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Fussball

Immerhin: Das Ergebnis stimmt

Von Stefan Moser / Martin Rösch
Schalkes Torschütze Farfan freut sich mit Vorlagengeber Pander und Kollege Altintop
© Getty

Im ersten Spiel nach der Entlassung von Fred Rutten feierte Schalke 04 zum Auftakt des 26. Spieltags der Bundesliga am Freitag einen verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg bei Arminia Bielefeld.

Unter dem neuen Trainer-Trio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck gelang Schalke damit der erste Sieg nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge und rückt, zumindest vorübergehend, auf Rang sieben in der Tabelle vor.

Arminia Bielefeld läuft dagegen Gefahr, auf den Relegationsplatz 16 abzurutschen, wenn Borussia Mönchengladbach am Sonntag gegen den Karlsruher SC gewinnt.

Vor 27.300 Zuschauern in der Bielefelder Arena erzielte Jefferson Farfan in der 45. Minute das 1:0 für Schalke. Kevin Kuranyi sorgte in der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Schalke steht Pander nach langer Verletzungspause wieder in der Startformation. Auch Bordon ist zurück. Für ihn muss Krstajic seinen Platz räumen. Hinter den Spitzen spielt Altintop für den zuletzt schwachen Rakitic.

Bei Bielefeld ersetzt Bollmann den verletzten Kucera. Nach der 0:3-Schlappe gegen Wolfsburg spielen außerdem Katongo und Munteanu für Halfar und Janjic.

7.: Erste Möglichkeit für Schalke. Nach einer Flanke von rechts lässt Sanchez Bollman im Zweikampf ziemlich alt aussehen. Schuss aus fünf Metern aufs kurze Eck, aber Eilhoff pariert mit dem Fuß.

19.: Katongo geht leicht und locker an Westermann vorbei und dringt über rechts in den 16er ein. Anstatt auf Wichniarek quer zu legen, entscheidet sich der Stürmer aber für den Abschluss. Die falsche Wahl: Neuer ist im kurzen Eck auf dem Posten.

29.: Das muss es eigentlich sein. Altintop schaltet an der Mittelinie den Turbo ein und hebelt anschließend die Bielefelder Abwehr mit einem Pass in die Schnittstelle aus. Kuranyi ist auf und davon. Der Schuss von der Strafraumgrenze geht einen Meter am linken Pfosten vorbei.

39.: Knifflige Szene im Schalker 16er. Wichniarek kommt im Zweikampf gegen Kobiashvili zu Fall und reklamiert heftig. Der Schiri lässt zu Recht weiterlaufen. Tesche schaltet am schnellsten, schließt aber zu überhastet ab. Der Schuss aus 18 Metern geht deutlich drüber.

42.: Jetzt gibt's auch im anderen 16er Diskussionsstoff. Bollmann klärt eine Hereingabe von rechts mit der Hand. Die hatte neben dem Kopf wirklich nichts zu suchen. Seemann gibt den Elfer nicht - und liegt diesmal falsch.

45., 0:1, Farfan! Sanchez setzt Pander auf dem linken Flügel Pander per Hackentrick in Szene. Der flankt von der Eckfahne scharf nach innen. In der Mitte befindet sich die Arminen-Abwehr im Tiefschlaf. Farfan muss am Fünfmeterraum nur noch den Kopf hinhalten.

47.: Gleich Riesendusel für Bielefeld. Sanchez flankt von links genau auf den Kopf von Kuranyi. Der Versuch aus sieben Metern klatscht an den Querbalken.

88.: Da ist die Möglichkeit! Freistoß für die Arminia aus halbrechter Position. Alles versammelt sich im Schalker Strafraum. Janjic kommt frei vor Neuer zum Kopfball verfehlt aber das Tor aus drei Metern.

90.: Auf einmal geht's noch mal hin und her. Kuranyi setzt sich gegen zwei Verteidiger durch. Der Ex-Nationalspieler hat heute das Glück allerdings nicht gepachtet und trifft aus 16 Metern den Innenpfosten.

90.+3., 0:2, Kuranyi! Und dann macht er es doch noch. Konter der Gäste. Jones legt quer und Kuranyi netzt aus kurzer Distanz ein.

So lief das Spiel: Tolle Atmosphäre im Stadion - trotz der eher schleppenden Anfangsphase: Beide Teams sehr aggressiv im Mittelfeld und konzentriert in der Rückwärtsbewegung. Im Spiel nach vorne beide aber zu fahrig und ohne echte Linie. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die physisch stärkeren Schalker langsam das Kommando und kamen zu ersten Torchancen. Mit den ersten gefährlichen Kontern holte sich Bielefeld allerdings immer mehr Selbstvertrauen und gestaltete die Partie ausgeglichen. Die Führung für Schalke fiel praktisch mit dem Pausenpfiff - und war zu diesem Zeitpunkt eher schmeichelhaft.

Nach dem Seitenwechsel verwaltete Schalke das Ergebnis souverän, erspielte sich selbst anfangs noch die eine oder andere Gelegenheit, während Bielefeld kaum gefährlich vor dem Tor auftauchte.

Erst zehn Minuten vor Schluss brachte Arminen-Trainer Michael Frontzeck eine zweite echte Spitze. Doch auch die Schlussoffensive überstand Schalke ohne größere Mühe - und erzielte in der Nachspielzeit die endgültige Entscheidung durch Kuranyi.

Der Star des Spiels: Marcelo Bordon. Auch ohne die Kapitäns-Binde am Arm war der Brasilianer der Schalker Leitwolf - und gehört in dieser Form sicher noch immer zu den besten Innenverteidigern der Liga: Exzellentes Stellungsspiel, clever und kompromisslos im Zweikampf, nie hektisch oder kopflos, immer umsichtig und souverän. Gewann 73 Prozent seiner direkten Duelle - obwohl er ab der 15. Minute nach einem Zweikampf mit Artur Wichniarek mit heftigen Schmerzen im Knie spielte.

Die Gurke des Spiels: Chris Katongo. Der 26-Jährige steht stellvertretend für die vielen verschenkten Kontergelegenheiten der Bielefelder. Verstolperte viele Bälle im Mittelfeld, wählte oft die falschen Laufwege und wirkte unkonzentriert und fahrig. Vor allem aber traf Katongo irgendwie fast immer die falsche Entscheidung. Exemplarisch: Der Konter aus der 19. Minute, als er den völlig freistehenden Wichniarek in der Mitte ignorierte und stattdessen aus einem unmöglichen Winkel selbst aufs Tor schoss. Viel zu harmlos.

Die Lehren des Spiels: Nach zwei Niederlagen in Folge stimmte für Schalke immerhin das Ergebnis. Ansonsten aber gab es unter dem neuen Trainer-Trio keine spektakulär neuen Erkenntnisse: Schalke steht hinten beeindruckend kompakt und sicher, spielt im Aufbau aber - wie schon unter Fred Rutten - praktisch ohne Mittelfeld.

Halil Altintop war auf der ungewohnten Position hinter den Spitzen zwar viel in Bewegung, konnte aber kaum Akzente setzen. Die Doppelsechs mit Jermaine Jones und Levan Kobiashvili versteckte sich und nahm am Spiel nach vorne nicht teil, die Außenverteidiger rückten nicht konsequent genug auf. Das einfach gestrickte Offensivrezept lautet also weiterhin: Entweder lange Bälle in die Spitze oder Flanken aus dem Halbfeld.

Einziger Lichtblick war wieder einmal der quirlige Vincente Sanchez. Der Uruguayer sieht in seinen Aktionen zwar reichlich unorthodox aus, sorgt damit aber immerhin für den berühmten Überraschungseffekt. Das 1:0 fiel nicht zufällig über seine linke Seite.

Bielefeld spielte ziemlich unaufgeregt das, was es kann: Diszipliniert und gut geordnet in der Defensive auf Konterchancen lauern.

Das reicht in der Bundesliga manchmal auch für Punkte - gegen Schalke reichte es eben nicht. Die Hauptgründe für die Niederlage: Die Schlafmützigkeit vor dem 0:1 und die doch unübersehbaren fußballerischen Defizite: Immer wieder brachte sich die Arminia durch unpräzise Zuspiele oder leichte Stockfehler um beste Kontergelegenheiten.

Bielefeld - Schalke: Daten und Fakten zum Spiel

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