FC Bayern: Das steckte wirklich hinter dem Brasilien-Trikot von 1983/84

Von Alex Frieling
Der FC Bayern in Blau und Gelb? 1983/84 war das möglich.
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1983/84 fiel der FC Bayern mit gelb-blauen Trikots auf - diese kuriose Kombination hatte mit Brasilien, Kaiserslautern und dem Betzenberg zu tun.

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Im Jahr 1983 überraschte der FC Bayern München mit gelb-blauen Trikots, die stark von den rot-weißen Klubfarben abwichen. Dabei war das Trikot im Brasilien-Look zwar nicht das erste, welches aus der Reihe fiel, wohl aber das Dress mit dem kuriosesten Hintergrund.

So griff man in München regelmäßig zu ungewöhnlichen Trikots, Bayern-Legende Lothar Matthäus fand zum Beispiel ein rot-blaues Jersey besonders unschön, er sagte gegenüber der Bild: "Das blaue Opel-Trikot aus dem Jahr 1996/97 mit dem roten Brustring hat mir am wenigsten gefallen. Das war ein sehr klarer Kontrast, mein Geschmack war es nicht. Zudem waren die Trikots extrem weit geschnitten."

Warum aber entschied man sich in München 1983 für ein Trikot, welches sich nicht im Ansatz als Bayern-Trikot identifizieren ließ?

Das Brasilien-Trikot von 1983: Kaiserslautern und Uli Hoeneß als Auslöser

Initiator des Brasilien-Trikots war tatsächlich Uli Hoeneß, heute Ex-Präsident des deutschen Rekordmeisters. So entpuppte sich zu der damaligen Zeit der 1. FC Kaiserslautern als Angstgegner der Bayern, zwischen 1975 und 1982 gab es für den FCB auf dem Betzenberg in zehn Spielen acht Niederlagen und zwei Unentschieden.

Am 26. November 1983 folgte dann die Überraschung: Die Bayern kamen plötzlich in gelben Trikots auf den Platz - das Top-Spiel gegen Kaiserslautern stand an. Lautern hingegen griff zum grünen Dress, es folgte erstmals seit langer Zeit wieder ein Sieg der Bayern auf dem "Betze". Ein Elfmeter von Klaus Augenthaler entschied das Spiel (1:0 Endstand).

Augenthaler: "Dann kam Uli mit den gelb-blauen Trikots, das war schon sehr seltsam"

Der damalige Siegtorschütze erinnert sich im Gespräch mit der Bild an die kuriosen Geschehnisse: "Paul Breitner hatte damals schon gesagt: Schenkt denen doch gleich die Punkte, da brauchen wir nicht mehr hinzufahren. Wir wussten, wir müssen uns etwas einfallen lassen."

Augenthaler enthüllt: "Dann kam Uli mit den gelb-blauen Trikots, das war schon sehr seltsam. Bayern in Brasilien-Farben, das war ein komisches Gefühl, das gab es ja vorher nie. Ich habe kürzlich erst Bilder davon gesehen, das ist ein sehr ungewohnter Anblick. Aber wir haben damit gewonnen und dann die nächsten Male am Betzenberg immer damit gespielt und gewonnen."

Für die Bayern um Klaus Augenthaler wurde der Brasilien-Look somit zu den "Betze-Glückstrikots". In der Saison 93/94 feierten die Münchner dann das Comeback der gelben Trikots - diesmal sollte die Idee aber nicht so gut bei der Mannschaft ankommen...

Ex-Bayern-Profi Helmer: "Keiner mochte dieses Kanarienvogel-Trikot"

So äußerte sich Ex-Bayern-Profi Thomas Helmer zu den gelb-grünen Auswärtstrikots der Saison 93/94 und sagte: "Keiner in meinem Team mochte dieses Kanarienvogel-Trikot. Jeder war froh, als das Jersey nach nur zwei Spielzeiten eingestaubt wurde."

Lothar Matthäus hingegen hat einen anderen Blick auf das ausgefallene Design, er empfand es als "kreativ" und "außergewöhnlich".

Bayern und die extravaganten Trikots: Es ist vermutlich eine endlose Geschichte. Auf der Meisterfeier 2000 machte sich Sammy Kuffour auf dem Rathaus-Balkon mit den Worten "Rot-weiße Trikots, wir wollen rot-weiße Trikots..." als Antwort auf die rot-blauen Shirts aus den 90ern bei den Bayern-Fans unsterblich.

Jedoch sollten diese Worte nicht für ewig die Devise bleiben, in der Saison 2018/19 lief der deutsche Rekordmeister mit lila-mintgrünen Trikots auf, der Protest der Bayern-Anhänger war anschließend groß. Bleibt also abzuwarten, ob man an der Säbener Straße nochmal zum gelb-blauen Dress greift, wenn es sportlich nicht mehr läuft.

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