das nicht mehr normal war", sagte HSV-Coach Bruno Labbadia nach dem Spiel.

So diskutierten die mySPOX-user während des Spiels!

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der HSV mit der erwarteten Startelf mit Elia neben Petric im Sturm. Boateng in der Innenverteidigung zusammen mit Mathijsen.

Bremen auch ohne große Überraschungen. Prödl und Pasanen ersetzen die verletzten Fritz und Boenisch auf den Außenbahnen.

9., 1:0, Mathijsen: Ecke von der linken Seite. Jansen verlängert am ersten Pfosten. Pizarro pennt gegen Mathijsen, der sechs Meter vor dem Tor keine Mühe hat und den Ball rechts ins Netzt köpft.

27.: Naldo im Sechzehner frei, aber mit dem Rücken zum Tor. Fallrückzieher aus zehn Metern. Rost ist schon geschlagen, das Ding klatscht aber nur an die Latte.

31., Rot gegen Boateng: Ballverlust der Hamburger im Mittelfeld. Marin geht mit Zug auf Boateng zu. Im Laufduell fällt der Bremer. Schiri Meyer zückt Rot - harte Entscheidung.

36., 2:0, Jansen: Elia wartet super ab und spielt den Ball dann Jansen in die Gasse. Werder steht viel zu hoch. Wiese stürmt völlig übermotiviert aus dem Kasten und grätscht. Jansen ist aber schneller am Ball und schiebt das Ding aus 30 Metern ein.

40.: Freistoß Özil von rechts. Prödl ist am Fünfer, köpft den Ball aber knapp am rechten Pfosten vorbei.

45.: Ecke HSV von rechts. Mathijsen schiebt den Ball aus drei Metern aufs Tor, Wiese kratzt ihn noch irgendwie raus. Am Abpraller rutscht Mathijsen um Millimeter vorbei.

Halbzeit-Fazit: Hitzige Partie und eine verdiente HSV-Führung zur Pause. Hamburg wirkt wacher, Werder findet noch nicht zu seinem Spiel.

56.: Petric vernascht über links zwei Bremer und zieht dann gut 18 Meter vor dem Tor ab. Wiese hält mit einer schönen Parade.

65.: Hunt verzieht nach einem Özil-Freistoß von rechts aus sechs Metern neben den kurzen Pfosten. Da war er völlig unbedrängt...

69.: Petric ist rechts frei durch. Querpass auf Jansen, der den Ball im Rutschen aber aus zehn Metern links am Tor vorbei legt.

84.: Hunt marschiert und zieht aus 20 Metern ab. Rost ist schon geschlagen, der Ball donnert aber nur an die Latte.

85.: Marin im Sechzehner. Schuss aus 14 Metern - erneut rettet die Latte für Rost.

89.: Elia steckt auf Tesche durch. Der legt den Ball an Wiese vorbei und fällt dann plötzlich hin. Üble Schwalbe.

93., 2:1, Naldo: Der Brasilianer köpft nach einer Flanke von rechts aufs Tor. Rosenberg irritiert Rost, dem der Ball durch die Finger gleitet und ins Tor rollt.

Fazit: Bremen traf zwar dreimal die Latte, trotzdem geht der HSV-Sieg unterm Strich in Ordnung.

Der Star des Spiels: Eljero Elia. Der Holländer machte einen auf Olic, rannte sich die Seele aus dem Leib und hielt teilweise drei, vier Bremer gleichzeitig auf Trab. Zusammen mit dem ebenfalls starken Jansen arbeitete Elia den überforderten Prödl auf und war an fast jedem gefährlichen HSV-Angriff beteiligt.

Die Gurke des Spiels: Sebastian Prödl erwischte einen schwachen Tag. Der Österreicher vertrat den verletzten Fritz auf der rechten Abwehrseite mehr schlecht als recht. Prödl hielt den Abstand zu Mertesacker oft nicht gut und ließ so immer wieder eine große Lücke für den Pass in die Tiefe. Kurz nach der Pause musste Prödl gehen - allerdings auch, weil Trainer Schaaf in numerischer Überlegenheit die Viererkette auflöste und einen zusätzlichen Stürmer brachte.

Die Pfeife des Spiels: Florian Meyer erlebte einen unheimlich schweren Nachmittag. Zusammen mit seinem Team hatte er viele enge Abseitsentscheidungen zu treffen, lag da aber fast immer richtig. Die Rote Karte gegen Boateng war sehr hart, aber im Rahmen der Regeln vertretbar. Tesches peinliche Schwalbe sah Meyer auch richtig. Allerdings hätte er dafür auch zwingend Gelb zeigen müssen.

Die Lehren des Spiels: Hamburg konnte schnell Derby-Fieber aufnehmen und Werder damit sichtlich überraschen. Der HSV war aggressiver, wacher und konzentrierter. Das Mittelfeld gehörte Jarolim und Rincon, die alles weggrätschten, was sich ihnen in den Weg stellte. Der HSV krönt eine schwierige Hinrunde mit unglaublichem Verletzungspech mit letzter Kraft.

Bremen dagegen war die fehlende Frische deutlich anzumerken, sowohl geistig als auch körperlich. Bestes Beispiel dafür war Özil, dem so gut wie nichts gelingen wollte und dessen Akku einfach leer ist. Dem Bremer Spiel fehlte es so auch an Ideen und Entschlossenheit. Werder wachte zu spät auf und spielte insgesamt viel zu kompliziert.

Das 0:2 war zudem ein Rückfall in alte Werder-Zeiten. Viel zu früh machte Werder auf, die Viererkette stand kurz hinter der Mittellinie zu hoch. Ein Phänomen der letzten Jahre, das eigentlich ausradiert schien.

Hamburg - Bremen: Daten zum Spiel

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