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Fussball

Bayern-Leihgabe Chris Richards exklusiv: "Millionen von Dollars zu spenden, ist nicht der einzige Weg, zu helfen"

Von Nazar Kinsella

Chris Richards, derzeit vom FC Bayern München bis Saisonende an die TSG Hoffenheim verliehen, ist ein Profi, der über den Tellerrand hinaus blickt. "Wir Fußballer haben eine Stimme und können sie nutzen", sagt der 22-jährige Innenverteidiger im Gespräch mit SPOX und GOAL über seinen Blick auf Rassismus, soziales Engagement oder den Klimawandel.

Der US-Amerikaner, der in München noch einen Vertrag bis 2025 besitzt, spricht außerdem über seine sportliche Zukunft und wichtige Vorbilder.

Chris Richards über ...

... die afrikanisch-amerikanische Geschichte und wie er den Umgang damit erlebte: "Meine Mutter ist weiß und mein Vater ist schwarz. Dort, wo ich aufgewachsen bin, hätte es das vor 40 Jahren so noch nicht gegeben. [...] Mein Vater hat mich immer motiviert, die bestmögliche Ausbildung zu bekommen. Ich habe mich selbst darum gekümmert und viele Dinge zusätzlich gemacht. Ich mag vor allem Dokumentationen und die Black-Lives-Matter-Bewegung hat etwas dahingehend ins Rollen gebracht, dass Schwarze ihre Geschichten erzählen können. Ohne die Proteste hätten wir viele davon wohl niemals gehört. In der Schule bringen sie dir nicht alles bei, insbesondere wenn es um die afrikanisch-amerikanische Geschichte geht. Da ich in Alabama aufgewachsen bin, musste ich aber einfach Sachen darüber lernen."

... seine Vorbilder: "Meine Idole sind nicht nur Sportler, sondern auch Menschen, die ihre Stimme auf die richtige Art und Weise genutzt haben, wie zum Beispiel der frühere US-Präsident Barack Obama oder der ehemalige Tennis-Star Arthur Ashe. Ich habe zudem Martin Luther King Jr. auf meinen Arm tätowiert, er war sehr mutig und inspiriert mich."

... soziales Engagement: "Millionen von Dollars an Stiftungen zu spenden, ist nicht der einzige Weg, zu helfen. Wir Fußballer haben eine Stimme und können sie nutzen. Es geht darum, sich zu engagieren, vor allem in Sachen Klimawandel. Wenn man nicht auf den ersten Blick einen Wandel erkennt, heißt das nicht, dass es ihn nicht gibt. Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon."

... die stetige Gefahr von Waldbränden in seiner Heimat Alabama: "Alabama ist bekannt für seine wunderschöne Natur. Es gibt dort viele Wälder und wir haben Red Mountain und Oak Mountain, wichtige Sehenswürdigkeiten. Wir haben viele schöne Tiere und die Menschen leben von der Umwelt. Es ist auch sehr ruhig, fast meine ganze Familie lebt dort. Ich weiß, dass der Klimawandel die ganze Welt betrifft, aber bei uns geht es um Waldbrände. Es macht mich traurig, denn ich will nicht, dass all diese Schönheit zerstört wird. Ich bin noch jung und will es erleben. Ich will diese Schönheit der Natur auch an die nächste Generation weitergeben. In Deutschland gab es zum Beispiel im letzten Jahr die verheerende Flut, die auch einige meiner Teamkollegen betraf."

Richards: Bayern-Wechsel? "Schon irre emotional"

... sein Fußfassen im deutschen Fußball: "Es läuft gut, es ist das erste Jahr, in dem ich regelmäßig in der Bundesliga spiele. In den letzten Wochen war ich zwar verletzt, aber jetzt bin ich wieder voll da. Zudem war ich für die jüngsten WM-Qualifikationsspiele beim Nationalteam dabei. Auf dem Platz war es ein sehr gutes Jahr."

... das Erlebnis, 2018 zum FC Bayern zu wechseln: "Ich kam ein paar Wochen vor meinem 18. Geburtstag zu Bayern und es hat perfekt gepasst. Als ich die Saison beim FC Dallas beendet hatte, kam ich durch die Partnerschaft zwischen den beiden Klubs zu Bayern. Sie kannten mich schon und ergriffen die Chance, mich zu verpflichten. Zwei Jahre zuvor hatte ich noch auf Amateur-Level in Alabama gespielt - dann zu hören, dass Bayern dich will, das ist schon irre emotional."

... seine Zukunft bei Bayern, wo er noch bis 2025 unter Vertrag steht: "Es ist schwer zu sagen, was im Sommer passieren wird. Im Moment liegt meine volle Konzentration darauf, Hoffenheim dabei zu helfen, sich für Europa zu qualifizieren."

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