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Fussball

FC Bayern - Joshua Zirkzees Tritt ins Abseits: Warum ein Wechsel trotzdem noch nicht beschlossen ist

Joshua Zirkzee kam 2017 von Feyenoord Rotterdam zum FC Bayern.

Mit seinem Tritt gegen 1860-Torwart Marco Hiller im Münchner Derby manövriert sich Joshua Zirkzee beim FC Bayern immer weiter ins Abseits. Doch obwohl Profitrainer Hansi Flick vorerst eher ohne ihn plant, ist ein zeitnaher Abgang des Nachwuchsstürmers noch nicht in Stein gemeißelt.

Jeder Stürmer kennt - und hasst - diese Situation: Man ist im Strafraum in der Nähe des Balles, doch der gegnerische Torwart eilt rechtzeitig aus seinem Kasten heraus und lässt einem keine andere Wahl, als zurückzuziehen.

Joshua Zirkzee zog am Samstag im Derby zwischen 1860 München und den "Amateuren" des FC Bayern nicht zurück, sondern durch - und nahm so die Gesundheit seines Gegenspielers Marco Hiller auf fahrlässige Art und Weise in Kauf.

Die Stollen des Angreifers schlitzten das Gesicht von Hiller auf, der blutüberströmt zu Boden sank und fünf Minuten lang behandelt und später auch noch genäht werden musste. Zirkzee entschuldigte sich zwar umgehend bei seinem Opfer, das trotz des heftigen Trittes weiterspielen konnte, doch Schiedsrichter Martin Petersen blieb keine andere Wahl, als den 19-Jährigen nach nicht einmal einer halben Stunde mit Glattrot des Platzes zu verweisen.

Klitschko? Zirkzee-Foul überschattet Derby gegen 1860

Die Folge: Der FCB verlor in Unterzahl mit 0:2, erstmals seit 20 Jahren in einem Duell mit dem Stadtrivalen. Das Hauptgesprächsthema danach war aber nur jene brutale Szene in der ersten Halbzeit. "Marco sieht aus, als ob er gegen Klitschko gekämpft hätte", sagte Sechzig-Geschäftsführer Günther Gorenzel. Hiller selbst sprach von einem "Schock". Im Moment des Aufpralls sei er "überall" gewesen, "nur nicht im Grünwalder Stadion". Ein absichtliches Foulspiel wollte aber weder der 23-Jährige noch irgendein anderer Beteiligter Zirkzee unterstellen.

Der Täter selbst äußerte sich nicht öffentlich zu seiner Entgleisung. Seiner Reaktion unmittelbar nach seinem Platzverweis zufolge - Zirkzee zog sich seufzend das Trikot über den Kopf - ärgerte er sich aber gehörig über sich selbst. Mit Recht. Der Bayern-Youngster, in der vergangenen Saison noch ein fester Bestandteil des Profikaders, sollte nämlich eigentlich endlich mal Werbung in eigener Sache betreiben anstatt sich noch weiter ins Abseits zu manövrieren.

FC Bayern: Flick schickt Zirkzee zur zweiten Mannschaft

Zirkzee wird praktisch seit seiner Ankunft in München im Jahr 2017 angelastet, zu wenig aus seinem Talent zu machen. Er trainiere bisweilen lasch, arbeite nicht konsequent mit nach hinten, lauten die Vorwürfe.

Auch wegen einer Fußverletzung sowie zwei Corona-bedingten Zwangspausen kam Proficoach Hansi Flick im Laufe der vergangenen Woche zu dem Entschluss, den Reservisten (91 Bundesliga-Minuten) hin und wieder von der Säbener Straße an den Campus zu schicken, wo neben den Jugendmannschaften auch die zweite Mannschaft trainiert. Wie vor dem Derby.

"Er wird Spiele bei der U23 haben, wenn er bei uns nicht spielt. Wir erwarten von Joshua, dass er auch dort zeigt, was er kann. Er soll sich in den Dienst der Mannschaft stellen und seine Stärken einbringen", sagte Flick am Donnerstag. Zwei Tage später, beim Derby im Grünwalder Stadion, tat Zirkzee das exakte Gegenteil - vor den Augen von Hasan Salihamidzic, dem Sportvorstand und Kaderplaner der Profis.

FC Bayern: Zirkzee-Abschied bisher nicht in Stein gemeißelt

Nicht auszuschließen, dass jener Tritt gegen Sechzig-Schlussmann Hiller sogar seine letzte Aktion im Bayern-Trikot war. Wie bereits im Spätherbst befasst sich Zirkzee derzeit mit einem Abschied aus München, es gibt Anfragen von Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Köln und aus seiner niederländischen Heimat.

Flick würde sich nicht gegen einen Wechsel des Rechtsfußes sträuben, mit Eric Maxim Choupo-Moting steht ihm ein besserer, weil verlässlicherer Backup für den gesetzten Weltfußballer Robert Lewandowski zur Verfügung.

Doch nach Informationen von SPOX und Goal haben die Entscheider beim Rekordmeister noch überhaupt nicht final beschlossen, ob sie Zirkzee eine Freigabe für einen sofortigen Wechsel erteilen sollen. Schließlich könnte die nur auf dem 17. Platz der 3. Liga stehende U23 durchaus noch einen treffsicheren Spieler wie ihn im Kampf um den Klassenerhalt gebrauchen.

Von einer klaren Tendenz im Fall Zirkzee kann knapp 20 Tage vor der Schließung des Transferfensters also noch keine Rede sein. Auch wenn für den noch bis 2023 in München unter Vertrag stehenden Angreifer klar ist, dass er seine zuletzt alles andere als zufriedenstellende Entwicklung ankurbeln und - wenn nötig erst einmal per Leihe - regelmäßig auf Erstliga-Niveau spielen möchte. Womöglich erklärt das auch ein wenig, warum er am Samstag im Derby etwas zu übermotiviert zu Werke ging.

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