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Fussball

Aufrüsten gegen die Langeweile

SID
Jubelnde Bayern-Spieler sollen aus Sicht der Konkurrenz in Zukunft der Vergangenheit angehören

Vor einigen Wochen schien es, als würde niemand dem FC Bayern die Meisterschale streitig machen können. Nun zeigt sich: Einige Rivalen könnten sehr stark werden.

Vier Jahre lang war in der Bundesliga eines garantiert: die Langeweile an der Spitze. Ein dominanter FC Bayern zog im Titelkampf einsam seine Runden und hatte am Saisonende zwischen zehn und 25 (!) Punkten Vorsprung. Dortmund, Schalke, Leverkusen, Gladbach oder Wolfsburg sahen staunend zu, wie sich die Münchner viermal in Folge die Meisterschaft sicherten.

Und nun? In dieser Saison könnte der deutsche Rekordmeister unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti erstmals wieder etwas mehr in Bedrängnis geraten. Die zuletzt überforderte Konkurrenz rüstet mächtig auf, um zumindest den großen Abstand zu den übermächtigen Bayern zu verringern - allen voran der BVB, der 119 (!) Millionen Euro investiert hat, allein 55 Millionen in die beiden Weltmeister Mario Götze und Andre Schürrle.

Watzke: FCB "nahezu unschlagbar"

Hatte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Bayern angesichts der Verpflichtungen von Mats Hummels und Europameister Renato Sanches vor Wochen noch als "nahezu unschlagbar" bezeichnet, hören sich die Aussagen inzwischen weit moderater an. "Wenn Bayern München irgendwann das Gefühl hat, sich eine Auszeit leisten zu können, dann möchten wir da sein", sagte Watzke.

Der BVB ist nach den Abgängen von Hummels, Henrich Mchitarjan und Ilkay Gündogan für 107 Millionen ins Risiko gegangen, um neue Impulse im Titelkampf zu setzen. Aber auch Schalke ist trotz des Abgangs von Leroy Sane unter Coach Markus Weinzierl stärker einzuschätzen. Breel Embolo, Naldo, Coke und wohl auch Abdul Rahman Baba sollen für mehr Stabilität sorgen. "Ich weiß, das will kein BVB-Fan hören: Aber ich fürchte, Schalke könnte echt erfolgreich sein", sagte zuletzt sogar Liverpools Trainer Jürgen Klopp.

Noch weiter nach oben soll es auch für den letztjährigen Bundesliga-Dritten Bayer Leverkusen gehen, der sich mit Kevin Volland und Julian Baumgartlinger verstärkt hat. Ömer Toprak wurde gehalten, er war dem BVB zu teuer. "Ich finde es nicht forsch, wenn man sich verbessern will. Das ist der Ehrgeiz, den jeder haben sollte", sagte Trainer Roger Schmidt. Er wolle mit der Werkself "einen Schritt nach vorne machen und konstanter auf höchstem Niveau agieren. Wie andere das einschätzen, ist mir relativ egal."

Gladbach um schlagkräftige Truppe bemüht

In Gladbach ist Manager Max Eberl nach dem Rekord-Transfer von Granit Xhaka zum FC Arsenal bemüht, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Auch in Wolfsburg setzt Klaus Allofs alles daran, einen ähnlich enttäuschenden Saisonverlauf wie 2015/2016 zu vermeiden. Der große Unbekannte ist Aufsteiger RB Leipzig, dem mittelfristig angesichts der Red-Bull-Unterstützung zugetraut wird, die Bayern zu ärgern.

Selbst Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge glaubt, dass in der anstehenden Saison nicht nur Borussia Dortmund ein gefährlicher Konkurrent werden könnte. "Ich glaube, dass Leverkusen eine gute Rolle spielen wird. Sie haben einen guten Transfermarkt gemacht", sagte der Bayern-Chef.

Mittelfristig müsse es zudem das Ziel sein, in der Liga vier Mannschaften zu haben, die bis zum Ende um die Meisterschaft spielen und kontinuierlich in der Champions League mindestens das Viertelfinale erreichen können, so Rummenigge: "Ich bin optimistisch für die Bundesliga, denn einige Klubs machen jetzt einen guten Job. Ich glaube, dass die Bundesliga in dieser Saison emotional viel bieten wird."

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